37 Fototipps und Bildideen für Referenz- und Werbefotos im Baumarkt und Baustoffbereich
- Werkzeug im Einsatz: Fotografiere Handwerker, die Werkzeuge benutzen. Zeige, wie effizient und einfach die Werkzeuge in der Praxis funktionieren.
- Produktdetails: Nahaufnahmen von Werkzeugen und Baustoffen. Zeige die Qualität und das Material im Detail.
- Vorher-Nachher-Bilder: Dokumentiere Renovierungs- oder Bauprojekte mit Vorher-Nachher-Bildern. Zeige den Effekt der verwendeten Produkte.
- Farbmuster und Texturen: Fotografiere verschiedene Farbmuster und Oberflächentexturen, um Kunden bei der Auswahl zu helfen.
- Kunden bei der Auswahl: Zeige Kunden, wie sie Produkte auswählen und vergleichen. Das schafft Vertrauen und Authentizität.
- Schritt-für-Schritt-Anleitungen: Erstelle Fotoreihen, die Schritt-für-Schritt-Anleitungen für DIY-Projekte zeigen.
- Ambiente-Bilder: Fotografiere Produkte in ihrer natürlichen Umgebung, z.B. Fliesen im Badezimmer oder Bodenbeläge im Wohnzimmer.
- Materialvergleich: Stelle verschiedene Materialien nebeneinander dar, z.B. Holzarten oder Fliesenmodelle, um Unterschiede sichtbar zu machen.
- Lagerbestand und Verfügbarkeit: Bilder von vollen Regalen und gut sortierten Lagern vermitteln den Eindruck einer hohen Produktverfügbarkeit.
- Werkzeuge in Aktion: Fotografiere die Werkzeuge während ihrer Benutzung, um ihre Funktion und Handhabung zu demonstrieren.
- Produktverpackungen: Bilder der Produktverpackungen helfen Kunden, die Produkte im Geschäft leichter zu erkennen.
- Sicherheitsausrüstung: Fotografiere Sicherheitsausrüstung wie Helme, Handschuhe und Schutzbrillen im Einsatz.
- Baustoffe in großen Mengen: Zeige Paletten mit Zement, Sand oder Ziegelsteinen, um die Lieferfähigkeit zu verdeutlichen.
- Technische Daten: Nahaufnahmen von technischen Daten und Produktbeschreibungen auf den Verpackungen.
- Kreative Nutzung von Materialien: Zeige kreative und ungewöhnliche Anwendungen der Produkte, um Inspiration zu bieten.
- Mitarbeiterporträts: Fotografiere die Mitarbeiter bei der Arbeit oder beim Kundenservice, um die menschliche Seite des Unternehmens zu betonen.
- Baustellenfotos: Dokumentiere echte Baustellen, auf denen die Produkte verwendet werden.
- Workshops und Events: Fotografiere Workshops, Schulungen oder Events im Baumarkt, um die aktive Kundenbindung zu zeigen.
- Saisonale Themen: Bilder, die saisonale Produkte und Anwendungen zeigen, z.B. Gartengestaltung im Frühjahr oder Dämmmaterialien im Winter.
- Einsatz von Maschinen: Zeige große Maschinen und Fahrzeuge in Aktion, um die Leistungsfähigkeit und Robustheit zu betonen.
- 3D-Visualisierungen: Nutze 3D-Modelle und Visualisierungen, um Projekte und Produkte auf innovative Weise darzustellen.
- Produktlinien: Fotografiere komplette Produktlinien zusammen, um das Angebotsspektrum zu präsentieren.
- Kundenfeedback: Integriere Zitate und Bewertungen von Kunden in deine Bilder, um Vertrauen zu schaffen.
- Online und Offline Integration: Zeige QR-Codes oder Weblinks auf Produktverpackungen, die zu weiteren Informationen führen.
- Einfache Handhabung: Bilder, die die einfache Handhabung und Installation der Produkte zeigen.
- Qualitätstests: Fotografiere Produkte, die Qualitätstests und Belastungsprüfungen unterzogen werden.
- Vor-Ort-Beratungen: Zeige Berater, die Kunden direkt im Baumarkt oder auf der Baustelle beraten.
- Große Projekte: Dokumentiere große Bauprojekte, bei denen die Produkte in großem Umfang verwendet werden.
- Produktinnovationen: Fokus auf neue und innovative Produkte, die gerade auf den Markt gekommen sind.
- Nachhaltigkeit: Zeige umweltfreundliche und nachhaltige Produkte und deren Einsatz.
- Transport und Lieferung: Bilder von der Logistik, z.B. Beladung von Lieferfahrzeugen oder Anlieferung von Baustoffen.
- Bauanleitungen: Fotografiere Schritt-für-Schritt-Bauanleitungen, die einfach nachzuvollziehen sind.
- Multifunktionale Produkte: Zeige, wie Produkte auf verschiedene Weise verwendet werden können.
- Beliebte Produkte: Hervorheben von Bestsellern und besonders beliebten Produkten.
- DIY-Ideen: Fotografiere kreative Do-It-Yourself-Ideen und Projekte, die Kunden selbst umsetzen können.
- Experteninterviews: Fotos von Interviews mit Bau- und Renovierungsexperten, die Tipps und Ratschläge geben.
- Kundenerfahrungen: Fotografiere Kunden, die ihre Erfahrungen und fertigen Projekte präsentieren, um reale Anwendungsbeispiele zu zeigen.
Diese Tipps und Bildideen helfen dabei, ansprechende und informative Fotos für Referenz- und Werbezwecke im Baumarkt- und Baustoffbereich zu erstellen. Sie tragen dazu bei, Produkte und deren Anwendungsmöglichkeiten visuell ansprechend zu präsentieren und Kunden zu inspirieren.
Von einzelnen Aufnahmen zur strategischen Bildwelt
Gute Referenz- und Werbefotos entstehen nicht allein dadurch, dass du ein hochwertiges Produkt vor die Kamera stellst. Wirklich überzeugend wird deine Fotografie, wenn die einzelnen Bilder Teil einer durchdachten Bildwelt sind. Eine solche Bildwelt sorgt dafür, dass Kunden bereits auf den ersten Blick erkennen, wofür ein Unternehmen steht, welche Qualität es bietet und welche Zielgruppen es ansprechen möchte.
