Soziale Netzwerke? Professor Pieps rückte seine kleine Brille zurecht.
„Heute reisen wir zu einer Erfindung, die die Welt verändert hat“, piepste er.
Dann drückte er auf den roten Knopf seiner Zeit-Käse-Maschine.
Wusch!
Schon begann das Abenteuer.
Die Zeit-Käse-Maschine ruckelte, summte und roch ein wenig nach warmem Käsebrot.
„Oh, oh“, piepste Professor Pieps. „Wir reisen nicht nur zu einem einzigen Tag. Diese Erfindung ist nämlich langsam gewachsen.“
Pling!
Die Maschine landete in einem großen Gebäude mit vielen Computern.
Auf einem Schild stand: CERN.
„Das ist ein Forschungszentrum in der Schweiz“, flüsterte Professor Pieps. „Hier arbeiten Menschen aus vielen Ländern zusammen.“
Es war das Jahr 1989.
Professor Pieps huschte unter einen Schreibtisch. Dort saß ein Mann namens Tim Berners-Lee. Er arbeitete an einer Idee.
Auf seinem Tisch lagen Zettel. Auf den Zetteln standen viele Wörter.
Information.
Computer.
Links.
Teilen.
Professor Pieps kratzte sich am Ohr.
„Links?“, murmelte er. „Sind das Würstchen?“
🐭✨ Entdecke die fantasievollen Abenteuer von Professor Pieps!
Drei Bücher warten auf dich bei Amazon – perfekt zum Lesen, Verschenken und Staunen. 📚💡
👉
Jetzt Professor Pieps Bücher auf Amazon kaufen
🛒📖
Noch mehr verrückte Erfindungen, spannende Ideen und kreative Geschichten findest du direkt hier im Blog. 🚀🧪
👉
Weitere Professor Pieps Geschichten im Blog lesen
🐭✨
Dann sah er genauer hin.
Ein Link war kein Würstchen. Ein Link war eine Verbindung. Wenn man darauf klickte, kam man zu einer anderen Seite.
Tim Berners-Lee wollte, dass Forscherinnen und Forscher Informationen leichter teilen konnten. Sie sollten nicht lange suchen müssen. Sie sollten Texte miteinander verbinden können.
„Aha!“, piepste Professor Pieps leise. „Das ist wie ein Käseweg von einem Käsekrümel zum nächsten.“
Aus dieser Idee wurde später das World Wide Web. Das spricht man: Wörld Waid Web. Es bedeutet: weltweites Netz.
Professor Pieps schrieb in sein Notizblatt:
Menschen können Wissen teilen, wenn Computer miteinander verbunden sind.
Dann machte es wieder:
Wusch!
Die Zeit-Käse-Maschine sprang weiter.
Nun landete Professor Pieps im Jahr 1997.
Er saß in einem Büro. Dort klickten Menschen auf eine Internetseite. Sie hieß SixDegrees.com.
„Six Degrees“, las Professor Pieps langsam. „Das bedeutet: sechs Schritte.“
Die Idee dahinter war spannend: Viele Menschen sind über Freunde, Familie und Bekannte miteinander verbunden.
Auf der Internetseite konnten Menschen ein Profil anlegen.
„Profil“, erklärte Professor Pieps seinem eigenen linken Ohr, „das ist eine Seite über eine Person. Dort kann stehen, wie jemand heißt oder wen jemand kennt.“
Die Menschen konnten Freundeslisten machen. Sie konnten Nachrichten schreiben. Sie konnten sehen, wer mit wem verbunden war.
Professor Pieps versteckte sich hinter einer Tastatur.
Klick.
Klick.
Klick.
„Das ist ja wie ein Schulhof“, piepste er. „Nur auf dem Bildschirm!“
Auf einem Schulhof erzählen Kinder Geschichten. Sie zeigen ein Bild. Sie sagen: „Schau mal!“ Sie fragen: „Willst du mitspielen?“
In einem sozialen Netzwerk passierte etwas Ähnliches. Nur digital.
Digital bedeutet: Es passiert mit Computern, Handys oder dem Internet.
Professor Pieps schaute begeistert zu.
„Das kann toll sein“, sagte er. „Menschen können in Kontakt bleiben, auch wenn sie weit weg wohnen.“
Dann sah er ein Mädchen, das seinem Cousin eine Nachricht schrieb. Der Cousin wohnte in einer anderen Stadt.
„Hallo!“, tippte sie. „Wie geht es dir?“
Kurz darauf kam eine Antwort.
„Gut! Ich vermisse dich.“
Professor Pieps lächelte.
„Das ist der schöne Teil“, piepste er. „Nähe, obwohl man weit weg ist.“
Aber dann sah Professor Pieps noch etwas.
Ein Junge wollte schnell etwas Lustiges schreiben. Er tippte:
„Dein Bild sieht komisch aus.“
Professor Pieps erschrak.
„Pieps und Pardon!“, rief er. „Wörter können auch wehtun.“
Der Junge überlegte. Dann löschte er den Satz.
Er schrieb neu:
„Das Bild ist lustig. Hast du es selbst gemalt?“
Professor Pieps nickte zufrieden.
„Viel besser“, sagte er. „Im Internet sollen wir freundlich sein, so wie auf dem echten Schulhof.“
Wusch!
Die Maschine reiste weiter.
Jetzt war es das Jahr 2004.
Professor Pieps landete in einem Studentenwohnheim an der Harvard University in den USA. Das ist eine große Universität.
Dort saß ein Student namens Mark Zuckerberg mit anderen jungen Menschen an Computern. Sie bauten eine Internetseite. Zuerst war sie für Studierende ihrer Universität gedacht.
Die Seite hieß am Anfang TheFacebook.
Professor Pieps saß in einer leeren Müslischale und beobachtete die Bildschirme.
„Wieder Profile“, murmelte er. „Wieder Namen. Wieder Verbindungen.“
Doch dieses Mal wuchs die Idee sehr schnell.
Erst nutzten Studierende die Seite.
Dann kamen andere Schulen dazu.
Dann immer mehr Menschen.
Jahre später nutzten sehr viele Menschen auf der Welt soziale Netzwerke. Sie teilten Nachrichten, Fotos und Videos. Sie fanden alte Freunde wieder. Sie lernten Neues. Sie erzählten von Festen, Reisen, Haustieren, Büchern und Erfindungen.
Professor Pieps war beeindruckt.
„Soziale Netzwerke sind keine einzelne kleine Schraube“, sagte er. „Sie sind wie ein riesiges Uhrwerk. Viele Menschen haben daran mitgebaut.“
Er dachte an das World Wide Web.
