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Professor Pieps – Zeitreisemaus der Erfindungen

Professor Pieps – Zeitreisemaus der Erfindungen

Professor Pieps war keine gewöhnliche Maus.

Er war klein.
Er war grau.
Er hatte flinke Pfoten.
Und auf seiner Nase saß eine kleine runde Brille.

Professor Pieps trug eine braune Weste mit winzigen Knöpfen. In seiner Tasche steckten immer viele kleine Notizblätter. Darauf schrieb er alles auf, was er wichtig fand.

Und Professor Pieps fand sehr viel wichtig.

Er liebte Bücher.
Er liebte Käse.
Er liebte Fragen.

Warum rollt ein Rad?
Wie kommt eine Stimme durch ein Telefon?
Warum leuchtet eine Lampe?
Wie kann ein Buch viele Menschen erreichen?

Wenn andere Mäuse schliefen, saß Professor Pieps in seiner Werkstatt. Dort roch es nach Holz, Papier, Metall und ein bisschen nach altem Käse.

In der Mitte der Werkstatt stand seine größte Erfindung: die Zeit-Käse-Maschine.

Sie sah aus wie ein kleiner Sessel mit Zahnrädern, Federn, blinkenden Lichtern und einer Käseglocke als Dach. Auf der Vorderseite war ein roter Knopf.

Neben dem Knopf stand:

Nur drücken, wenn man wirklich neugierig ist.

Professor Pieps war immer neugierig.

Mit seiner Zeit-Käse-Maschine konnte er in die Vergangenheit reisen. Er konnte sehen, wie Menschen große Ideen hatten. Er konnte beobachten, wie sie Fehler machten, neu anfingen und am Ende etwas erfanden, das die Welt veränderte.

Aber Professor Pieps blieb immer heimlich.
Eine Maus in einer Werkstatt fiel nicht sehr auf.
Eine Maus in einer Bibliothek auch nicht.
Und in einem Labor versteckte er sich einfach hinter einem Buch, einem Glas oder einem Stück Käse.

Professor Pieps wollte nicht stören.
Er wollte lernen.

Denn er wusste:

Eine Erfindung fällt selten einfach vom Himmel.
Meistens braucht sie viele kluge Köpfe.
Viele Versuche.
Viele Fehler.
Und sehr viel Geduld.

Darum reist Professor Pieps durch die Geschichte der Menschheit.

Er besucht alte Städte.
Er schleicht durch Werkstätten.
Er huscht über Schiffe.
Er sitzt unter Tischen.
Er lauscht in Laboren.
Und manchmal niest er in staubigen Bibliotheken.

„Hatschi-pieps!“

Dann schreibt er alles in sein Forscherbuch.

Dieses Buch erzählt von seinen Reisen.


Professor Pieps und das Rad

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in einer alten Siedlung. Sie lag viele tausend Jahre in der Vergangenheit. Die Menschen lebten in Häusern aus Lehm. Lehm ist feuchte Erde, die hart wird, wenn sie trocknet.

Überall wurde gearbeitet.

Ein Mann trug schwere Säcke.
Eine Frau zog einen Korb mit Getreide.
Kinder sammelten Holz.
Ochsen schleppten Lasten über den Boden.

Professor Pieps versteckte sich hinter einem großen Tonkrug.

„Puh“, piepste er leise. „Das sieht anstrengend aus.“

Damals mussten Menschen vieles tragen oder ziehen. Wenn etwas sehr schwer war, legten sie manchmal runde Baumstämme darunter. Dann konnte die Last leichter über den Boden rollen.

Aber die Baumstämme blieben nicht an ihrem Platz.
Sie rutschten weg.
Sie mussten immer wieder nach vorne gelegt werden.

„Das ist noch kein richtiges Rad“, flüsterte Professor Pieps und schrieb es auf.

In einer Werkstatt sah er Menschen, die mit Holz arbeiteten. Sie schnitten runde Scheiben aus Holz. Andere bohrten Löcher in die Mitte. Durch das Loch kam eine Stange. Diese Stange heißt Achse.

Ein Rad ist erst richtig nützlich, wenn es sich um eine Achse drehen kann.

Professor Pieps kletterte auf einen Balken und sah genau hin.

Ein Handwerker setzte zwei runde Holzscheiben an eine Achse. Dann befestigte er eine einfache Ladefläche darauf. Das war eine Art Wagen.

„Pieps und Donnerkäse!“, rief Professor Pieps. „Jetzt kann man schwere Dinge fahren!“

Der Wagen war noch einfach.
Er war laut.
Er wackelte.
Er brauchte Tiere oder Menschen, die ihn zogen.

Aber er half.

Steine konnten transportiert werden.
Getreide kam leichter in die Siedlung.
Holz musste nicht mehr auf dem Rücken getragen werden.

Das Rad wurde nicht an einem einzigen Tag erfunden. Es gab schon früher runde Gegenstände. Töpfer nutzten drehende Scheiben, um Ton gleichmäßig zu formen. An vielen Orten probierten Menschen aus, wie Rollen, Scheiben und Achsen helfen konnten.

Die Erfindung wuchs Schritt für Schritt.

Professor Pieps sah, wie ein Kind den Wagen bestaunte.

„Warum dreht sich das?“, fragte das Kind.

Der Handwerker lächelte. „Weil rund leichter rollt als eckig.“

Professor Pieps nickte. „Das merke ich mir.“

Er stellte sich vor, was aus dem Rad einmal werden würde.

Karren.
Wagen.
Mühlen.
Fahrräder.
Züge.
Autos.
Maschinen.

Ein rundes Ding konnte sehr viel verändern.

Doch Professor Pieps bemerkte auch etwas Wichtiges. Ein Rad allein genügte nicht. Man brauchte Straßen oder Wege. Man brauchte gute Achsen. Man brauchte Menschen, die wussten, wie man Holz bearbeitet.