Gerade in einem Baumarkt oder Baustoff-Fachhandel begegnen dir sehr unterschiedliche Themen. Du fotografierst möglicherweise an einem Tag schwere Baustoffe und Baumaschinen, am nächsten Tag moderne Gartenmöbel, dekorative Wohnaccessoires oder ein fertig eingerichtetes Badezimmer. Trotz dieser Vielfalt sollten die Bilder visuell zusammengehören.
Du erreichst diese Einheitlichkeit unter anderem durch:
- wiederkehrende Perspektiven,
- eine abgestimmte Farbwirkung,
- ähnliche Lichtstimmungen,
- eine konsequente Bildbearbeitung,
- klar definierte Hintergründe,
- einheitliche Abstände und Bildausschnitte,
- wiederkehrende menschliche und emotionale Elemente.
Bevor du mit einer größeren Fotoserie beginnst, solltest du daher festlegen, wie die Marke visuell wahrgenommen werden soll. Soll sie bodenständig, regional und verlässlich wirken? Oder möchtest du Modernität, Innovation und hochwertige Architektur in den Vordergrund stellen? Vielleicht sollen beide Seiten miteinander verbunden werden: traditionelle Beratungskompetenz und moderne Produktlösungen.
Je genauer du diese Fragen vorab beantwortest, desto leichter kannst du später entscheiden, welche Motive, Locations, Lichtstimmungen und Personen zu deinem Konzept passen.
Entwickle ein visuelles Grundkonzept
Ein visuelles Grundkonzept dient dir als Leitfaden für sämtliche Foto- und Videoproduktionen. Du musst dafür kein umfangreiches Markenhandbuch erstellen. Bereits eine kompakte Sammlung aus Beispielbildern, Farben, Perspektiven und Gestaltungsideen kann dir helfen, eine klare Linie zu verfolgen.
Erstelle beispielsweise ein Moodboard, auf dem du folgende Punkte festhältst:
Gewünschte Stimmung
Definiere, welches Gefühl die Bilder vermitteln sollen. Für einen Baustoff-Fachmarkt können beispielsweise folgende Begriffe passend sein:
- kompetent,
- robust,
- zuverlässig,
- freundlich,
- lösungsorientiert,
- inspirierend,
- regional verbunden,
- hochwertig,
- modern,
- praxisnah.
Versuche, dich auf drei bis fünf zentrale Begriffe zu konzentrieren. Diese Begriffe begleiten dich anschließend bei der Auswahl deiner Motive.
Bevorzugte Farbwelt
Die Umgebung eines Baumarkts ist häufig von kräftigen Produktfarben, Verpackungen, Warnhinweisen und unterschiedlichen Materialien geprägt. Dadurch können Bilder schnell unruhig wirken. Eine definierte Farbwelt hilft dir dabei, Ordnung zu schaffen.
Du kannst beispielsweise mit natürlichen Holz-, Stein- und Erdtönen arbeiten und gezielt einzelne Markenfarben als Akzent integrieren. Achte darauf, dass auffällige Verpackungen oder Werbeschilder nicht unbeabsichtigt vom Hauptmotiv ablenken.
Bildkomposition
Überlege dir, ob deine Bildsprache eher ruhig und symmetrisch oder dynamisch und lebendig sein soll. Symmetrische Aufnahmen eignen sich gut für Architektur, Regalsysteme, Produktreihen und Ausstellungsflächen. Dynamische Perspektiven passen dagegen zu Werkzeugen im Einsatz, Beratungssituationen, Lieferungen und Baustellenmotiven.
Ein ausgewogener Wechsel zwischen beiden Gestaltungsformen sorgt dafür, dass deine Bildserie abwechslungsreich bleibt, ohne beliebig zu wirken.
Plane deine Produktion nach Themenwelten
Wenn du viele unterschiedliche Produkte fotografieren möchtest, solltest du die Produktion nicht ausschließlich nach Abteilungen organisieren. Sinnvoller kann es sein, thematische Geschichten zu entwickeln.
Eine Themenwelt könnte beispielsweise „Der Weg zur neuen Terrasse“ heißen. In dieser Serie dokumentierst du nicht nur Terrassendielen. Du zeigst außerdem:
- die Beratung im Fachmarkt,
- die Auswahl verschiedener Materialien,
- passende Werkzeuge,
- Befestigungsmaterialien,
- die Beladung des Fahrzeugs,
- einzelne Arbeitsschritte,
- Detailaufnahmen der Oberfläche,
- das fertige Ergebnis,
- die Nutzung durch eine Familie oder Freunde.
Dadurch entsteht eine vollständige Geschichte, die sich für Webseiten, Social Media, Prospekte, Beratungsmaterialien und Videos verwenden lässt.
Weitere mögliche Themenwelten sind:
- Renovierung eines Badezimmers,
- Gestaltung eines modernen Wohnraums,
- Bau einer Gartenmauer,
- Vorbereitung auf die Heizsaison,
- energetische Sanierung eines Hauses,
- Einrichtung einer Heimwerkstatt,
- Bau eines Hochbeets,
- Gestaltung eines Balkons,
- Schutz und Pflege von Holzoberflächen,
- professionelles Arbeiten auf einer Baustelle.
Eine solche Themenplanung steigert den praktischen Wert deiner Aufnahmen erheblich. Statt vieler isolierter Produktbilder erhältst du zusammenhängendes Material, das sich über einen längeren Zeitraum einsetzen lässt.
Erzähle mit deinen Bildern eine nachvollziehbare Geschichte
Eine gute Fotostrecke besitzt einen klaren Anfang, eine Entwicklung und ein sichtbares Ergebnis. Bei einem Bau- oder Renovierungsprojekt kannst du diese Struktur besonders wirkungsvoll einsetzen.
Der Ausgangspunkt
Zeige zunächst die Herausforderung. Das kann ein unfertiger Raum, eine beschädigte Oberfläche, ein leerer Gartenbereich oder eine alte Terrasse sein. Der Ausgangszustand sollte realistisch wirken. Du musst ihn nicht künstlich verschlechtern, um einen stärkeren Kontrast zu erzeugen.