Er dachte an frühe Internetseiten.
Er dachte an Computer, Kabel, Server und Handys.
Ein Server ist ein Computer, der anderen Computern Daten schickt.
„Ohne all das gäbe es keinen digitalen Schulhof“, piepste er.
Dann wurde Professor Pieps sehr still.
Denn er sah auch Probleme.
Ein Kind starrte lange auf einen Bildschirm.
„Nur noch ein Video“, sagte das Kind.
Dann noch eins.
Dann noch eins.
Professor Pieps sah auf seine kleine Taschenuhr.
„Oje“, piepste er. „Die Zeit läuft davon wie ein Mäuseschwanz im Wind.“
Er schrieb in sein Forscherbuch:
Soziale Netzwerke können Spaß machen. Aber sie dürfen nicht den ganzen Tag auffressen.
Dann sah er eine Frau, die ein Bild teilte. Viele Menschen sahen das Bild. Aber das Bild zeigte nicht die ganze Wahrheit.
Professor Pieps runzelte die Nase.
„Im Internet sieht man oft nur einen Teil“, sagte er. „Nicht alles, was schön aussieht, ist auch die ganze Geschichte.“
Er kletterte auf einen Stapel Bücher und rief leise:
„Erst denken, dann teilen!“
Natürlich hörte ihn niemand. Er war ja eine heimliche Zeitreisemaus.
Aber vielleicht, dachte er, spürte jemand seinen guten Rat.
Nun sah Professor Pieps eine Schulklasse.
Die Kinder lernten über soziale Netzwerke.
Die Lehrerin sagte:
„Fragt euch immer: Wer hat das geschrieben? Stimmt es wirklich? Ist es freundlich? Darf ich dieses Bild teilen?“
Professor Pieps klatschte mit seinen kleinen Pfoten.
„Bravo!“, piepste er. „Das sind gute Forscherfragen.“
🐭✨ Entdecke die fantasievollen Abenteuer von Professor Pieps!
Drei Bücher warten auf dich bei Amazon – perfekt zum Lesen, Verschenken und Staunen. 📚💡
👉
Jetzt Professor Pieps Bücher auf Amazon kaufen
🛒📖
Noch mehr verrückte Erfindungen, spannende Ideen und kreative Geschichten findest du direkt hier im Blog. 🚀🧪
👉
Weitere Professor Pieps Geschichten im Blog lesen
🐭✨
Ein Kind meldete sich.
„Wenn jemand im Internet gemein ist, was soll ich tun?“
Die Lehrerin antwortete:
„Nicht zurückschimpfen. Hilfe holen. Mit Erwachsenen sprechen. Man kann Nachrichten speichern, jemanden blockieren oder melden.“
Professor Pieps nickte so stark, dass seine Brille wackelte.
„Sehr wichtig“, sagte er. „Niemand muss allein bleiben, wenn etwas weh tut.“
Dann sah Professor Pieps etwas Wunderbares.
Ein Junge machte ein kurzes Video über Bienen.
Ein Mädchen erklärte in einem Beitrag, wie man Wasser spart.
Eine Klasse sammelte Spenden für ein Tierheim.
Ein Opa sah Fotos von seinem Enkel, obwohl er weit weg wohnte.
Eine Forscherin erzählte von Sternen.
Ein Musiker spielte ein Lied.
Ein Kind zeigte eine Zeichnung und bekam Mut.
Professor Pieps lächelte.
„Jetzt verstehe ich“, piepste er. „Soziale Netzwerke sind Werkzeuge.“
Ein Hammer kann ein Haus bauen.
Ein Hammer kann aber auch Schaden machen, wenn man nicht aufpasst.
So ist es auch mit digitalen Werkzeugen.
Man muss lernen, sie gut zu benutzen.
Professor Pieps setzte sich auf ein Ladekabel und dachte nach.
„Die wichtigste Erfindung ist nicht nur die Technik“, sagte er. „Die wichtigste Erfindung ist, wie Menschen damit umgehen.“
Dann schrieb er mit seinem winzigen Bleistift:
Ein soziales Netzwerk verbindet Menschen. Aber gute Verbindung braucht Respekt, Wahrheit und Pausen.
Plötzlich begann die Zeit-Käse-Maschine zu piepen.
Pieps!
Pieps!
Pieps!
„Schon gut, schon gut!“, rief Professor Pieps. „Ich komme ja!“
Er sprang hinein.
Vorher sah er noch einmal auf den digitalen Schulhof.
Dort lachten Menschen.
Dort lernten Menschen.
Dort stritten Menschen.
Dort halfen Menschen einander.
„Wie im echten Leben“, sagte Professor Pieps. „Nur schneller. Und manchmal lauter.“
Wusch!
Die Maschine flog zurück.
Professor Pieps landete in seiner kleinen Mäusebibliothek. Überall standen Bücher. Neben seinem Sessel lag ein Stück Käse.
Er setzte sich, schlug sein Forscherbuch auf und schrieb:
Erfindung: Soziale Netzwerke
Was ist das? Digitale Orte, an denen Menschen Nachrichten, Bilder und Videos teilen.
Wer war beteiligt? Viele Menschen: Erfinder des Webs, Programmiererinnen, Programmierer, Designer, Nutzerinnen und Nutzer.
Warum war es wichtig? Menschen konnten leichter miteinander sprechen, lernen und sich verbinden.
Was haben Menschen gelernt? Teilen ist stark. Aber man braucht Verantwortung.
Wie hat es das Leben verändert? Nachrichten reisen schneller. Freundschaften können über große Entfernungen bestehen. Wissen kann viele Menschen erreichen. Aber alle müssen auf Wahrheit, Freundlichkeit und Zeit achten.
Professor Pieps schrieb alles in sein kleines Forscherbuch.
„Eine gute Erfindung hilft nicht nur einem Menschen“, sagte er.
„Sie kann vielen Menschen das Leben leichter machen.“
Dann knabberte er an einem Krümel Käse und reiste weiter.
Was Kinder über Soziale Netzwerke lernen können
Soziale Netzwerke sind wie digitale Schulhöfe. Auf einem echten Schulhof treffen sich Kinder. Sie reden, lachen, zeigen Dinge, erzählen Neuigkeiten und spielen zusammen. In sozialen Netzwerken passiert etwas Ähnliches, nur mit Handy, Tablet oder Computer.