Eine Erfindung braucht oft andere Erfindungen, damit sie richtig nützlich wird.

Am Abend saß Professor Pieps unter einem Wagen. Über ihm knarrte das Holz. Neben ihm lag ein kleines Stück Brot.

„Kein Käse“, seufzte er. „Aber für die Wissenschaft reicht es.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und die Schrift

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Dieses Mal landete Professor Pieps in einer sehr alten Stadt in Mesopotamien. Mesopotamien bedeutet „Land zwischen den Flüssen“. Dort lagen die Flüsse Euphrat und Tigris.

Die Stadt war laut und lebendig.

Menschen trugen Körbe.
Händler zählten Waren.
Schafe blökten.
Esel stapften durch den Staub.

Professor Pieps huschte in ein Gebäude. Dort saßen Schreiber. Ein Schreiber war ein Mensch, der Zeichen lesen und schreiben konnte. Das konnten damals nicht alle Menschen.

Vor einem Schreiber lag eine weiche Tontafel. Ton ist Erde, die sich formen lässt. Der Schreiber nahm ein kleines Werkzeug aus Schilf. Schilf ist eine Pflanze, die am Wasser wächst.

Mit dem Schilfstift drückte er Zeichen in den Ton.

„Kein Papier?“, piepste Professor Pieps erstaunt. „Keine Tinte?“

Nein. Papier gab es dort noch nicht. Die Menschen schrieben auf Ton.

Am Anfang waren viele Zeichen kleine Bilder. Ein Zeichen konnte zum Beispiel für ein Schaf stehen. Oder für Getreide. Oder für einen Krug Öl.

Das war praktisch. Die Menschen mussten sich nicht alles merken.

Wie viele Säcke Getreide wurden geliefert?
Wie viele Schafe gehörten wem?
Wer hatte etwas gekauft?

Professor Pieps sah, wie ein Händler zu einem Schreiber kam.

„Ich bringe zehn Körbe Gerste“, sagte der Händler.

Gerste ist ein Getreide.

Der Schreiber machte Zeichen in die Tontafel.

Professor Pieps zählte mit.
„Eins, zwei, drei … zehn. Sehr ordentlich!“

Später wurden die Zeichen einfacher. Sie sahen nicht mehr so stark wie Bilder aus. Viele Zeichen wurden wie kleine Keile in den Ton gedrückt. Darum nennt man diese Schrift Keilschrift.

„Keil“, schrieb Professor Pieps, „bedeutet eine Form mit Spitze.“

Die Schrift war eine riesige Erfindung. Mit ihr konnten Menschen Dinge festhalten, die sonst vergessen worden wären.

Regeln.
Geschichten.
Lieder.
Rechnungen.
Namen.
Beobachtungen.

Professor Pieps fand eine Tafel mit vielen Zeichen. Er konnte sie nicht lesen, aber er verstand die Idee.

„Wissen kann reisen“, piepste er. „Sogar dann, wenn der Mensch, der es aufgeschrieben hat, nicht dabei ist.“

Das war neu.

Früher erzählten Menschen vieles nur weiter. Von Mund zu Mund. Von Eltern zu Kindern. Das war wichtig. Aber manchmal wurde etwas vergessen oder verändert.

Mit Schrift konnte eine Nachricht bleiben.

Professor Pieps stellte sich vor, wie Kinder eines Tages lesen lernen würden. Sie würden nicht nur hören, was jemand sagte. Sie könnten selbst Zeichen erkennen und verstehen.

„Lesen ist wie eine kleine Zeitreise“, piepste er. „Man hört die Gedanken von Menschen, die weit weg sind. Oder längst gelebt haben.“

Er kletterte auf ein Regal. Dabei rutschte er fast aus.

„Uff! Schrift ist schwer. Klettern auch.“

Ein junger Schreiber übte gerade. Seine Zeichen waren krumm.

Ein älterer Schreiber sagte freundlich: „Übe weiter. Jede Hand wird sicherer.“

Professor Pieps nickte.

Auch Lesen und Schreiben entstehen nicht an einem Tag. Man muss üben. Man darf Fehler machen. Und man lernt Zeichen für Zeichen.

Am Abend wurden einige Tontafeln in die Sonne gelegt. Andere wurden gebrannt, damit sie hart wurden.

Professor Pieps strich mit seiner kleinen Pfote über eine Tafel.

„So klein“, flüsterte er. „Und doch voller Wissen.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und der Buchdruck

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in Mainz. Das ist eine Stadt am Rhein. Die Zeit-Käse-Maschine hatte ihn ungefähr in die Mitte des 15. Jahrhunderts gebracht.

Das bedeutet: vor mehr als 500 Jahren.

In einer Werkstatt roch es nach Metall, Holz, Öl und Tinte.

„Ah“, piepste Professor Pieps. „Das riecht nach Erfindung.“

In der Werkstatt arbeitete Johannes Gutenberg. Er war ein Handwerker und Erfinder. Er suchte nach einer Möglichkeit, Bücher schneller herzustellen.

Damals wurden Bücher oft von Hand abgeschrieben. Seite für Seite. Wort für Wort. Das dauerte sehr lange. Bücher waren deshalb teuer. Nur wenige Menschen konnten sie besitzen.

Professor Pieps sah auf einen Tisch. Dort lagen viele kleine Metallstücke. Auf jedem Stück war ein Buchstabe.

Ein A.
Ein B.
Ein M.
Ein S.

„Kleine Buchstabenklötzchen!“, piepste Professor Pieps begeistert.

Diese Buchstaben nennt man bewegliche Lettern. Beweglich bedeutet: Man kann sie immer wieder neu zusammensetzen.

Gutenberg ordnete die Lettern zu Wörtern und Zeilen. Dann wurde Farbe darauf gestrichen. Danach wurde ein Blatt Papier darauf gepresst.

Professor Pieps kletterte vorsichtig auf einen Balken.

Die Presse knarrte.

Knarr.
Drück.
Heb.