Die Beratung und Auswahl
Im nächsten Schritt dokumentierst du, wie eine passende Lösung gefunden wird. Zeige Beratungsgespräche, Materialmuster, Farbkarten, Produktvergleiche und konkrete Entscheidungen.
Diese Bilder sind besonders wertvoll, weil sie nicht nur Produkte zeigen, sondern die fachliche Kompetenz des Unternehmens sichtbar machen.
Die Umsetzung
Während der Umsetzung kannst du Werkzeuge, Materialien und Personen in Aktion fotografieren. Achte darauf, nicht nur Übersichtsaufnahmen zu erstellen. Ergänze sie durch Details:
- Hände bei der Arbeit,
- Bohrstaub,
- Holzspäne,
- zugeschnittene Materialien,
- Messwerkzeuge,
- Verbindungselemente,
- Oberflächen,
- Maschinenbedienung,
- Schutzkleidung.
Solche Details geben deiner Bildserie Authentizität und lassen den Betrachter die Arbeit beinahe körperlich nachempfinden.
Das Ergebnis
Das fertige Projekt bildet den emotionalen Höhepunkt. Räume die Umgebung sorgfältig auf, ohne sie künstlich oder unbewohnt erscheinen zu lassen. Einige bewusst platzierte Gegenstände können die Nutzung verdeutlichen.
Bei einer Terrasse können dies beispielsweise Pflanzen, Sitzkissen, Getränke oder eine dezente Beleuchtung sein. In einem renovierten Badezimmer erzeugen Handtücher, Pflegeprodukte und Pflanzen eine angenehme Atmosphäre.
Menschen schaffen Vertrauen
Produkte lassen sich sachlich fotografieren. Vertrauen entsteht jedoch häufig erst durch Menschen. Kunden möchten wissen, wer sie berät, wer ihre Bestellung vorbereitet und wer ihnen bei Problemen weiterhilft.
Deshalb solltest du Mitarbeiter nicht nur in klassischen Gruppenbildern darstellen. Fotografiere sie bei echten Tätigkeiten:
- im Beratungsgespräch,
- bei der Zusammenstellung einer Bestellung,
- beim Erklären eines Werkzeugs,
- beim Mischen einer Farbe,
- beim Zuschnitt eines Materials,
- bei der Beladung eines Fahrzeugs,
- bei der Kontrolle einer Lieferung,
- während einer Produktschulung.
Achte darauf, dass die Situationen glaubwürdig bleiben. Ein gestelltes Beratungsgespräch wirkt schnell unnatürlich, wenn Körperhaltung, Blickrichtung und Gestik nicht zusammenpassen.
Lass die beteiligten Personen deshalb möglichst eine reale Handlung ausführen. Gib ihnen keine komplizierten Anweisungen, sondern beschreibe die Situation: „Erkläre deinem Kollegen, worin sich diese beiden Materialien unterscheiden.“ Während des Gesprächs kannst du natürliche Momente, Gesten und Gesichtsausdrücke einfangen.
So fotografierst du Beratungssituationen authentisch
Eine Beratungssituation stellt besondere Anforderungen an deine Bildgestaltung. Einerseits sollen die Menschen im Mittelpunkt stehen, andererseits müssen die Produkte und Materialien erkennbar bleiben.
Positioniere die Personen möglichst leicht versetzt zueinander. Dadurch kannst du beide Gesichter sowie den Beratungsgegenstand erfassen. Fotografierst du direkt von der Seite, verdecken sich die Gesprächspartner häufig gegenseitig.
Nutze außerdem Gegenstände als natürliche Handlungselemente:
- Produktkataloge,
- Materialmuster,
- Pläne,
- Farbkarten,
- Tablets,
- Maßbänder,
- Produktverpackungen.
Die Personen haben dadurch etwas zu tun, und ihre Hände wirken nicht unsicher oder künstlich positioniert.
Erstelle von jeder Beratungssituation mehrere Varianten:
- eine Gesamtaufnahme der Umgebung,
- eine halbnahe Aufnahme der Personen,
- eine Detailaufnahme der Hände und Materialien,
- ein Porträt des Beraters,
- eine Aufnahme aus Sicht des Kunden.
Mit dieser einfachen Abfolge erhältst du eine vielseitig nutzbare Bildserie.
Sicherheit muss sichtbar und tatsächlich gewährleistet sein
Sobald du Werkzeuge, Maschinen, Baustellen oder schwere Materialien fotografierst, spielt Arbeitssicherheit eine zentrale Rolle. Sicherheitsausrüstung sollte nicht nur aus optischen Gründen getragen werden. Sie muss zur jeweiligen Tätigkeit passen und korrekt verwendet werden.
Achte unter anderem auf:
- Schutzbrillen,
- Arbeitshandschuhe,
- Gehörschutz,
- Sicherheitsschuhe,
- Helme,
- Atemschutz,
- gut sitzende Arbeitskleidung,
- gesicherte Maschinen,
- korrekt verlegte Kabel,
- einen aufgeräumten Arbeitsbereich.
Fehlerhafte Sicherheitsdarstellungen können die Glaubwürdigkeit einer gesamten Werbekampagne beeinträchtigen. Ein Mitarbeiter, der eine laute Maschine ohne Gehörschutz bedient, fällt fachkundigen Betrachtern sofort auf.
Klär daher bereits vor dem Shooting, welche Sicherheitsregeln für die geplanten Tätigkeiten gelten. Beziehe erfahrene Mitarbeiter in die Vorbereitung ein. Sie erkennen meist schnell, ob ein Ablauf realistisch und fachlich korrekt dargestellt wird.
Fotografiere Materialien mit ihrer charakteristischen Wirkung
Jedes Material besitzt besondere visuelle Eigenschaften. Deine Aufgabe besteht darin, diese Eigenschaften mit Licht, Perspektive und Bildausschnitt hervorzuheben.
Holz
Holz lebt von seiner Maserung, seiner Oberflächenstruktur und seiner Wärme. Seitlich einfallendes Licht betont diese Eigenschaften besonders gut. Vermeide stark frontales Licht, da es die Struktur flach erscheinen lassen kann.