Kinder können daraus lernen, dass Technik nicht von allein gut oder schlecht ist. Technik ist ein Werkzeug. Wichtig ist, wie Menschen sie benutzen. Ein soziales Netzwerk kann helfen, Freundschaften zu pflegen, Wissen zu teilen und gute Ideen zu verbreiten. Es kann aber auch traurig machen, ablenken oder Streit verstärken, wenn Menschen unfreundlich sind oder nicht nachdenken.
🐭✨ Entdecke die fantasievollen Abenteuer von Professor Pieps!
Drei Bücher warten auf dich bei Amazon – perfekt zum Lesen, Verschenken und Staunen. 📚💡
👉
Jetzt Professor Pieps Bücher auf Amazon kaufen
🛒📖
Noch mehr verrückte Erfindungen, spannende Ideen und kreative Geschichten findest du direkt hier im Blog. 🚀🧪
👉
Weitere Professor Pieps Geschichten im Blog lesen
🐭✨
Kinder lernen: Worte haben Kraft. Ein Satz im Internet kann jemanden fröhlich machen. Ein Satz kann aber auch verletzen. Darum ist Freundlichkeit wichtig. Bevor man etwas schreibt, kann man sich fragen: Würde ich das auch sagen, wenn die Person direkt vor mir steht? Wenn die Antwort nein ist, sollte man den Satz lieber nicht abschicken.
Kinder lernen auch: Nicht alles im Internet ist wahr. Manche Bilder sind bearbeitet. Manche Nachrichten sind falsch. Manche Menschen zeigen nur die schönsten Momente ihres Lebens. Das bedeutet nicht, dass ihr ganzes Leben immer perfekt ist. Deshalb ist es gut, neugierig zu bleiben und Fragen zu stellen: Wer sagt das? Woher kommt die Information? Gibt es eine sichere Quelle? Kann ein Erwachsener helfen, es zu prüfen?
Ein besonders wichtiger Punkt ist der Schutz der eigenen Daten. Daten sind Informationen über uns. Zum Beispiel Name, Wohnort, Schule, Fotos oder Lieblingsorte. Kinder sollten lernen: Nicht alles gehört ins Internet. Manche Dinge sind privat. Privat bedeutet: Das geht nicht alle etwas an. Bevor man ein Bild oder eine persönliche Information teilt, sollte man mit Eltern, Lehrkräften oder anderen vertrauten Erwachsenen sprechen.
Kinder können außerdem lernen, dass Pausen gesund sind. Soziale Netzwerke sind so gebaut, dass man lange weiterschauen möchte. Immer kommt ein neues Bild, ein neues Video, eine neue Nachricht. Doch der Kopf braucht Ruhe. Die Augen brauchen Pause. Der Körper braucht Bewegung. Freunde im echten Leben, Bücher, Spiele, Sport, Musik und Schlaf sind genauso wichtig.
Für die Zukunft können Kinder mitnehmen: Gute digitale Bürgerinnen und Bürger sind freundlich, vorsichtig und klug. Sie helfen anderen. Sie teilen keine gemeinen Dinge. Sie glauben nicht alles sofort. Sie fragen nach. Sie schützen sich und andere. Sie holen Hilfe, wenn etwas komisch, traurig oder gefährlich wirkt.
Soziale Netzwerke zeigen auch, dass Erfindungen oft nicht von einer einzigen Person allein kommen. Viele Ideen bauen aufeinander auf. Erst brauchte es Computer. Dann das Internet. Dann das World Wide Web. Dann Seiten mit Profilen, Freundeslisten, Nachrichten, Bildern und Videos. Jede neue Erfindung nutzt Wissen aus der Vergangenheit.
Das ist eine schöne Botschaft für Kinder: Auch ihre Ideen können wichtig sein. Vielleicht erfinden sie später eine App, ein Spiel, ein Gerät oder eine neue Art, Menschen zu helfen. Aber Professor Pieps würde sagen: Die beste Erfindung ist nicht die lauteste oder schnellste. Die beste Erfindung ist die, die Menschen nützt und ihnen gut tut.
Darum lautet die Pieps-Regel für die Zukunft:
Denke nach. Sei freundlich. Prüfe die Wahrheit. Schütze deine Daten. Mach Pausen. Nutze Technik, um Gutes zu tun.
Wie du soziale Netzwerke klug nutzen kannst
Professor Pieps legte seinen winzigen Bleistift zur Seite und schaute aus dem Fenster seiner Mäusebibliothek.
Draußen saß ein junges Mäusekind auf einem Kissen und hielt ein kleines Tablet in den Pfoten. Es wischte mit der Nase über den Bildschirm.
Wisch.
Wisch.
Wisch.
Professor Pieps beobachtete es eine Weile.
Dann piepste er freundlich:
„Na, du kleine Bildschirmforscherin? Was entdeckst du denn da?“
Das Mäusekind sah auf.
„Ganz viele Bilder! Und Videos! Und Nachrichten! Und jemand hat ein Käsekuchen-Rezept geteilt!“
Professor Pieps spitzte die Ohren.
„Käsekuchen? Das klingt wissenschaftlich sehr bedeutsam.“
Er kletterte auf den Tisch, rückte seine Brille zurecht und schaute auf den Bildschirm.
Dort sah er bunte Beiträge. Manche waren lustig. Manche waren spannend. Manche machten neugierig. Manche wirkten aber auch ein bisschen seltsam.
Ein Video versprach:
„Wenn du diesen Trick machst, wirst du über Nacht berühmt!“
Professor Pieps hob eine Augenbraue.
„Über Nacht berühmt?“, murmelte er. „Das klingt nach Zauberquark.“
Dann sah er ein Bild, auf dem jemand behauptete:
„Alle essen jetzt nur noch blauen Käse, weil er klüger macht!“
Professor Pieps schnupperte empört.
„Blauer Käse kann köstlich sein“, sagte er, „aber klug wirst du nicht, nur weil du etwas isst, das im Internet beliebt ist.“
Er drehte sich zu dir um und sagte:
„Genau darum musst du lernen, wie du soziale Netzwerke mit Köpfchen benutzt. Nicht alles, was du dort siehst, ist automatisch richtig, wichtig oder gut für dich.“
Er nahm sein Forscherbuch und schrieb eine neue Überschrift:
Dein digitaler Schulhof
Ein soziales Netzwerk ist wie ein großer digitaler Schulhof.
Dort kannst du Menschen treffen.
Du kannst etwas zeigen.
Du kannst etwas fragen.
Du kannst lachen.
Du kannst staunen.
Du kannst lernen.
Du kannst aber auch etwas sehen, das dich traurig, wütend oder unsicher macht.