Auf dem Papier erschien eine gedruckte Seite.

Professor Pieps hielt den Atem an.

„Eine Seite! Und sie sieht aus wie geschrieben!“

Aber das Besondere war: Man konnte die Lettern danach wieder benutzen. Für eine neue Seite. Für ein neues Buch. Für viele Bücher.

Gutenberg erfand nicht alles ganz allein aus dem Nichts. In anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in China und Korea, gab es schon früher Drucktechniken. Es gab Holztafeldruck und auch bewegliche Zeichen. Gutenberg verband in Europa mehrere Dinge besonders geschickt: Metalllettern, eine gute Druckfarbe und eine Presse.

So konnten Bücher viel schneller vervielfältigt werden.

Vervielfältigen bedeutet: aus einem Text viele gleiche Texte machen.

Professor Pieps beobachtete, wie die Arbeiter Seiten trockneten. Eine Seite neben der anderen.

„Das ist wie Käsekrümel verteilen“, murmelte er. „Nur nützlicher.“

Mit dem Buchdruck konnten mehr Menschen Zugang zu Wissen bekommen.

Gelehrte konnten ihre Ideen verbreiten.
Schulen konnten Bücher nutzen.
Geschichten konnten viele Leser finden.
Nachrichten konnten schneller weitergegeben werden.

Doch Professor Pieps merkte auch: Eine starke Erfindung bringt Verantwortung.

Wenn man wahre Dinge druckt, kann man Wissen teilen.
Wenn man falsche Dinge druckt, können sich Irrtümer verbreiten.

„Also muss man nicht nur lesen“, sagte Professor Pieps leise. „Man muss auch nachdenken.“

Er sah, wie ein Mann eine fertige Seite prüfte.

„Da ist ein falscher Buchstabe“, sagte der Mann.

Gutenberg sah genau hin. Dann wurde die Zeile verbessert.

Professor Pieps lächelte. „Auch gedrucktes Wissen braucht Sorgfalt.“

Später dachte er an alle Kinder, die eines Tages Bücher in den Händen halten würden. Manche Bücher würden Märchen erzählen. Andere würden erklären, wie Sterne leuchten, wie Pflanzen wachsen oder wie Zahlen funktionieren.

Ein Buch konnte eine Tür sein.

Eine Tür zu Wissen.
Eine Tür zu Fantasie.
Eine Tür zu anderen Menschen.

Professor Pieps setzte sich neben einen Stapel Papier. Ein winziger Tintenklecks landete auf seiner Nase.

„Oh nein“, piepste er. „Jetzt bin ich eine Druckermaus.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und die Glühbirne

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in einem Labor. Es war Abend. Draußen war es dunkel.

Früher hatten Menschen nachts Feuer, Kerzen oder Öllampen. Das Licht war warm, aber auch gefährlich. Eine Kerze konnte umfallen. Eine Flamme konnte Rauch machen. Manchmal entstand Feuer.

Professor Pieps schnupperte.

„Hier riecht es nicht nach Kerze“, piepste er. „Hier riecht es nach Strom.“

Strom ist eine Form von Energie. Er kann durch Leitungen fließen.

In diesem Labor arbeiteten Menschen an elektrischem Licht. Einer von ihnen war Thomas Alva Edison. Er lebte in Amerika und war ein bekannter Erfinder und Unternehmer.

Aber Professor Pieps wusste: Edison war nicht der einzige.

Vor ihm hatten schon andere Menschen geforscht. Humphry Davy zeigte früh elektrisches Licht mit einer Bogenlampe. Joseph Swan in England entwickelte ebenfalls eine Glühlampe. Viele Erfinder suchten nach einem sicheren, hellen und praktischen Licht.

„Also“, schrieb Professor Pieps, „die Glühbirne war Teamarbeit über viele Jahre.“

Edison und seine Mitarbeiter suchten nach einem guten Glühfaden. Ein Glühfaden ist ein dünner Draht oder Faden in der Lampe. Wenn Strom hindurchfließt, wird er sehr heiß und beginnt zu leuchten.

Aber der Faden durfte nicht sofort verbrennen.

„Das ist schwierig“, piepste Professor Pieps. „Wie Käse rösten, ohne ihn zu verkohlen.“

Die Forscher probierten viele Materialien aus. Manche hielten nur kurz. Manche waren zu teuer. Manche leuchteten nicht gut.

Immer wieder ging eine Lampe kaputt.

Plopp.

Dunkel.

Ein Mitarbeiter seufzte.

Professor Pieps seufzte mit.

Doch die Menschen gaben nicht auf. Sie verbesserten die Lampe. Sie machten die Luft im Glas fast ganz heraus. So konnte der Glühfaden länger halten. Eine Lampe brauchte außerdem nicht nur eine Birne. Man brauchte Leitungen, Schalter und Stromversorgung.

Eine gute Erfindung ist oft mehr als ein einzelnes Ding.

Endlich leuchtete eine Lampe lange und ruhig.

Professor Pieps saß unter dem Tisch und blinzelte.

„Oh! Wie ein kleiner Stern im Glas!“

Elektrisches Licht veränderte das Leben.

Menschen konnten abends besser lesen.
Straßen wurden heller.
Arbeit wurde sicherer.
Häuser mussten nicht mehr nur mit offener Flamme beleuchtet werden.

Doch Professor Pieps schrieb auch eine wichtige Frage auf:

Wie nutzen wir Energie klug?

Denn Licht braucht Strom. Und Strom muss erzeugt werden. Heute wissen Menschen, dass sie Energie sparen und die Natur schützen müssen. Moderne Lampen, wie LED-Lampen, brauchen viel weniger Strom als alte Glühbirnen.

Professor Pieps sah noch einmal zur leuchtenden Lampe.

„Eine Erfindung kann besser werden“, sagte er. „Auch nach vielen Jahren.“

Plötzlich fiel ein winziger Schatten auf den Tisch. Ein Arbeiter sah nach unten.