Zeige Holz sowohl als Rohmaterial als auch im verarbeiteten Zustand. Ein direkter Zusammenhang zwischen Brett, Bearbeitung und fertigem Möbelstück oder Boden macht die Anwendung verständlich.
Beton und Zement
Beton kann massiv, modern, rau oder minimalistisch wirken. Weiches Seitenlicht bringt Poren, Kanten und kleine Unregelmäßigkeiten zur Geltung. In architektonischen Aufnahmen kannst du klare Linien und große Flächen betonen.
Achte darauf, dass graue Materialien nicht farblos und leblos erscheinen. Warme Umgebungsdetails, Pflanzen oder Holzelemente können einen reizvollen Kontrast schaffen.
Metall
Metallische Oberflächen spiegeln Lichtquellen, Personen und die Umgebung. Kontrolliere deshalb vor jeder Aufnahme genau, was sich in der Oberfläche abzeichnet.
Mit großen, diffusen Lichtquellen erzeugst du ruhige und hochwertige Reflexionen. Kleine harte Lichtquellen führen dagegen zu scharfen Glanzpunkten und können technische Eigenschaften betonen.
Glas und Fliesen
Glänzende Fliesen, Spiegel und Glasflächen erfordern eine sorgfältige Positionierung. Häufig ist es sinnvoll, die Kamera leicht außerhalb des direkten Reflexionswinkels aufzustellen.
Prüfe außerdem, ob sich unerwünschte Gegenstände, Lampen oder Personen spiegeln. Kleine Änderungen der Kameraposition können bereits einen großen Unterschied bewirken.
Dämmstoffe und weiche Materialien
Dämmmaterialien besitzen häufig eine feine, faserige oder poröse Struktur. Nutze Nahaufnahmen und flaches Seitenlicht, um diese Struktur sichtbar zu machen. Zeige gleichzeitig die korrekte Verarbeitung und Schutzkleidung, damit das Motiv fachlich überzeugend bleibt.
Nutze Größenverhältnisse
Bei Produktaufnahmen fehlt Betrachtern häufig ein eindeutiger Maßstab. Besonders bei Baustoffen, Werkzeugen, Maschinen und Verbindungselementen kann dies problematisch sein.
Du kannst Größenverhältnisse verdeutlichen, indem du:
- eine Hand im Bild zeigst,
- das Produkt während der Anwendung fotografierst,
- mehrere Größen nebeneinander platzierst,
- ein Maßband integrierst,
- eine Person neben einer Maschine positionierst,
- das Material in einem fertigen Raum darstellst.
Achte darauf, dass das Vergleichselement natürlich in die Szene eingebunden ist. Ein beliebiger Gegenstand neben dem Produkt kann zwar die Größe verdeutlichen, wirkt jedoch schnell unprofessionell.
Erstelle bewusst Bilder mit freier Fläche
Werbefotos werden häufig mit Überschriften, Preisen, Logos oder Aktionshinweisen kombiniert. Dafür benötigen Grafiker ausreichend ruhige Fläche.
Plane deshalb bei jeder wichtigen Szene zusätzliche Varianten ein, bei denen sich das Hauptmotiv bewusst auf einer Seite befindet. Die freie Fläche kann später für Text genutzt werden.
Fotografiere beispielsweise:
- eine Variante mit freier Fläche links,
- eine Variante mit freier Fläche rechts,
- eine hochformatige Version für Storys,
- eine quadratische Version für Social Media,
- eine breite Version für Webseiten und Banner.
Du musst nicht jede Aufnahme bereits in der Kamera exakt zuschneiden. Es ist jedoch wichtig, rund um das Motiv genügend Raum zu lassen.
Denke bereits beim Fotografieren an verschiedene Medien
Ein Foto, das in einem gedruckten Prospekt hervorragend funktioniert, ist nicht automatisch für eine Webseite oder einen Social-Media-Beitrag geeignet.
Für Webseiten benötigst du häufig breite Querformate. Für Instagram, Facebook und andere soziale Plattformen sind Hochformate oder quadratische Bilder besonders wichtig. Für Plakate und Roll-ups können sehr hoch aufgelöste vertikale Aufnahmen erforderlich sein.
Erstelle deshalb von zentralen Motiven mehrere Formate. Verändere dabei nicht nur den Zuschnitt, sondern wenn möglich auch die Kameraposition. Eine nachträgliche Umwandlung eines engen Querformats in ein Hochformat ist oft nicht möglich, ohne wichtige Bildteile abzuschneiden.
Eine effiziente Reihenfolge kann so aussehen:
- breite Gesamtaufnahme,
- klassisches Querformat,
- Hochformat,
- quadratisch nutzbare Komposition,
- Detailaufnahme,
- Motiv mit freier Textfläche.
Dokumentiere auch unsichtbare Leistungen
Viele Dienstleistungen eines Baustoff-Fachmarkts sind für Kunden besonders wertvoll, lassen sich aber nicht so einfach fotografieren wie ein Produkt. Dazu gehören beispielsweise:
- Beratung,
- Planung,
- Berechnung von Materialmengen,
- Farbmischservice,
- Zuschnitt,
- Lieferung,
- Lagerlogistik,
- Reklamationsabwicklung,
- Produktschulungen,
- Projektbegleitung.
Du kannst diese Leistungen sichtbar machen, indem du ihre einzelnen Schritte fotografierst. Zeige nicht nur den fertigen Zuschnitt, sondern auch das Ausmessen, Einstellen der Maschine und Kontrollieren des Ergebnisses.
Bei einer Lieferung kannst du den gesamten Ablauf dokumentieren:
- Zusammenstellung der Ware,
- Kontrolle des Lieferscheins,
- Sicherung der Ladung,
- Abfahrt,
- Ankunft auf der Baustelle,
- Entladung,
- Übergabe an den Kunden.
Dadurch wird eine abstrakte Dienstleistung zu einer nachvollziehbaren Geschichte.
Zeige regionale Verbundenheit
Ein regionaler Fachmarkt unterscheidet sich von anonymen Onlinehändlern durch Nähe, persönliche Ansprechpartner und lokale Erfahrung. Diese Stärken solltest du in deiner Bildwelt sichtbar machen.