Auf einem echten Schulhof weißt du: Nicht jedes Gerücht stimmt. Nicht jeder Witz ist freundlich. Nicht jede Gruppe tut gut. Und nicht jede Einladung musst du annehmen.
Im Internet ist es ähnlich.
Nur passiert dort vieles schneller.
Ein Satz ist schnell geschrieben.
Ein Bild ist schnell geteilt.
Ein Video ist schnell weitergeschickt.
Aber Professor Pieps sagt:
„Schnell ist nicht immer schlau.“
Deshalb darfst du dir Zeit nehmen. Du darfst nachdenken. Du darfst fragen. Du darfst Nein sagen. Und du darfst dir Hilfe holen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt.
Der kleine Pause-Knopf in deinem Kopf
Professor Pieps holte aus seiner Tasche einen winzigen goldenen Knopf.
„Das“, piepste er, „ist mein innerer Pause-Knopf.“
Das Mäusekind blinzelte.
„Ein Knopf im Kopf?“
„Natürlich nicht wirklich“, sagte Professor Pieps. „Aber stell dir vor, du hättest einen. Immer wenn du im Internet etwas siehst, das dich aufregt, traurig macht oder sofort zum Reagieren bringt, drückst du innerlich auf Pause.“
Er machte es vor.
Piep.
Pause.
Atmen.
Nachdenken.
Dann erklärte er:
Wenn du wütend bist, schreibst du manchmal Dinge, die du später bereust.
Wenn du erschrocken bist, glaubst du vielleicht etwas zu schnell.
Wenn du begeistert bist, teilst du vielleicht etwas, ohne zu prüfen, ob es stimmt.
Darum ist dein Pause-Knopf so wichtig.
Bevor du etwas kommentierst, teilst oder beantwortest, kannst du dich fragen:
Ist das freundlich?
Ist das wahr?
Ist das nötig?
Kann das jemanden verletzen?
Würde ich das auch sagen, wenn die Person direkt vor mir steht?
Professor Pieps nickte ernst.
„Ein kluger Klick beginnt mit einem klugen Gedanken.“
Warum Likes nicht über deinen Wert bestimmen
Plötzlich machte das Tablet ein kleines Geräusch.
Pling!
Ein neues Herzchen erschien unter einem Bild.
Das Mäusekind strahlte.
„Jemand mag mein Bild!“
Professor Pieps lächelte.
„Das fühlt sich schön an, nicht wahr?“
Das Mäusekind nickte.
Dann wartete es.
Noch ein Pling?
Nichts.
Es wartete weiter.
Immer noch nichts.
Die Ohren des Mäusekindes sanken ein wenig.
„Vielleicht ist mein Bild doch nicht gut.“
Professor Pieps setzte sich neben das Kind.
„Oh doch“, sagte er sanft. „Dein Bild kann wunderbar sein, auch wenn nicht viele Menschen darauf klicken.“
Dann erklärte er dir etwas sehr Wichtiges:
Likes, Herzchen und Kommentare können sich schön anfühlen. Sie sind wie kleine digitale Winks. Aber sie sagen nicht, wie wertvoll du bist.
Du bist nicht mehr wert, wenn viele Menschen auf „Gefällt mir“ klicken.
Du bist nicht weniger wert, wenn niemand reagiert.
Manchmal sehen Menschen deinen Beitrag gar nicht.
Manchmal sind sie beschäftigt.
Manchmal entscheidet ein Computerprogramm, wem etwas angezeigt wird.
Manchmal klicken Menschen schnell weiter, obwohl ihnen etwas eigentlich gefällt.
Professor Pieps malte ein großes Herz in sein Buch.
Daneben schrieb er:
Dein Wert passt nicht in eine Zahl.
Dann sagte er:
„Du bist wichtig, auch ohne Likes. Du bist interessant, auch ohne viele Follower. Du bist du. Und das ist viel größer als ein kleiner Knopf auf einem Bildschirm.“
Was ein Algorithmus ist
Das Mäusekind zeigte auf das Tablet.
„Aber warum sehe ich immer mehr Käsekuchen-Videos, wenn ich einmal eins anschaue?“
Professor Pieps grinste.
„Ah! Jetzt kommen wir zu einem besonders krümeligen Geheimnis: dem Algorithmus.“
Er zog eine Tafel hervor und malte viele Pfeile darauf.
„Ein Algorithmus ist wie eine Anleitung für einen Computer. Er hilft dem sozialen Netzwerk zu entscheiden, was dir als Nächstes gezeigt wird.“
Wenn du ein Video über Katzen lange anschaust, denkt das System vielleicht:
Aha, du magst Katzen.
Dann zeigt es dir mehr Katzen.
Wenn du oft Fußballbilder anschaust, bekommst du vielleicht mehr Fußball.
Wenn du oft Bastelideen anklickst, erscheinen mehr Bastelideen.
Das kann praktisch sein.
Du findest schneller Dinge, die dich interessieren.
Aber es kann auch dazu führen, dass du immer wieder ähnliche Sachen siehst.
Dann denkst du vielleicht:
Alle mögen das.
Alle denken so.
Alle sehen so aus.
Alle haben so ein Leben.
Aber das stimmt nicht immer.
Professor Pieps nennt das die „Käseglocke“.
Wenn du unter einer Käseglocke sitzt, siehst du nur, was darunter ist. Aber draußen gibt es noch viel mehr.
Darum ist es gut, neugierig zu bleiben.
Schau nicht nur eine Art von Inhalt an.
Frag nach.
Lies unterschiedliche Dinge.
Sprich mit echten Menschen.
Und vergiss nicht: Die Welt ist größer als dein Bildschirm.
Bilder zeigen nicht immer die ganze Wahrheit
Professor Pieps öffnete ein altes Fotoalbum.
Darin waren Bilder von seinen Reisen.
Auf einem Bild stand er stolz vor einem riesigen Käserad.
„Wow!“, rief das Mäusekind. „Das sieht aus, als wärst du der König des Käses!“
Professor Pieps räusperte sich.
„Nun ja. Gleich danach bin ich hineingefallen.“
Er blätterte um.
Auf dem nächsten Bild sah man nur noch seine kleinen Füße aus dem Käse ragen.
Das Mäusekind kicherte.
Professor Pieps sagte:
„Siehst du? Ein einziges Bild erzählt selten die ganze Geschichte.“
In sozialen Netzwerken zeigen Menschen oft schöne Momente.
Ein tolles Essen.
Ein neues Spielzeug.
Eine Reise.
Ein schönes Zimmer.
Ein lustiger Ausflug.
Ein perfektes Lächeln.
Aber du siehst vielleicht nicht, was vorher oder nachher passiert ist.