Professor Pieps versteckte sich blitzschnell hinter einem Kabel.

„War da eine Maus?“, fragte der Arbeiter.

Professor Pieps hielt die Luft an.

Dann sagte der Arbeiter: „Ach nein. Nur ein Schatten.“

„Ein sehr gebildeter Schatten“, piepste Professor Pieps leise.

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und das Telefon

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in einem Raum voller Drähte, Spulen und seltsamer Geräte.

„Oh“, piepste er. „Hier sieht es aus wie in einem Nest aus Metallnudeln.“

Er befand sich im 19. Jahrhundert. Viele Menschen forschten daran, Nachrichten schneller zu übertragen. Es gab bereits den Telegrafen. Mit dem Telegrafen konnte man Zeichen über Drähte senden. Zum Beispiel kurze und lange Signale.

Aber eine Stimme?
Eine echte menschliche Stimme?
Über eine weite Strecke?

Das war eine große Herausforderung.

Professor Pieps sah Alexander Graham Bell. Bell war Lehrer, Forscher und Erfinder. Er beschäftigte sich viel mit Sprache und Schall.

Schall ist das, was wir hören. Wenn jemand spricht, bewegt die Stimme die Luft. Diese Bewegungen nennt man Schwingungen.

„Schwingungen“, schrieb Professor Pieps. „Das Wort wackelt schon beim Lesen.“

Bell und andere Forscher suchten nach einer Möglichkeit, diese Schwingungen in elektrische Signale zu verwandeln. Diese Signale sollten durch einen Draht laufen. Am anderen Ende sollten sie wieder hörbar werden.

Das Telefon wurde nicht einfach von einer einzigen Person in einem einzigen Moment erfunden. Viele Menschen arbeiteten an ähnlichen Ideen. Antonio Meucci baute frühe Geräte zur Sprachübertragung. Johann Philipp Reis entwickelte ein frühes Telefon. Elisha Gray arbeitete ebenfalls an solchen Ideen. Bell erhielt 1876 ein wichtiges Patent und machte das Telefon berühmt.

Professor Pieps wollte alles genau verstehen.

Er kletterte auf einen Tisch. Dort lag ein Gerät mit einer Membran. Eine Membran ist eine dünne Fläche, die schwingen kann.

Wenn jemand sprach, bewegte sich die Membran. Diese Bewegung half dabei, ein elektrisches Signal zu verändern.

Bell rief in das Gerät.

Professor Pieps hielt seine Ohren fest.

Aus einem anderen Gerät kam eine Stimme.

Leise.
Kratzig.
Aber verständlich.

Professor Pieps fiel fast vor Staunen vom Tisch.

„Die Stimme reist durch den Draht!“

Das Telefon veränderte das Leben der Menschen.

Familien konnten miteinander sprechen, auch wenn sie weit voneinander entfernt waren.
Ärzte konnten schneller gerufen werden.
Firmen konnten besser zusammenarbeiten.
Nachrichten wurden persönlicher, weil man nicht nur Zeichen las, sondern Stimmen hörte.

Professor Pieps dachte an Briefe. Briefe waren schön, aber sie brauchten Zeit. Ein Telefonat konnte sofort helfen.

Wenn jemand krank war, konnte man schneller Hilfe holen.
Wenn ein Schiff ankam, konnte man Bescheid geben.
Wenn ein Kind seine Großmutter vermisste, konnte es ihre Stimme hören.

„Stimmen sind wie unsichtbare Brücken“, piepste Professor Pieps.

Doch er schrieb auch: Man muss gut zuhören. Ein Telefon ist nicht nur zum Reden da. Es ist auch zum Verstehen da.

Plötzlich klingelte ein Gerät.

Professor Pieps erschrak so sehr, dass seine Brille verrutschte.

„Klingelkäse!“, rief er.

Bell drehte sich um.

Professor Pieps huschte schnell in eine Schublade. Dort lag ein Stück Papier. Kein Käse. Schon wieder.

Er seufzte.

„Die Geschichte ist wunderbar. Die Verpflegung ist schwierig.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und die Impfung

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in England. Es war das Jahr 1796.

Er saß in der Nähe eines Landarztes. Der Arzt hieß Edward Jenner.

Damals hatten viele Menschen Angst vor einer Krankheit namens Pocken. Die Pocken machten Menschen sehr krank. Viele starben daran. Wer überlebte, hatte oft Narben.

Professor Pieps wurde ganz still.

„Manche Erfindungen retten Arbeit“, piepste er. „Andere retten Leben.“

Edward Jenner beobachtete etwas Interessantes. Manche Menschen, die mit Kühen arbeiteten, bekamen eine mildere Krankheit: Kuhpocken. Danach schienen sie oft vor den gefährlichen Pocken geschützt zu sein.

Kuhpocken waren meist viel weniger schlimm als Pocken.

Jenner stellte eine wichtige Frage:

Kann eine harmlose oder mildere Krankheit den Körper vorbereiten?

Der Körper hat eine Abwehr. Sie schützt uns vor Krankheitserregern. Krankheitserreger sind winzige Lebewesen oder Teilchen, die krank machen können. Dazu gehören zum Beispiel Viren und Bakterien.

Bei einer Impfung lernt der Körper, einen Erreger zu erkennen. Dann kann er sich später schneller wehren.

Professor Pieps versteckte sich hinter einer Arzttasche und schrieb eifrig mit.

Wichtig ist: Jenner war nicht der erste Mensch, der über Schutz vor Pocken nachdachte. In verschiedenen Teilen der Welt kannten Menschen schon lange die sogenannte Variolation. Dabei versuchte man, Menschen mit Material von Pockenkranken zu schützen. Das war aber gefährlicher als Jenners Methode mit Kuhpocken.

Jenners Arbeit half, die Idee der Impfung sicherer und bekannter zu machen.