Geeignete Motive sind beispielsweise:
- Mitarbeiter vor einem bekannten regionalen Hintergrund,
- Lieferfahrzeuge in der Umgebung,
- Projekte bei regionalen Kunden,
- Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben,
- Veranstaltungen und Hausmessen,
- Unterstützung regionaler Vereine,
- typische Architektur der Region,
- saisonale Wetterbedingungen.
Regionale Motive sollten nicht wie austauschbare Landschaftsbilder eingesetzt werden. Stelle immer einen erkennbaren Bezug zum Unternehmen, zu den Mitarbeitern oder zu einem konkreten Projekt her.
Mache Fachwissen sichtbar
Kompetenz lässt sich nicht direkt fotografieren, aber du kannst Situationen zeigen, in denen Fachwissen angewendet wird.
Fotografiere beispielsweise einen Mitarbeiter, der:
- einen Bauplan erklärt,
- Materialmengen berechnet,
- die Eigenschaften zweier Produkte vergleicht,
- eine technische Zeichnung prüft,
- eine Maschine richtig einstellt,
- eine Oberfläche begutachtet,
- eine fachgerechte Anwendung demonstriert.
Nahaufnahmen von Notizen, Plänen, Messwerten und Produktdaten können die fachliche Aussage unterstützen. Achte jedoch darauf, dass keine vertraulichen Kundendaten oder persönlichen Informationen sichtbar sind.
Entwickle wiederkehrende Serienformate
Statt jedes Shooting vollständig neu zu planen, kannst du feste Serienformate entwickeln. Dadurch erhält deine Kommunikation einen hohen Wiedererkennungswert.
Mögliche Serien sind:
Das Projekt des Monats
Du dokumentierst regelmäßig ein abgeschlossenes Bau-, Wohn- oder Gartenprojekt. Die Serie kann den Ausgangszustand, die Produktauswahl, die Umsetzung und das Ergebnis zeigen.
Der Tipp vom Profi
Ein Mitarbeiter erklärt anhand weniger Bilder eine konkrete Anwendung, einen häufigen Fehler oder eine Produktempfehlung.
Material im Fokus
Jede Ausgabe stellt ein Material ausführlich vor. Du zeigst Struktur, Varianten, Einsatzmöglichkeiten, Verarbeitung und fertige Beispiele.
Hinter den Kulissen
Du dokumentierst Lieferungen, Lagerarbeit, Schulungen, Vorbereitungen für Veranstaltungen oder den Aufbau einer neuen Ausstellung.
Menschen im Fachmarkt
In kurzen Porträtserien stellst du Mitarbeiter, ihre Aufgabenbereiche und ihre besonderen Fachkenntnisse vor.
Schritt für Schritt
Du entwickelst kompakte Anleitungen für einfache Projekte. Jede Aufnahme zeigt einen klar erkennbaren Arbeitsschritt.
Diese Serien lassen sich sowohl fotografisch als auch filmisch umsetzen und über einen längeren Zeitraum fortführen.
Plane saisonale Produktionen frühzeitig
Saisonale Inhalte müssen produziert werden, bevor die jeweilige Nachfrage beginnt. Gartenbilder sollten daher nicht erst aufgenommen werden, wenn die Frühjahrskampagne bereits läuft.
Erstelle einen Jahresplan, der wichtige Themen berücksichtigt:
Frühling
- Gartenplanung,
- Hochbeete,
- Terrassen,
- Pflanzenpflege,
- Fassadenarbeiten,
- Frühjahrsreinigung,
- Außenfarben.
Sommer
- Gartenmöbel,
- Sonnenschutz,
- Grillbereiche,
- Bewässerung,
- Außenbeleuchtung,
- Renovierungsprojekte,
- Werkzeuganwendungen im Freien.
Herbst
- Heizsysteme,
- Dämmung,
- Dachkontrolle,
- Holzschutz,
- Laub- und Gartenarbeiten,
- Vorbereitung auf Frost und Nässe.
Winter
- Innenausbau,
- Bodenbeläge,
- Wandgestaltung,
- Werkstatteinrichtung,
- Renovierung,
- Planung kommender Bauprojekte.
Plane Produktionen idealerweise mehrere Wochen oder Monate vor dem geplanten Einsatz. So bleibt genügend Zeit für Auswahl, Bearbeitung, Gestaltung und Veröffentlichung.
Vorbereitung ist wichtiger als teure Technik
Eine überzeugende Aufnahme scheitert nur selten daran, dass dir die teuerste Kamera fehlt. Häufiger entstehen Probleme durch mangelnde Vorbereitung.
Vor einem Shooting solltest du daher prüfen:
- Sind die Produkte vollständig und unbeschädigt?
- Sind Verpackungen sauber?
- Stimmen Beschriftungen und Preise?
- Ist die Location aufgeräumt?
- Sind benötigte Mitarbeiter verfügbar?
- Liegen alle Freigaben vor?
- Funktionieren Maschinen und Beleuchtung?
- Sind Akkus geladen?
- Ist ausreichend Speicher vorhanden?
- Wurde an Sicherheitsausrüstung gedacht?
- Sind alternative Motive geplant?
Je besser diese Punkte vorbereitet sind, desto mehr Zeit kannst du während des Shootings für kreative Varianten nutzen.
Entwickle eine klare Aufnahmeliste
Eine Aufnahmeliste verhindert, dass wichtige Motive vergessen werden. Sie sollte jedoch nicht so starr sein, dass spontane Situationen keinen Platz mehr haben.
Gliedere deine Liste in Kategorien:
Pflichtmotive
Diese Bilder werden für eine konkrete Kampagne, Webseite oder Publikation benötigt.
Ergänzende Motive
Diese Aufnahmen erweitern die Geschichte und ermöglichen flexible Gestaltungen.
Detailmotive
Hierzu gehören Hände, Werkzeuge, Materialien, Oberflächen, Beschriftungen und einzelne Arbeitsschritte.