Vielleicht war das Zimmer kurz danach wieder unordentlich.
Vielleicht war die Reise auch anstrengend.
Vielleicht hatte die Person an diesem Tag trotzdem Sorgen.
Vielleicht wurde das Bild bearbeitet.
Vielleicht wurden viele Fotos gemacht, bis eines besonders gut aussah.
Darum musst du dich nicht schlecht fühlen, wenn dein Leben nicht so perfekt aussieht wie manche Bilder im Internet.
Dein echtes Leben hat Pausen, Fehler, müde Tage, schiefe Zeichnungen, verschütteten Kakao und manchmal auch schlechte Laune.
Das ist normal.
Das ist menschlich.
Und bei Mäusen ist es genauso.
Professor Pieps sagt:
„Vergleiche niemals dein ganzes Leben mit dem schönsten Ausschnitt von jemand anderem.“
Deine Daten sind wie dein Haustürschlüssel
Dann wurde Professor Pieps sehr ernst.
Er holte einen winzigen Schlüssel hervor.
„Das ist mein Haustürschlüssel“, sagte er. „Den gebe ich nicht einfach jedem.“
Das Mäusekind schüttelte den Kopf.
„Natürlich nicht! Sonst könnte ja jeder in deine Mäusebibliothek.“
„Ganz genau“, piepste Professor Pieps. „Und mit deinen Daten ist es ähnlich.“
Deine Daten sind Informationen über dich.
Zum Beispiel:
Dein Name.
Dein Alter.
Deine Schule.
Dein Wohnort.
Deine Telefonnummer.
Deine Fotos.
Deine Lieblingsplätze.
Deine Passwörter.
Die Namen deiner Freunde.
Wann du im Urlaub bist.
Was du jeden Tag machst.
Nicht alles davon gehört ins Internet.
Manche Informationen sind privat. Privat bedeutet: Sie gehen nicht jeden etwas an.
Bevor du etwas teilst, kannst du dir vorstellen:
Würde ich dieses Bild auf ein großes Schild drucken und mitten auf den Schulhof stellen?
Würde ich einem fremden Menschen auf der Straße sagen, wo ich wohne?
Würde ich mein Passwort auf einen Zettel schreiben und an eine Tür kleben?
Wenn die Antwort Nein ist, solltest du es auch nicht online teilen.
Professor Pieps schrieb in großen Buchstaben:
Privat bleibt privat.
Dann fügte er hinzu:
„Und Passwörter sind keine Bonbons. Man verteilt sie nicht.“
Wenn jemand gemein ist
Plötzlich sah das Mäusekind auf dem Bildschirm einen Kommentar.
„Das ist hässlich.“
Das Mäusekind wurde ganz still.
Professor Pieps stellte sich auf die Hinterpfoten.
Seine Brille funkelte.
„Das ist nicht in Ordnung.“
Dann drehte er sich zu dir:
Wenn jemand im Internet gemein zu dir ist, liegt das nicht daran, dass du falsch bist.
Gemeine Kommentare sagen oft mehr über die Person aus, die sie schreibt, als über dich.
Du musst nicht zurückschimpfen.
Du musst dich nicht allein verteidigen.
Du musst nicht so tun, als wäre es egal, wenn es dir weh tut.
Du darfst Hilfe holen.
Du darfst mit deinen Eltern sprechen.
Du darfst mit einer Lehrkraft sprechen.
Du darfst einer vertrauten erwachsenen Person Bescheid sagen.
Du kannst Nachrichten speichern, damit man sehen kann, was passiert ist.
Du kannst jemanden blockieren.
Du kannst Inhalte melden.
Du kannst eine Pause machen.
Professor Pieps legte eine Pfote auf sein Herz.
„Mut bedeutet nicht, alles allein auszuhalten. Mut bedeutet manchmal, rechtzeitig Hilfe zu holen.“
Freundlich sein ist eine Superkraft
Nach einer Weile schrieb das Mäusekind selbst einen Kommentar unter ein Bild.
Es tippte:
„Das sieht schön aus. Ich mag die Farben.“
Professor Pieps lächelte.
„Siehst du? Das ist digitale Freundlichkeit.“
Ein freundlicher Kommentar kann jemandem den Tag schöner machen.
Ein ehrliches Lob kann Mut geben.
Eine liebe Nachricht kann zeigen: Du bist nicht allein.
Du kannst soziale Netzwerke nutzen, um Gutes zu verbreiten.
Du kannst jemandem gratulieren.
Du kannst Danke sagen.
Du kannst eine tolle Idee teilen.
Du kannst auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen.
Du kannst zeigen, was du gelernt hast.
Du kannst anderen helfen.
Du kannst Mut machen.
Du kannst Frieden stiften, statt Streit größer zu machen.
Professor Pieps hob seinen Bleistift wie einen Zauberstab.
„Freundlichkeit ist vielleicht nicht laut. Aber sie ist stark.“
Du darfst offline sein
Die Zeit-Käse-Maschine machte plötzlich ein müdes Geräusch.
Pfffft.
Professor Pieps schaute sie an.
„Sogar Maschinen brauchen Pausen.“
Er klappte das Tablet zu.
Das Mäusekind sah überrascht aus.
„Aber ich wollte noch ein Video schauen.“
„Das verstehe ich“, sagte Professor Pieps. „Videos können lustig sein. Aber dein Kopf braucht auch Zeit ohne Bildschirm.“
Dann öffnete er das Fenster.
Draußen roch es nach Gras, Regen und frischem Brot.
„Hörst du das?“, fragte er.
Das Mäusekind lauschte.
Ein Vogel sang.
Ein Fahrrad klingelte.
Irgendwo lachte jemand.
Professor Pieps sagte:
„Das echte Leben macht keine Benachrichtigung. Es piept nicht immer. Aber es ist trotzdem da.“
Du darfst das Handy weglegen.
Du darfst Nachrichten später beantworten.
Du darfst nicht sofort reagieren.
Du darfst einen Nachmittag ohne Bildschirm verbringen.
Du darfst draußen spielen.
Du darfst lesen.
Du darfst malen.
Du darfst träumen.
Du darfst dich langweilen.
Ja, sogar Langeweile ist wichtig.
Denn manchmal entstehen die besten Ideen, wenn nicht ständig etwas blinkt.
Vielleicht denkst du dir dann eine Geschichte aus.
Vielleicht baust du etwas.
Vielleicht malst du ein Bild.
Vielleicht redest du mit jemandem.
Vielleicht merkst du, was du wirklich brauchst.