Professor Pieps sah, wie ernst der Arzt arbeitete. Medizin war kein Spiel. Sie brauchte Beobachtung, Vorsicht und Verantwortung.

„Hier muss man besonders genau sein“, piepste er.

Im Laufe der Zeit wurde die Impfung weiter erforscht. Andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten neue Impfstoffe gegen viele Krankheiten.

Viel später halfen Impfungen dabei, die Pocken weltweit zu besiegen. Heute gelten die Pocken als ausgerottet. Das bedeutet: Sie kommen in der Natur nicht mehr vor.

Professor Pieps stellte sich Kinder vor, die durch Impfungen gesund blieben. Kinder, die spielen konnten. Lernen konnten. Groß werden konnten.

Er schrieb:

Eine Impfung schützt nicht nur eine einzelne Person.
Sie kann auch andere Menschen schützen.
Besonders Menschen, die sehr jung, sehr alt oder krank sind.

Das nennt man Gemeinschaftsschutz. Das bedeutet: Wenn viele geschützt sind, kann sich eine Krankheit schwerer ausbreiten.

Professor Pieps war sehr bewegt.

„Das ist eine der freundlichsten Erfindungen“, sagte er leise. „Sie hilft, bevor etwas Schlimmes passiert.“

In der Ecke stand eine Schale Milch. Professor Pieps schnupperte.

„Milch ist kein Käse“, sagte er. „Aber sie kommt dem Käse schon näher.“

Er nahm einen winzigen Schluck.

Dann setzte er seine Brille gerade. Bei medizinischen Themen wollte er besonders ordentlich schreiben.

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und das Fahrrad

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete auf einer Straße im Jahr 1817. Ein Mann schob ein seltsames Fahrzeug hinaus.

Es hatte zwei Räder.
Einen Sitz.
Einen Lenker.
Aber keine Pedale.

Der Mann hieß Karl Drais. Sein Fahrzeug wurde Laufmaschine genannt. Später sagte man auch Draisine.

Man setzte sich darauf und stieß sich mit den Füßen vom Boden ab.

Professor Pieps lief nebenher.

„Das ist ja wie Rennen im Sitzen!“, piepste er.

Die Laufmaschine war noch kein Fahrrad, wie wir es heute kennen. Aber sie war ein wichtiger Schritt. Menschen merkten: Zwei Räder hintereinander können einen Menschen tragen, wenn er das Gleichgewicht hält.

Gleichgewicht bedeutet: nicht nach links oder rechts umfallen.

Professor Pieps versuchte, auf einem kleinen Holzspan zu balancieren.

Er fiel sofort herunter.

„Aha“, sagte er. „Gleichgewicht ist leichter zu erklären als zu machen.“

Viele Jahre später reiste Professor Pieps weiter. Er sah Fahrzeuge mit Pedalen. Pedale sind die Teile, auf die man mit den Füßen tritt. Erst waren sie direkt am Vorderrad befestigt.

Diese frühen Fahrräder waren oft unbequem. Manche hatten ein riesiges Vorderrad und ein kleines Hinterrad. Sie waren schnell, aber gefährlich. Wenn man fiel, fiel man tief.

„Für Mäuse völlig ungeeignet“, piepste Professor Pieps.

Dann kamen neue Ideen.

Kettenantrieb.
Zwei ähnlich große Räder.
Bessere Bremsen.
Luftreifen.

Ein Kettenantrieb bedeutet: Eine Kette verbindet die Pedale mit dem Hinterrad. Dadurch kann man mit den Beinen treten, und das Hinterrad bewegt sich.

In den 1880er Jahren wurde das sogenannte Sicherheitsfahrrad beliebt. Es sah dem modernen Fahrrad schon ähnlich. Es war sicherer und leichter zu fahren als das Hochrad mit dem riesigen Vorderrad.

Professor Pieps sah Menschen auf Fahrrädern durch die Straßen fahren.

Sie kamen schneller zur Arbeit.
Sie besuchten Freunde.
Sie transportierten kleine Dinge.
Sie waren freier unterwegs.

Für viele Menschen war das Fahrrad wichtig, weil es nicht so teuer war wie ein Pferd oder später ein Auto. Es brauchte kein Futter und keinen Motor.

„Nur Muskeln“, piepste Professor Pieps. „Und vielleicht ein Butterbrot.“

Das Fahrrad veränderte auch das Leben vieler Frauen. Es gab ihnen mehr Bewegungsfreiheit. Sie konnten leichter allein Wege zurücklegen. Kleidung, Arbeit und Alltag veränderten sich dadurch mit.

Professor Pieps schrieb: Eine Erfindung kann auch Freiheit bringen.

Natürlich musste man lernen, sicher zu fahren. Man musste auf andere achten. Man musste bremsen können. Und man musste üben.

Ein Kind fiel vom Fahrrad. Es weinte kurz. Dann stand es wieder auf.

Ein Erwachsener sagte: „Noch einmal. Ich halte dich.“

Das Kind probierte es wieder.

Erst wackelte es.
Dann rollte es.
Dann lachte es.

Professor Pieps klatschte mit seinen winzigen Pfoten.

„So ist Erfinden auch“, sagte er. „Hinfallen. Nachdenken. Noch einmal versuchen.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und der Computer

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete zuerst in einer alten Schule. Kinder rechneten mit kleinen Steinen und Perlen. Vor ihnen lag ein Abakus.

Ein Abakus ist ein altes Rechengerät. Man kann Kugeln oder Perlen verschieben und damit rechnen.

„Sehr praktisch“, piepste Professor Pieps. „Fast wie Käsekrümel zählen.“

Menschen wollten schon immer besser rechnen. Beim Handel, beim Bauen, beim Messen der Sterne und beim Planen von Reisen brauchte man Zahlen.

Professor Pieps reiste weiter.

Er sah Rechenmaschinen aus Zahnrädern. Blaise Pascal baute im 17. Jahrhundert eine Rechenmaschine. Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelte ebenfalls wichtige Rechenideen und Maschinen.