Atmosphärische Motive
Diese Bilder vermitteln Stimmung und Umgebung. Sie eignen sich besonders als Übergänge in Videos, als Hintergrundbilder oder zur Auflockerung längerer Beiträge.
Spontane Motive
Plane bewusst Zeit ein, um interessante Situationen aufzunehmen, die während der Produktion entstehen.
Setze Licht gezielt und glaubwürdig ein
In Verkaufsräumen triffst du häufig auf Mischlicht. Tageslicht, Deckenleuchten, Leuchtreklamen und Arbeitslampen können unterschiedliche Farbtemperaturen besitzen. Dadurch entstehen unruhige Hauttöne und verfälschte Produktfarben.
Prüfe deshalb vor der Aufnahme, welche Lichtquellen tatsächlich benötigt werden. Manchmal verbessert sich das Bild bereits, wenn du einzelne Leuchten ausschaltest oder die Person näher an eine natürliche Lichtquelle stellst.
Zusätzliche LED-Leuchten können Gesichter und Produkte aufhellen. Achte jedoch darauf, dass das künstliche Licht zur vorhandenen Umgebung passt. Ein übermäßig dramatisches Studiolicht kann in einer authentischen Beratungsszene unnatürlich wirken.
Für Materialien eignet sich seitliches Licht besonders gut, weil es Strukturen hervorhebt. Für Personen kannst du ein weiches Licht leicht seitlich oberhalb der Augenhöhe einsetzen.
Vermeide typische Fehler bei Innenaufnahmen
Baumärkte und Ausstellungsflächen stellen hohe Anforderungen an die Bildkomposition. Viele Regale, Schilder und Produkte konkurrieren um Aufmerksamkeit.
Häufige Fehler sind:
- schiefe Regale und Wände,
- störende Preisschilder hinter Köpfen,
- angeschnittene Produkte,
- überfüllte Hintergründe,
- sichtbare Kartons oder Reinigungsgeräte,
- unruhige Spiegelungen,
- falsch dargestellte Produktfarben,
- gemischte Lichtfarben,
- unpassende Werbebotschaften im Hintergrund.
Nimm dir vor jedem Foto einige Sekunden Zeit und kontrolliere sämtliche Bildränder. Kleine Störungen fallen dir während des Shootings möglicherweise kaum auf, können später aber nur mit hohem Aufwand entfernt werden.
Nutze echte Projekte als langfristige Inhaltsquelle
Ein reales Kundenprojekt kann weit mehr liefern als nur ein einzelnes Referenzfoto. Begleitest du das Projekt über mehrere Phasen, entsteht umfangreiches Material.
Du kannst dokumentieren:
- die Ausgangssituation,
- das Beratungsgespräch,
- die Materialauswahl,
- die Lieferung,
- den Beginn der Arbeiten,
- wichtige Zwischenschritte,
- besondere Herausforderungen,
- Detailaufnahmen der Verarbeitung,
- das fertige Projekt,
- die Reaktion des Kunden.
Zusätzlich kannst du kurze Aussagen der Beteiligten aufnehmen. Frage beispielsweise:
- Welche Herausforderung sollte gelöst werden?
- Warum wurde dieses Material gewählt?
- Welche Unterstützung war besonders hilfreich?
- Was war während der Umsetzung wichtig?
- Wie zufrieden ist der Kunde mit dem Ergebnis?
Aus einem einzigen Projekt können dadurch eine Referenzseite, mehrere Social-Media-Beiträge, eine Bildergalerie, ein Video, ein Newsletter-Beitrag und gedrucktes Werbematerial entstehen.
Hole Einverständniserklärungen ein
Sobald Personen erkennbar fotografiert oder gefilmt werden, solltest du die Nutzung der Aufnahmen schriftlich regeln. Dies gilt insbesondere für Kunden, externe Handwerker und Besucher von Veranstaltungen.
Die Vereinbarung sollte klar festhalten:
- wer fotografiert oder gefilmt wird,
- durch welches Unternehmen die Aufnahmen genutzt werden,
- für welche Medien die Nutzung vorgesehen ist,
- ob die Nutzung zeitlich oder räumlich begrenzt ist,
- ob eine Namensnennung erfolgt,
- ob eine Vergütung vereinbart wurde,
- an wen sich die Person bei Fragen wenden kann.
Bei Kindern und Jugendlichen ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten erforderlich. Verlasse dich nicht ausschließlich auf mündliche Absprachen.
Achte auf Marken, Kennzeichen und vertrauliche Informationen
Auf Baustellen und in Verkaufsräumen können unbeabsichtigt sensible Inhalte ins Bild geraten. Dazu gehören:
- Fahrzeugkennzeichen,
- Namen auf Lieferscheinen,
- Telefonnummern,
- Adressen,
- Kundendaten auf Monitoren,
- Baupläne,
- interne Preislisten,
- fremde Marken,
- persönliche Gegenstände,
- vertrauliche Unterlagen.
Kontrolliere das Motiv bereits vor der Aufnahme. Eine spätere Retusche ist möglich, verursacht jedoch zusätzlichen Aufwand und birgt das Risiko, dass sensible Informationen übersehen werden.
Bearbeite deine Bilder natürlich und konsistent
Die Bildbearbeitung sollte die Wirkung deiner Aufnahme unterstützen, ohne das Produkt unrealistisch darzustellen. Besonders bei Farben, Holzarten, Fliesen, Wandfarben und Oberflächen ist eine glaubwürdige Darstellung entscheidend.
Achte auf:
- korrekten Weißabgleich,
- natürliche Hauttöne,
- realistische Produktfarben,
- kontrollierte Kontraste,
- sichtbare Details in hellen und dunklen Bereichen,
- gerade Linien,
- saubere Bildränder,
- zurückhaltende Schärfung,
- einheitliche Helligkeit innerhalb einer Serie.
Vermeide übertriebene Sättigung, extreme Kontraste und künstliche HDR-Effekte. Kunden sollten darauf vertrauen können, dass das Produkt im Fachmarkt ähnlich aussieht wie auf dem Foto.
Organisiere und benenne deine Dateien sinnvoll
Eine professionelle Produktion endet nicht mit dem Auslösen der Kamera. Ohne klare Dateiorganisation können selbst hervorragende Bilder später kaum gefunden werden.