Professor Pieps schreibt dazu:
Wer immer nur wischt, hört manchmal seine eigenen Gedanken nicht mehr.
So erkennst du gute Inhalte
Am nächsten Tag baute Professor Pieps ein kleines Forschungslabor auf.
Auf dem Tisch lagen drei Lupen.
Auf der ersten Lupe stand: Wahrheit.
Auf der zweiten stand: Freundlichkeit.
Auf der dritten stand: Nutzen.
„Wenn du etwas im Internet siehst“, sagte er, „kannst du diese drei Lupen benutzen.“
Die Wahrheits-Lupe fragt:
Stimmt das wirklich?
Wer hat es gesagt?
Gibt es Beweise?
Sagen es auch andere sichere Quellen?
Oder klingt es nur aufregend?
Die Freundlichkeits-Lupe fragt:
Macht dieser Inhalt andere schlecht?
Wird jemand ausgelacht?
Wird Angst gemacht?
Wird jemand ausgeschlossen?
Oder hilft dieser Inhalt Menschen?
Die Nutzen-Lupe fragt:
Tut mir das gerade gut?
Lerne ich etwas?
Lache ich wirklich darüber?
Bekomme ich eine gute Idee?
Oder fühle ich mich danach nur schlechter?
Professor Pieps sagte:
„Nicht jeder Inhalt verdient deine Zeit.“
Das ist ein wichtiger Satz.
Denn deine Zeit ist wertvoll.
Du musst nicht alles anschauen.
Du musst nicht alles kommentieren.
Du musst nicht überall mitmachen.
Du darfst auswählen.
Was du posten kannst
Vielleicht möchtest du selbst etwas teilen.
Ein Bild.
Eine Geschichte.
Ein Bastelprojekt.
Ein Haustierfoto.
Einen Gedanken.
Ein kleines Video.
Dann kannst du dich vorher fragen:
Zeigt das zu viel von mir?
Ist noch jemand anderes auf dem Bild?
Habe ich diese Person gefragt?
Könnte jemand dadurch traurig oder wütend werden?
Würde ich mich morgen noch gut damit fühlen?
Würde ich wollen, dass meine Familie, meine Klasse oder eine fremde Person das sieht?
Professor Pieps sagt:
„Ein Beitrag ist wie ein kleiner Papierflieger. Wenn du ihn loslässt, weißt du nicht immer, wo er landet.“
Darum ist es klug, vorher gut zu überlegen.
Manches ist schön für ein Fotoalbum zu Hause.
Manches ist gut für eine Nachricht an Freunde.
Manches kann öffentlich geteilt werden.
Und manches bleibt besser privat.
Gruppen, Chats und Klassen
Soziale Netzwerke sind nicht nur große Plattformen.
Auch Gruppenchats gehören zu deiner digitalen Welt.
Vielleicht gibt es einen Klassenchat.
Einen Sportgruppenchat.
Einen Familienchat.
Einen Chat mit Freundinnen und Freunden.
Auch dort gelten Regeln.
Schreibe nichts, was andere bloßstellt.
Schicke keine peinlichen Bilder weiter.
Lache nicht mit, wenn jemand ausgeschlossen wird.
Schreibe nicht nachts ständig Nachrichten, wenn andere schlafen möchten.
Überlege, ob wirklich alle deine Nachricht brauchen.
Und wenn ein Streit entsteht, ist es manchmal besser, persönlich zu sprechen.
Professor Pieps sagt:
„Ein kleiner Streit kann im Chat schnell wie ein riesiger Käseberg wirken.“
Warum?
Weil man im Chat keine Stimme hört.
Man sieht kein Gesicht.
Man merkt nicht immer, ob etwas als Witz gemeint war.
Darum entstehen Missverständnisse.
Wenn du unsicher bist, kannst du schreiben:
„Wie meinst du das?“
Oder:
„Das hat mich verletzt.“
Oder:
„Lass uns morgen in Ruhe darüber sprechen.“
Das ist oft besser als zehn wütende Nachrichten hintereinander.
Mutig Nein sagen
Manchmal möchte jemand, dass du etwas tust, was sich nicht gut anfühlt.
Zum Beispiel:
„Schick mir ein Bild.“
„Sag mir dein Passwort.“
„Mach bei dieser Challenge mit.“
„Leite das weiter, sonst passiert etwas Schlimmes.“
„Antworte sofort.“
„Erzähl niemandem davon.“
Professor Pieps stellt sich dann mit verschränkten Pfoten vor dich und sagt:
„Stopp! Dein Bauchgefühl darf mitreden.“
Wenn sich etwas komisch anfühlt, ist das wichtig.
Du darfst Nein sagen.
Du darfst eine Nachricht nicht beantworten.
Du darfst einen Chat verlassen.
Du darfst blockieren.
Du darfst Hilfe holen.
Du musst niemandem beweisen, dass du mutig bist, indem du etwas Gefährliches machst.
Echter Mut kann heißen:
Ich mache da nicht mit.
Ich frage einen Erwachsenen.
Ich schütze mich.
Ich schütze andere.
Technik soll dir dienen, nicht dich steuern
Professor Pieps baute aus Streichhölzern, Käsepapier und einem Knopf eine kleine Maschine.
„Das ist mein Aufmerksamkeits-Sauger“, erklärte er.
Die Maschine machte:
Ssssssssst.
„Sie saugt Aufmerksamkeit ein.“
Das Mäusekind lachte.
„So fühlt sich mein Tablet manchmal an.“
Professor Pieps nickte.
Viele Apps möchten, dass du lange bleibst.
Sie zeigen dir immer wieder Neues.
Ein neues Video.
Eine neue Nachricht.
Ein neues Bild.
Ein neues Spiel.
Ein neuer Kommentar.
Das kann Spaß machen.
Aber du darfst bestimmen, wann Schluss ist.
Du kannst eine feste Bildschirmzeit vereinbaren.
Du kannst Benachrichtigungen ausschalten.
Du kannst das Gerät beim Essen weglegen.
Du kannst vor dem Schlafen eine Pause machen.
Du kannst zuerst Hausaufgaben, Spielen, Bewegung oder Lesen erledigen.
Du kannst mit deiner Familie Regeln finden, die zu euch passen.
Professor Pieps schreibt:
Du bist der Chef deiner Zeit. Nicht der Bildschirm.
Dein guter digitaler Fußabdruck
Professor Pieps lief über ein Blatt Papier.
Seine kleinen Pfoten hinterließen winzige Käseabdrücke.
„Siehst du?“, sagte er. „Wenn ich irgendwo entlanglaufe, bleibt manchmal eine Spur.“
Im Internet ist es ähnlich.
