Dem Augenblick Dauer verleihen Johann Wolfgang von Goethe

Dem Augenblick Dauer verleihen Johann Wolfgang von Goethe

Ein gemütlicher Spaziergang durch die Stadt… Samstag Abend, an einem Lokal vorbei. Auf einmal… „Hey Maxl, du auch da?“ Ähm, ja, klar, ich spaziere grad eine Runde…

Elfi und Gerhard von Inspired Tattoo in Hartberg sprachen mich an.

Genial!!! Sofort dicker knuddler und auf ein Getränkt ein bisschen quatschen…

Nach einer Weile sah Elfi zu mir rüber und sagte „Duuuuu….. Gerhard hat was entworften… Für dich… Das passt du dir….“

Total überrascht sah ich die Beiden an und meinte einfach nur „Klar, machen wir, schick mir einen Termin, ich bin da!“ „Aber, du hast es ja noch gar nicht gesehen…“

So genial. Beide wussten nicht was jetzt los war. Echt jetzt? Wirklich? Einfach so?

Klar! Ich war dabei! Lasst uns einen Termin machen, ich komme vorbei, und im schlimmsten Fall kann ich immer noch nein sagen…

Gesagt – getan! Terminvorschlag kam und ich war da. Größe des Tattoo’s usw. waren vollkommen uninteressant. Vollkommenes Vertrauen in Gerhard und seine Fähigkeiten. Tage zuvor freute ich mich schon darauf. Ich wollte es vorab auch nicht sehen.

In Hartberg angekommen, sah ich zum ersten Mal den Entwurf. Kurz Google und den Spruch abchecken und die Antwort war ganz einfach „JA!“ „Rauf damit!“ Größe und Platz soll Gerhard entscheiden. Es war sein Meisterwerk!

Niemals wollte ich eine Kamera oder Ähnliches als Visitenkarte oder sonstigem Grafikelement in meinem Leben, schon gar nicht als Tattoo! Bis jetzt…

Das Motiv in Kombination mit dem Spruch, den Pfeilen, der Farbe, dem Stil, war eine ganz andere Geschichte.

Kaum eine Sekunde gesehen und schon war alles klar!

Damals hatte ich sogar als Spruch auf meiner Visitenkarte „Das Schöne an der Fotografie ist, Momente einzufangen, an die man sich später erinnern möchte.“ Jetzt war alles noch konkreter zusammengefasst und es passte auch zu meinem Leben.

Dem Augenblick Dauer verleihen

Augenblicke vergehen so unglaublich schnell. Jetzt, im Moment, ist die Welt noch in Ordnung und einen Augenblick später… Oft nur wegen einer Kleinigkeit… Ein Missverständnis… Eine Fehlentscheidung… Eine Situation…

Warum heute? Warum jetzt?
Weil heute, gestern, vorgestern und davor auch schon etwas passiert ist. Mal bei dir und mal bei mir, hin und wieder sogar zeitgleich.

Lebe im Jetzt. Später ist zu spät! Was dich dein ganzes Leben begleiten wird? Dinge die du nicht gemacht hast! Dein jetziger Augenblick ist ein Teil deiner Vergangenheit…

Danke an Gerhard und Elfi Moser von Inspired Tattoo Hartberg! Danke euch für sehr vieles und natürlich auch für das Tattoo.

Johann Wolfgang von Goethe: Gedichte – Kapitel 236

Das Göttliche
Edel sei der Mensch,
Hilfreich und gut!
Denn das allein
Unterscheidet ihn
Von allen Wesen,
Die wir kennen.

Heil den unbekannten
Höhern Wesen,
Die wir ahnen!
Ihnen gleiche der Mensch!
Sein Beispiel lehr uns
Jene glauben.

Denn unfühlend
Ist die Natur:
Es leuchtet die Sonne
Über Bös und Gute,
Und dem Verbrecher
Glänzen wie dem Besten
Der Mond und die Sterne.

Wind und Ströme,
Donner und Hagel
Rauschen ihren Weg
Und ergreifen
Vorüber eilend
Einen um den andern.

Auch so das Glück
Tappt unter die Menge,
Faßt bald des Knaben
Lockige Unschuld,
Bald auch den kahlen
Schuldigen Scheitel.

Nach ewigen, ehrnen,
Großen Gesetzen
Müssen wir alle
Unsreres Daseins
Kreise vollenden.

Nur allein der Mensch
Vermag das Unmögliche:
Er unterscheidet,
Wählet und richtet;
Er kann dem Augenblick
Dauer verleihen
.

Er allein darf
Den Guten lohnen,
Den Bösen strafen,
Heilen und retten,
Alles Irrende, Schweifende
Nützlich verbinden.

Und wir verehren
Die Unsterblichen,
Als wären sie Menschen,
Täten im großen,
Was der Beste im kleinen
Tut oder möchte.

Der edle Mensch
Sei hilfreich und gut!
Unermüdet schaff er
Das Nützliche, Rechte,
Sei uns ein Vorbild
Jener geahneten Wesen!
[Quelle Spiegel Online]

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