Dann landete Professor Pieps im 19. Jahrhundert in England.

Dort arbeitete Charles Babbage an einer großen Maschine. Sie sollte Rechnungen automatisch ausführen. Babbage plante auch eine noch klügere Maschine, die Analytical Engine genannt wurde.

Diese Maschine wurde damals nie vollständig gebaut. Aber ihre Idee war sehr wichtig.

Eine Frau namens Ada Lovelace dachte besonders weit. Sie schrieb darüber, wie eine solche Maschine Anweisungen ausführen könnte. Solche Anweisungen nennen wir heute Programm.

Ein Programm sagt einem Computer Schritt für Schritt, was er tun soll.

Professor Pieps wurde ganz aufgeregt.

„Eine Maschine, die nach Regeln arbeitet! Und jemand schreibt ihr die Regeln auf!“

Er schrieb in sein Forscherbuch:

Computer entstehen aus Rechnen, Maschinenbau und klugen Ideen.

Dann reiste er ins 20. Jahrhundert. Die Maschinen wurden größer. Manche füllten ganze Räume. Sie hatten Kabel, Röhren und blinkende Lichter.

Während des Zweiten Weltkriegs und danach entwickelten Menschen elektronische Computer. Sie halfen bei schwierigen Berechnungen. Später wurden Computer kleiner, schneller und zuverlässiger.

Alan Turing war ein wichtiger Denker. Er stellte Grundfragen darüber, was Maschinen berechnen können. Viele andere Menschen trugen ebenfalls zur Entwicklung des Computers bei.

Professor Pieps stand vor einem großen Computer.

Er brummte.
Er klickte.
Er wurde warm.

„Dieser Computer ist größer als ein Käselager“, piepste er.

Später sah Professor Pieps Computer mit Mikrochips. Ein Mikrochip ist ein winziges Bauteil, auf dem sehr viele elektrische Schaltungen sind. Dadurch konnten Computer viel kleiner werden.

Aus Raumcomputern wurden Tischcomputer.
Aus Tischcomputern wurden Laptops.
Später kamen Tablets und Smartphones.

Computer veränderten die Welt.

Sie helfen beim Schreiben.
Sie rechnen schnell.
Sie steuern Maschinen.
Sie speichern Bilder und Musik.
Sie helfen Ärztinnen und Ärzten.
Sie helfen Forschern, das Wetter oder den Weltraum zu verstehen.

Aber Professor Pieps schrieb auch eine Warnung:

Ein Computer ist ein Werkzeug. Er denkt nicht wie ein Mensch. Menschen müssen entscheiden, wofür sie ihn nutzen.

Ein Hammer kann bauen oder zerstören.
Ein Computer kann helfen oder ablenken.
Darum braucht man Wissen und Verantwortung.

Professor Pieps setzte sich auf eine Tastatur.

Plötzlich erschienen auf dem Bildschirm viele Buchstaben:

pppppppppppppppppppp

Ein Techniker runzelte die Stirn. „Was ist denn das?“

Professor Pieps sprang erschrocken herunter.

„Das war kein Fehler“, piepste er. „Das war Mäuse-Code.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Professor Pieps und das Internet

Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.

Professor Pieps landete in einem Raum voller Computer. Es war das Jahr 1969.

Menschen arbeiteten an einem besonderen Netz. Es hieß ARPANET. Es war ein Vorläufer des Internets.

Ein Netz bedeutet hier nicht ein Fischernetz. Es bedeutet: Computer sind miteinander verbunden.

Professor Pieps sah Kabel, Bildschirme und ernste Gesichter.

„Heute lernen Computer sprechen“, piepste er.

Natürlich sprachen Computer nicht mit Stimmen. Sie tauschten Daten aus. Daten sind Informationen, zum Beispiel Buchstaben, Zahlen oder Bilder.

Die Menschen wollten, dass Computer an verschiedenen Orten Informationen senden und empfangen konnten.

Die erste Nachricht im ARPANET sollte von einem Computer zu einem anderen geschickt werden. Man wollte das Wort „LOGIN“ senden.

Doch nach den ersten zwei Buchstaben stürzte das System ab.

Es kamen nur L und O an.

Professor Pieps kicherte.

„Lo? Vielleicht wollte der Computer Hallo sagen.“

Aber genau so ist Forschung. Man probiert etwas aus. Manchmal klappt es nicht ganz. Dann verbessert man es.

Später konnten immer mehr Computer verbunden werden.

Eine besonders wichtige Entwicklung war TCP/IP. Das sind Regeln, nach denen Computer Daten in kleinen Teilen verschicken und wieder zusammensetzen. Solche Regeln nennt man Protokolle.

Ein Protokoll ist wie eine gemeinsame Sprache.

Wenn alle Computer dieselben Regeln nutzen, können sie sich besser verstehen.

Am 1. Januar 1983 stellte das ARPANET auf TCP/IP um. Dieses Datum gilt oft als wichtiger Geburtstag des Internets.

Professor Pieps schrieb sehr ordentlich:

Internet = viele verbundene Computer, die gemeinsame Regeln nutzen.

Dann reiste er weiter in die Jahre um 1989 und 1990. Dort traf er auf die Idee des World Wide Web. Tim Berners-Lee entwickelte es am Forschungszentrum CERN.

Das World Wide Web ist der Teil des Internets, in dem Webseiten durch Links verbunden sind. Ein Link ist eine Stelle, auf die man klicken kann, um zu einer anderen Seite zu kommen.

Professor Pieps sah die ersten Webseiten.

„Das ist wie ein Buch“, piepste er, „aber die Seiten liegen auf vielen Computern!“

Das Internet veränderte das Leben sehr stark.

Menschen können Nachrichten verschicken.
Sie können lernen.
Sie können Bilder teilen.
Sie können miteinander sprechen.
Sie können zusammenarbeiten, obwohl sie weit entfernt sind.