Verwende eine nachvollziehbare Ordnerstruktur, beispielsweise:
Jahr – Monat – Projekt – Standort – Motivgruppe
Ein Ordner könnte folgendermaßen heißen:
2026-04_Terrassenaktion_Weiz_Mitarbeiter-und-Produkte
Auch Dateinamen sollten Informationen enthalten. Statt einer Bezeichnung wie DSC_8472.jpg kannst du beispielsweise verwenden:
oebau-reisinger-weiz-terrassendielen-beratung-01.jpg
Aussagekräftige Dateinamen erleichtern die interne Suche, die Weitergabe an Agenturen und die Suchmaschinenoptimierung auf Webseiten.
Ergänze Bilder mit sinnvollen Metadaten
Hinterlege, sofern möglich, zusätzliche Informationen:
- Fotograf,
- Aufnahmeort,
- Aufnahmedatum,
- abgebildete Produkte,
- Projektbezeichnung,
- Nutzungsrechte,
- Namen freigegebener Personen,
- Stichwörter,
- Ablaufdatum einer zeitlich begrenzten Freigabe.
Eine gepflegte Mediendatenbank spart langfristig viel Zeit und verhindert, dass Aufnahmen ohne geklärte Rechte verwendet werden.
Wähle Bilder nach ihrem Zweck aus
Nicht jedes technisch perfekte Bild ist automatisch das beste Werbebild. Entscheidend ist, welche Aufgabe es erfüllen soll.
Ein Bild kann beispielsweise:
- ein Produkt erklären,
- Vertrauen schaffen,
- Aufmerksamkeit erzeugen,
- eine Anwendung demonstrieren,
- eine Marke emotional aufladen,
- eine Dienstleistung sichtbar machen,
- einen Kunden inspirieren,
- einen konkreten Kaufimpuls auslösen.
Bewerte deine Aufnahmen deshalb nicht nur nach Schärfe, Belichtung und Komposition. Frage dich außerdem: Versteht der Betrachter sofort, worum es geht? Ist der Nutzen erkennbar? Passt das Bild zur Zielgruppe? Unterstützt es die gewünschte Botschaft?
Miss den Erfolg deiner Bildinhalte
Fotografie ist nicht nur eine kreative Leistung, sondern ein Teil der Unternehmenskommunikation. Deshalb solltest du beobachten, welche Motive besonders gut funktionieren.
Mögliche Kennzahlen sind:
- Klickrate von Werbeanzeigen,
- Verweildauer auf Referenzseiten,
- Anzahl der Anfragen zu gezeigten Projekten,
- Reichweite und Interaktionen in sozialen Medien,
- Downloads von Anleitungen,
- Nutzung von Produktbildern durch Verkaufsteams,
- Reaktionen von Kunden im Beratungsgespräch,
- Verkäufe während einer Kampagne.
Vergleiche unterschiedliche Bildtypen. Vielleicht erzielen authentische Mitarbeitermotive mehr Aufmerksamkeit als reine Produktbilder. Möglicherweise funktionieren Vorher-Nachher-Aufnahmen besser als stark inszenierte Werbemotive.
Solche Erkenntnisse helfen dir, kommende Produktionen gezielter zu planen.
Verbinde Fotografie und Video
Bei vielen Produktionen kannst du mit geringem Zusatzaufwand neben Fotos auch kurze Videoclips erstellen. Gerade bei Werkzeugen, Maschinen, Verarbeitungsschritten und Beratungssituationen vermittelt ein bewegtes Bild zusätzliche Informationen.
Nimm kurze Sequenzen auf:
- Einschalten einer Maschine,
- Schneiden eines Materials,
- Auftragen einer Farbe,
- Öffnen einer Verpackung,
- Vergleich zweier Oberflächen,
- Übergabe eines Produkts,
- Beladung eines Fahrzeugs,
- Vorher-Nachher-Schwenk,
- Gespräch zwischen Kunde und Berater.
Halte einzelne Clips mehrere Sekunden lang stabil. Beginne die Aufnahme kurz vor der eigentlichen Handlung und beende sie erst einige Sekunden danach. Dadurch bleibt beim Videoschnitt genügend Spielraum.
Achte außerdem auf störende Hintergrundgeräusche. Maschinen, Musik im Verkaufsraum, Wind oder vorbeifahrende Fahrzeuge können Sprachaufnahmen unbrauchbar machen. Für Interviews solltest du nach Möglichkeit ein externes Mikrofon verwenden.
Erstelle Inhalte für unterschiedliche Wissensstände
Nicht jeder Kunde besitzt dieselbe Erfahrung. Manche Besucher planen ein umfangreiches Bauprojekt, andere möchten lediglich ein Regal montieren oder eine Wand streichen.
Deine Bildinhalte sollten deshalb unterschiedliche Wissensstufen berücksichtigen.
Für Einsteiger
Zeige einfache Abläufe, klare Produktzuordnungen und grundlegende Sicherheitshinweise.
Für fortgeschrittene Heimwerker
Dokumentiere Materialunterschiede, präzisere Arbeitsschritte und vielseitige Anwendungsmöglichkeiten.
Für professionelle Handwerker
Fokussiere dich auf Effizienz, technische Details, Verfügbarkeit, Qualität und Belastbarkeit.
Wenn du bereits bei der Planung weißt, welche Zielgruppe angesprochen werden soll, kannst du Motive und Bildaussagen deutlich präziser gestalten.
Lass Raum für echte Unvollkommenheit
Authentische Bilder müssen nicht steril sein. Ein wenig Staub, sichtbare Arbeitsspuren oder gebrauchte Werkzeuge können die Glaubwürdigkeit erhöhen. Wichtig ist, dass die Szene kontrolliert und fachlich korrekt bleibt.
Ein Werkzeug darf benutzt aussehen, sollte aber gepflegt und sicher sein. Eine Baustelle darf Arbeitsmaterialien zeigen, sollte jedoch nicht chaotisch oder gefährlich wirken. Eine Person darf konzentriert oder angestrengt aussehen, sollte aber nicht unzufrieden oder überfordert erscheinen.