Was du schreibst, teilst oder hochlädst, kann Spuren hinterlassen.
Das nennt man einen digitalen Fußabdruck.
Manche Spuren sind schön.
Zum Beispiel ein freundlicher Kommentar.
Ein kreatives Bild.
Eine hilfreiche Idee.
Ein Lernprojekt.
Ein Dankeschön.
Andere Spuren können später unangenehm sein.
Zum Beispiel gemeine Sätze.
Peinliche Bilder.
Falsche Informationen.
Streit.
Dinge, die du im Ärger geschrieben hast.
Darum ist es klug, deinen digitalen Fußabdruck freundlich und vorsichtig zu gestalten.
Stell dir vor, dein zukünftiges Ich schaut später darauf zurück.
Würde es sagen:
„Gut gemacht“?
Oder:
„Oh nein, warum habe ich das gepostet?“
Professor Pieps empfiehlt:
Schreibe so, dass dein zukünftiges Ich stolz auf dich sein kann.
Kreativ statt nur konsumieren
„Konsumieren“ bedeutet: Du schaust, liest oder hörst etwas, das andere gemacht haben.
Das ist nicht schlecht.
Du darfst Videos schauen.
Du darfst Bilder ansehen.
Du darfst Beiträge lesen.
Aber Professor Pieps findet:
„Noch spannender wird es, wenn du selbst kreativ wirst.“
Du kannst soziale Netzwerke und digitale Werkzeuge nutzen, um eigene Ideen zu entwickeln.
Du kannst eine kleine Geschichte schreiben.
Du kannst ein Erklärvideo drehen.
Du kannst ein Bild malen.
Du kannst ein Experiment zeigen.
Du kannst ein Tier vorstellen.
Du kannst ein Rezept erklären.
Du kannst ein Buch empfehlen.
Du kannst eine Bastelanleitung machen.
Du kannst anderen zeigen, wie man etwas Gutes tut.
Dann bist du nicht nur Zuschauerin oder Zuschauer.
Dann wirst du Gestalterin oder Gestalter.
Professor Pieps liebt das.
Denn Erfinderinnen und Erfinder schauen nicht nur zu.
Sie probieren aus.
Sie fragen.
Sie bauen.
Sie verbessern.
Sie denken weiter.
Vielleicht nutzt du Technik eines Tages, um Menschen zu helfen.
Vielleicht erfindest du eine App, die Kinder sicherer macht.
Vielleicht entwickelst du ein Spiel, bei dem man zusammenarbeitet statt streitet.
Vielleicht machst du Videos, die anderen Mut geben.
Vielleicht erklärst du schwierige Dinge so gut, dass viele Menschen sie verstehen.
Professor Pieps sagt:
„Die beste digitale Idee ist nicht die, die am lautesten ist. Die beste Idee ist die, die etwas heller macht.“
Wenn du dich nach dem Scrollen schlecht fühlst
Manchmal merkst du vielleicht:
Nach dem Anschauen vieler Beiträge bist du nicht fröhlicher.
Du bist müde.
Du bist unruhig.
Du vergleichst dich.
Du fühlst dich ausgeschlossen.
Du denkst, alle anderen hätten mehr Spaß.
Dann ist das ein wichtiges Zeichen.
Dein Inneres klopft an und sagt:
Ich brauche eine Pause.
Professor Pieps nennt das den Seelen-Akku.
Wie ein Handy-Akku leer werden kann, kann auch dein Seelen-Akku müde werden.
Dann helfen Dinge, die dich wieder aufladen.
Ein Gespräch.
Ein Spaziergang.
Ein Glas Wasser.
Musik.
Malen.
Lesen.
Kuscheln.
Sport.
Schlafen.
Lachen.
Zeit mit Menschen, die dir guttun.
Du musst nicht warten, bis du völlig erschöpft bist.
Du darfst früher stoppen.
Du darfst sagen:
„Das tut mir gerade nicht gut.“
Und dann legst du das Gerät weg.
Das ist kein Verlieren.
Das ist Selbstschutz.
Professor Pieps’ Familien-Idee
Am Abend setzte sich Professor Pieps mit dem Mäusekind an den Küchentisch.
Dort lag ein großes Blatt Papier.
Oben schrieb er:
Unsere digitalen Regeln
Dann überlegten sie gemeinsam.
Wann benutzen wir Geräte?
Wann bleiben sie weg?
Welche Apps sind okay?
Wen fragen wir, bevor wir etwas herunterladen?
Was machen wir, wenn etwas Angst macht?
Was machen wir, wenn jemand gemein ist?
Welche Daten bleiben privat?
Wo laden wir das Handy nachts auf?
Wann ist Familienzeit ohne Bildschirm?
Professor Pieps sagte:
„Regeln sind nicht da, um Spaß zu verderben. Gute Regeln helfen, dass alle sicherer und entspannter sind.“
Du kannst solche Regeln auch mit deiner Familie besprechen.
Nicht als Streit.
Nicht als Verbotsschlacht.
Sondern als gemeinsamer Plan.
Denn Erwachsene lernen auch noch. Auch sie hängen manchmal zu lange am Bildschirm. Auch sie müssen Pausen üben. Auch sie müssen prüfen, ob Nachrichten stimmen.
Professor Pieps findet:
„Digitale Klugheit ist keine Kinderaufgabe. Sie ist eine Familienaufgabe.“
Dein persönlicher Pieps-Kompass
Zum Schluss schenkte Professor Pieps dem Mäusekind einen kleinen Kompass.
Er zeigte nicht nach Norden.
Er zeigte auf fünf Wörter:
Freundlich.
Sicher.
Wahr.
Nützlich.
Pausiert.
„Das ist dein Pieps-Kompass“, sagte Professor Pieps.
Wenn du nicht weißt, ob du etwas schreiben, teilen oder anschauen sollst, kannst du diese fünf Wörter benutzen.
Freundlich: Ist es nett oder verletzend?
Sicher: Schütze ich meine Daten und mich selbst?
Wahr: Habe ich geprüft, ob es stimmt?
Nützlich: Tut es mir oder anderen gut?
Pausiert: Habe ich kurz nachgedacht, bevor ich klicke?
Das Mäusekind hielt den Kompass fest.
„Und wenn ich trotzdem einen Fehler mache?“
Professor Pieps lächelte.
„Dann lernst du daraus. Fehler gehören zum Lernen. Wichtig ist, dass du Verantwortung übernimmst.“
Du kannst dich entschuldigen.
Du kannst etwas löschen, wenn es möglich ist.