Eine Schulklasse kann etwas über Vulkane lesen.
Eine Ärztin kann Forschungsergebnisse finden.
Ein Kind kann seiner Oma ein Bild schicken.
Ein Musiker kann seine Musik mit der Welt teilen.

Aber Professor Pieps schrieb auch hier eine Warnung:

Nicht alles im Internet ist wahr.
Nicht jeder Mensch im Internet ist freundlich.
Nicht jede Nachricht ist wichtig.

Darum müssen Kinder lernen:

Frage nach.
Prüfe Quellen.
Sprich mit Erwachsenen, wenn dir etwas komisch vorkommt.
Sei freundlich.
Schütze deine Daten.

Daten können auch persönliche Informationen sein. Zum Beispiel Name, Adresse oder Fotos. Damit muss man vorsichtig umgehen.

Professor Pieps sah eine E-Mail über den Bildschirm huschen.

„Post ohne Briefumschlag?“, staunte er. „Die Zukunft ist wirklich flink.“

Dann öffnete jemand eine Webseite mit einem Bild von Käse.

Professor Pieps drückte seine Nase an den Bildschirm.

„Leider nur ein Bild“, seufzte er. „Das Internet kann viel. Aber Käse riechen kann es nicht.“

Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.


Was Kinder aus Professor Pieps’ Reisen lernen können

Professor Pieps hat auf seinen Reisen viele Erfindungen gesehen. Manche waren aus Holz. Manche aus Metall. Manche aus Papier. Manche aus Licht, Strom oder unsichtbaren Daten.

Aber alle hatten etwas gemeinsam:

Menschen wollten ein Problem lösen.

Sie fragten:

Wie können wir schwere Dinge leichter bewegen?
Wie können wir Wissen aufbewahren?
Wie können wir Bücher schneller machen?
Wie können wir Licht sicherer nutzen?
Wie können wir über weite Strecken sprechen?
Wie können wir Krankheiten verhindern?
Wie können wir uns schneller und freier bewegen?
Wie können Maschinen rechnen?
Wie können Computer miteinander verbunden werden?

Kinder können daraus sehr viel lernen.

1. Große Ideen beginnen oft mit kleinen Fragen

Das Rad begann nicht als modernes Auto. Es begann mit Rollen, runden Formen und der Frage: Wie kann man schwere Dinge leichter bewegen?

Die Schrift begann nicht als dickes Buch. Sie begann mit Zeichen für Waren, Tiere und Zahlen.

Der Computer begann nicht als Smartphone. Er begann mit Rechenhilfen, Zahnrädern und der Frage: Wie können wir schneller und genauer rechnen?

Darum ist jede gute Frage wertvoll.

Wenn ein Kind fragt: „Warum ist das so?“, dann beginnt Lernen.
Wenn ein Kind fragt: „Geht das auch anders?“, dann beginnt Erfinden.
Wenn ein Kind fragt: „Wie kann ich helfen?“, dann beginnt Verantwortung.

Professor Pieps würde sagen:

„Eine Frage ist wie ein kleiner Schlüssel. Manchmal öffnet sie eine sehr große Tür.“

2. Erfindungen entstehen selten allein

Viele Menschen glauben, eine Erfindung kommt plötzlich. Ein Mensch hat eine Idee, ruft „Heureka!“ und alles ist fertig.

Aber Professor Pieps hat gesehen: So ist es meistens nicht.

Das Rad wurde Schritt für Schritt entwickelt.
Die Schrift wurde über lange Zeit verbessert.
Der Buchdruck baute auf früheren Drucktechniken auf.
Die Glühbirne hatte viele Vorläufer und viele Erfinder.
Das Telefon wurde von mehreren Menschen erforscht.
Die Impfung entwickelte sich aus Beobachtung und früherem Wissen.
Das Fahrrad wurde immer wieder verändert.
Der Computer entstand durch viele Forscherinnen, Denker, Handwerker und Ingenieure.
Das Internet brauchte viele Teams und gemeinsame Regeln.

Kinder können daraus lernen:

Zusammenarbeit ist stark.

Niemand muss alles allein können. Ein Kind kann gut zeichnen. Ein anderes kann gut erklären. Ein anderes kann gut bauen. Ein anderes hört besonders genau zu.

Wenn Menschen ihre Fähigkeiten teilen, entstehen bessere Ideen.

3. Fehler sind keine Niederlage

Professor Pieps sah viele Fehler.

Räder wackelten.
Schriftzeichen wurden krumm.
Druckseiten hatten falsche Buchstaben.
Glühfäden brannten durch.
Telefonstimmen klangen kratzig.
Fahrräder waren erst unsicher.
Computer machten seltsame Dinge.
Im Internet kamen bei der ersten Nachricht nur zwei Buchstaben an.

Aber die Menschen hörten nicht auf.

Sie schauten genau hin.
Sie fragten: Was ist passiert?
Sie verbesserten etwas.
Sie versuchten es noch einmal.

Das ist eine der wichtigsten Lernbotschaften.

Ein Fehler bedeutet nicht: „Ich kann das nicht.“
Ein Fehler bedeutet oft: „Ich habe etwas gelernt.“

Kinder, die lesen lernen, kennen das gut. Erst ist ein Wort schwer. Dann liest man es langsam. Dann noch einmal. Dann wird es leichter.

So ist es auch beim Rechnen, Schreiben, Radfahren, Basteln und Forschen.

4. Wissen muss geteilt werden

Die Schrift machte es möglich, Wissen aufzubewahren.
Der Buchdruck machte es möglich, Wissen vielen Menschen zu geben.
Das Internet machte es möglich, Wissen schnell zu teilen.

Aber Professor Pieps hat auch gelernt: Wissen muss sorgfältig sein.

Nicht alles, was irgendwo steht, ist wahr.
Nicht alles, was gedruckt ist, ist richtig.
Nicht alles, was im Internet steht, ist gut.