Du kannst Hilfe holen.
Du kannst es beim nächsten Mal besser machen.
Niemand wird perfekt geboren.
Auch nicht im Internet.
Aber du kannst jeden Tag ein bisschen klüger, freundlicher und vorsichtiger werden.
Professor Pieps klappte sein Forscherbuch zu.
„Soziale Netzwerke verbinden Menschen“, sagte er. „Aber du entscheidest mit, ob diese Verbindung warm, ehrlich und hilfreich ist.“
Dann nahm er einen Käsekrümel, setzte sich in seinen Sessel und lächelte.
Denn er wusste:
Wenn Kinder lernen, digitale Werkzeuge klug zu benutzen, kann aus dem großen lauten Internet ein besserer Ort werden.
Nicht perfekt.
Aber freundlicher.
Nicht immer einfach.
Aber sicherer.
Nicht nur voller Bilder und Videos.
Sondern voller Ideen, Mut und echter Verbindung.
Und vielleicht, dachte Professor Pieps, beginnt eine bessere digitale Welt mit einem einzigen Kind, das vor dem nächsten Klick kurz innehält und denkt:
Ich nutze Technik nicht einfach irgendwie.
Ich nutze sie mit Herz und Verstand.
Checkliste: So nutzt du soziale Netzwerke klug
Bevor du etwas postest, kommentierst oder teilst, frage dich:
☐ Ist das freundlich?
☐ Würde ich das auch sagen, wenn die Person direkt vor mir steht?
☐ Weiß ich sicher, dass die Information stimmt?
☐ Habe ich geprüft, wer die Nachricht geschrieben hat?
☐ Könnte dieses Bild jemanden verletzen oder bloßstellen?
☐ Habe ich gefragt, bevor ich ein Bild von jemand anderem teile?
☐ Verrate ich keine privaten Daten wie Adresse, Schule, Telefonnummer oder Passwort?
☐ Fühlt sich dieser Chat oder Beitrag gut an?
☐ Habe ich eine Pause gemacht, wenn mich etwas aufregt?
☐ Weiß ein Erwachsener Bescheid, wenn etwas komisch, traurig oder gefährlich wirkt?
☐ Vergleiche ich mich nicht mit perfekten Bildern anderer Menschen?
☐ Denke ich daran, dass Likes nicht meinen Wert bestimmen?
☐ Habe ich genug Zeit ohne Bildschirm?
☐ Nutze ich soziale Netzwerke auch, um etwas Gutes zu tun?
☐ Kann mein zukünftiges Ich stolz auf das sein, was ich gerade poste?
Praktische Tipps und Tricks von Professor Pieps
1. Nutze die Drei-Sekunden-Pause
Bevor du etwas abschickst, zähle innerlich bis drei.
Eins.
Zwei.
Drei.
Dann lies noch einmal, was du geschrieben hast.
Oft merkst du dabei, ob dein Satz freundlich, klar und richtig ist.
2. Mach den Schulhof-Test
Frag dich:
Würde ich das auch laut auf dem Schulhof sagen?
Wenn nicht, schicke es lieber nicht ab.
3. Teile keine Geheimdaten
Deine Adresse, Schule, Telefonnummer, Passwörter und genaue Aufenthaltsorte bleiben privat.
Professor Pieps sagt:
„Geheimdaten gehören nicht ins Internet, sondern in die Käse-Schatztruhe.“
4. Frage vor dem Teilen von Bildern
Wenn andere Personen auf einem Bild zu sehen sind, frage vorher.
Nicht jeder möchte im Internet gezeigt werden.
Das ist respektvoll.
5. Glaube nicht alles sofort
Wenn etwas sehr aufregend, sehr gruselig oder unglaublich klingt, prüfe es erst.
Frag einen Erwachsenen.
Suche nach sicheren Quellen.
Überlege, wer davon profitieren könnte, dass du es glaubst.
6. Schalte Benachrichtigungen aus
Viele Plings und Pings machen unruhig.
Du kannst Benachrichtigungen ausschalten oder begrenzen.
Dann entscheidest du selbst, wann du nachsiehst.
7. Lege bildschirmfreie Zeiten fest
Zum Beispiel:
Beim Essen kein Handy.
Vor dem Schlafen eine Pause.
Bei Hausaufgaben keine sozialen Netzwerke.
Beim Spielen mit Freunden bleibt das Gerät weg.
So bekommt dein Kopf mehr Ruhe.
8. Speichere Beweise, wenn jemand gemein ist
Wenn dich jemand beleidigt oder bedroht, lösche nicht sofort alles.
Mach mit Hilfe eines Erwachsenen einen Screenshot oder speichere die Nachricht.
Dann kann besser geholfen werden.
9. Blockieren ist erlaubt
Wenn jemand dir Angst macht, dich nervt oder gemein ist, darfst du blockieren.
Das ist nicht unhöflich.
Das ist Schutz.
10. Melden ist kein Petzen
Wenn jemand andere verletzt, gefährliche Dinge teilt oder dich belästigt, darfst du es melden.
Petzen will jemanden grundlos schlechtmachen.
Melden hilft, wenn etwas nicht in Ordnung ist.
11. Folge Menschen und Seiten, die dir guttun
Achte darauf, wie du dich nach dem Anschauen fühlst.
Fühlst du dich neugierig, fröhlich oder inspiriert?
Oder fühlst du dich klein, schlecht und unruhig?
Du darfst entfolgen, was dir nicht guttut.
12. Mache aus Konsum Kreativität
Schau nicht nur, was andere machen.
Gestalte selbst etwas.
Male.
Schreibe.
Erkläre.
Baue.
Erfinde.
Teile gute Ideen, wenn es sicher und passend ist.
13. Sprich über deine Online-Welt
Erzähle vertrauten Erwachsenen, was du online siehst.
Nicht nur dann, wenn etwas Schlimmes passiert.
Auch spannende, lustige oder verwirrende Dinge kann man gemeinsam besprechen.
14. Vergiss deinen Körper nicht
Nach langer Bildschirmzeit brauchen deine Augen, dein Rücken und dein Kopf eine Pause.
Steh auf.
Streck dich.
Trink Wasser.
Geh kurz nach draußen.
Atme tief durch.
15. Nutze die Professor-Pieps-Regel
Denke nach.
Sei freundlich.
Prüfe die Wahrheit.
Schütze deine Daten.
Mach Pausen.
Hole Hilfe, wenn du sie brauchst.
Nutze Technik, um Gutes zu tun.
Denn ein kluger Klick kann die digitale Welt ein kleines bisschen besser machen.