Darum brauchen Kinder nicht nur Informationen. Sie brauchen auch Verstand.

Sie dürfen fragen:

Wer sagt das?
Woher weiß man das?
Gibt es Beweise?
Kann ich eine erwachsene Person fragen?
Klingt das fair und freundlich?

Lesen ist mächtig. Aber Nachdenken macht Lesen noch mächtiger.

5. Gute Erfindungen helfen vielen

Professor Pieps sagt am Ende jeder Reise:

„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen. Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“

Das Rad half beim Transport.
Die Schrift half beim Erinnern.
Der Buchdruck half beim Lernen.
Die Glühbirne machte Licht sicherer und praktischer.
Das Telefon verband Menschen.
Die Impfung schützte Leben.
Das Fahrrad brachte Bewegung und Freiheit.
Der Computer half beim Rechnen, Forschen und Arbeiten.
Das Internet verband Wissen und Menschen auf der ganzen Welt.

Kinder können daraus lernen:

Eine gute Idee ist besonders wertvoll, wenn sie anderen hilft.

Vielleicht erfindet ein Kind später keine Zeit-Käse-Maschine. Obwohl Professor Pieps das natürlich sehr schade fände.

Aber jedes Kind kann etwas Gutes tun:

einem anderen Kind etwas erklären,
eine neue Lösung finden,
etwas reparieren,
etwas teilen,
freundlich sein,
die Natur schützen,
genau beobachten,
mutig fragen.

Auch kleine Ideen können groß werden.

6. Technik braucht Verantwortung

Professor Pieps liebt Erfindungen. Aber er weiß: Nicht jede Nutzung einer Erfindung ist automatisch gut.

Ein Rad kann helfen, Dinge zu transportieren. Aber Fahrzeuge müssen sicher sein.
Schrift kann Wissen bewahren. Aber man kann auch falsche Dinge aufschreiben.
Buchdruck kann Bildung verbreiten. Aber auch Lügen.
Elektrisches Licht ist nützlich. Aber Energie soll klug genutzt werden.
Telefone verbinden Menschen. Aber man soll freundlich sprechen und gut zuhören.
Computer helfen. Aber sie sollen nicht das ganze Leben bestimmen.
Das Internet ist großartig. Aber man muss vorsichtig und respektvoll sein.

Darum lernen Kinder:

Nicht nur „Was kann ich bauen?“ ist wichtig.
Auch „Wem hilft es?“ ist wichtig.
Und „Kann es jemandem schaden?“ ist genauso wichtig.

Eine kluge Erfinderin oder ein kluger Erfinder denkt an andere Menschen mit.

7. Lernen ist eine Reise

Professor Pieps reist mit seiner Zeit-Käse-Maschine durch die Geschichte. Kinder reisen beim Lernen auch.

Nicht durch Zeit und Raum, sondern von „Ich weiß es noch nicht“ zu „Jetzt verstehe ich es besser“.

Beim Lesenlernen beginnt man mit Buchstaben.
Dann kommen Silben.
Dann Wörter.
Dann Sätze.
Dann ganze Geschichten.

Bei Erfindungen ist es ähnlich.

Erst gibt es eine Beobachtung.
Dann eine Idee.
Dann einen Versuch.
Dann einen Fehler.
Dann eine Verbesserung.
Dann vielleicht eine Erfindung.

Lernen braucht Zeit. Das ist nicht schlimm. Zeit ist ein Teil des Lernens.

Professor Pieps würde sagen:

„Auch die schnellste Maus muss Schritt für Schritt laufen.“

8. Die Zukunft gehört neugierigen Kindern

Die Menschen früher wussten nicht, welche Erfindungen später kommen würden.

Die Menschen mit den ersten Rädern kannten keine Fahrräder.
Die ersten Schreiber kannten keine gedruckten Bücher.
Gutenberg kannte keine Computer.
Edison kannte keine LED-Lampen.
Bell kannte keine Smartphones.
Jenner kannte keine moderne Medizin von heute.
Die ersten Computerforscher kannten kein Internet wie heute.

Und wir wissen heute nicht genau, was Kinder in Zukunft erfinden werden.

Vielleicht bauen sie bessere Maschinen für saubere Energie.
Vielleicht finden sie neue Wege, die Meere zu schützen.
Vielleicht entwickeln sie Medizin gegen Krankheiten.
Vielleicht bauen sie freundliche Roboter, die Menschen helfen.
Vielleicht erfinden sie neue Arten zu lernen.
Vielleicht schreiben sie Bücher, die andere Kinder mutig machen.

Die Zukunft ist noch nicht fertig.

Das ist wunderbar.

Denn das bedeutet: Kinder können mitgestalten.

Mit Fragen.
Mit Fantasie.
Mit Wissen.
Mit Freundlichkeit.
Mit Geduld.
Mit Mut.

9. Professor Pieps’ wichtigste Forscher-Regeln

Professor Pieps hat am Ende seiner Reisen diese Regeln in sein Forscherbuch geschrieben:

Erstens: Schau genau hin.
Zweitens: Stelle Fragen.
Drittens: Hab keine Angst vor Fehlern.
Viertens: Lerne von anderen.
Fünftens: Teile dein Wissen.
Sechstens: Nutze Erfindungen verantwortungsvoll.
Siebtens: Hilf mit deinen Ideen anderen Menschen.
Achtens: Bleib neugierig.

Dann malte er eine kleine Maus daneben. Die Maus trug eine Brille und hielt ein Stück Käse.

Darunter schrieb er:

„Die beste Erfindung beginnt oft mit einem neugierigen Pieps.“

Und irgendwo, zwischen einem Bücherregal, einem alten Rad, einer Glühbirne und einem Computer, blinkte wieder der rote Knopf der Zeit-Käse-Maschine.

Professor Pieps rückte seine Brille zurecht.

„Wohin reisen wir als Nächstes?“, fragte er.

Wusch!

Das nächste Abenteuer wartete schon.