Die Balance zwischen Authentizität und professioneller Darstellung entscheidet darüber, ob ein Bild glaubwürdig und zugleich hochwertig wirkt.
Entwickle eine nachhaltige Bildproduktion
Auch bei Foto- und Videoproduktionen kannst du Ressourcen bewusst einsetzen. Plane mehrere Themen an einem Produktionstag, sofern Location, Licht und Beteiligte dies erlauben.
Nutze vorhandene Materialien und vermeide unnötige Verpackungsabfälle. Produkte, die nur für ein Shooting geöffnet werden, können anschließend für Ausstellungen, Schulungen oder interne Demonstrationen eingesetzt werden.
Eine gute Planung reduziert außerdem Fahrten, Umbauten und Wiederholungsshootings. Das spart Zeit, Budget und Energie.
Checkliste für deine nächste Referenz- oder Werbefotoproduktion
Konzeption
Motive und Inhalte
Organisation
Recht und Datenschutz
Sicherheit
Technik
Vor jeder Aufnahme
Nach dem Shooting
Praktische Tipps und Tricks für deinen Arbeitsalltag
Fotografiere jedes wichtige Motiv mindestens dreimal
Erstelle eine sichere Variante, eine kreative Variante und eine Version mit freier Fläche. Dadurch hast du später deutlich mehr Auswahl für unterschiedliche Medien.
Beginne mit der aufgeräumten Gesamtaufnahme
Während eines Shootings werden Arbeitsbereiche meist zunehmend unordentlich. Fotografiere saubere Übersichten deshalb möglichst früh.
Nutze eine kleine Sprühflasche bei Außenmotiven
Ein feiner Wasserfilm kann Stein, Holz oder Pflanzen frischer wirken lassen und Strukturen betonen. Verwende diesen Effekt sparsam und nur dort, wo Feuchtigkeit fachlich unproblematisch ist.
Halte Reinigungstücher bereit
Fingerabdrücke auf Metall, Glas, Fliesen und Werkzeugen sind in Nahaufnahmen besonders sichtbar. Mikrofasertücher sparen dir später viel Retuschearbeit.
Verwende Klammern und Klebeband
Mit kleinen Klammern, wiederablösbarem Klebeband oder Kabelbindern kannst du störende Kabel, Verpackungsteile und Kleidungsstücke unauffällig fixieren. Achte darauf, Produkte nicht zu beschädigen.
Kontrolliere Kleidung und Schutzausrüstung
Verdrehte Träger, offene Jacken, schiefe Helme oder falsch sitzende Handschuhe wirken schnell nachlässig. Führe vor jeder Personenaufnahme einen kurzen Kontrollblick durch.
Fotografiere Hände nicht direkt von vorne
Leicht seitliche Perspektiven wirken meist natürlicher und zeigen die ausgeführte Tätigkeit besser. Achte darauf, dass Finger nicht ungünstig abgeschnitten werden.
Gib Personen konkrete Aufgaben
Bitte jemanden nicht einfach, „natürlich zu schauen“. Lass die Person ein Produkt erklären, etwas messen, einen Plan prüfen oder ein Werkzeug vorbereiten. Echte Handlungen erzeugen glaubwürdige Gesten.
Nutze leere Kartons als unsichtbare Hilfsmittel
Mit stabilen Kartons kannst du Produkte auf unterschiedliche Höhen bringen oder Hintergründe abstützen. Sie sollten selbstverständlich außerhalb des Bildausschnitts bleiben.
Fotografiere Produktetiketten separat
Eine zusätzliche scharfe Aufnahme des Etiketts hilft dir später bei der korrekten Zuordnung und Benennung der Produkte.
Erstelle ein Referenzfoto der gesamten Szene
Fotografiere vor dem Abbau der Beleuchtung die komplette Anordnung. Falls du später ein Motiv wiederholen musst, kannst du Aufbau, Positionen und Abstände leichter rekonstruieren.
Arbeite mit einer festen Motivabfolge
Nutze bei jeder Szene dieselbe Reihenfolge: Übersicht, mittlere Distanz, Detail, Hochformat, freie Fläche. Eine Routine verhindert, dass du wichtige Varianten vergisst.
Prüfe Bilder regelmäßig in hoher Vergrößerung
Auf dem kleinen Kameradisplay wirken leichte Unschärfen oft unauffällig. Kontrolliere besonders Augen, Produktbeschriftungen und technische Details.
Fotografiere Serien nicht zu knapp
Bei arbeitenden Personen ändern sich Haltung, Gesichtsausdruck und Handposition ständig. Kurze Bildserien erhöhen die Wahrscheinlichkeit, einen überzeugenden Moment zu erfassen.
Plane Übergangsmotive ein
Nahaufnahmen von Materialien, Werkzeugen, Händen, Schildern oder Gebäudedetails eignen sich hervorragend, um Webseiten, Broschüren und Videos abwechslungsreicher zu gestalten.
Sichere Daten bereits während längerer Produktionen
Kopiere die Aufnahmen in Pausen auf ein zweites Speichermedium. Verlasse dich niemals nur auf eine einzelne Speicherkarte.
Notiere Besonderheiten sofort
Wenn bei einem Motiv eine spezielle Freigabe, Produktbezeichnung oder Bearbeitungsanforderung gilt, solltest du diese Information direkt dokumentieren. Nach mehreren Tagen ist eine eindeutige Zuordnung oft schwierig.
Erstelle eine kleine Notfallausrüstung
Eine praktische Tasche kann enthalten:
- Mehrfachstecker,
- Verlängerungskabel,
- Klebeband,
- Kabelbinder,
- Mikrofasertücher,
- Ersatzbatterien,
- kleine Klammern,
- Arbeitshandschuhe,
- Reinigungspinsel,
- Schere,
- Multitool,
- Notizblock,
- Powerbank.
Beende jedes Shooting mit einer Abschlusskontrolle
Gehe deine Aufnahmeliste gemeinsam mit dem Ansprechpartner durch, bevor Personen, Produkte oder Maschinen nicht mehr verfügbar sind. Fehlende Bilder lassen sich vor Ort meist in wenigen Minuten ergänzen. Eine spätere Wiederholung verursacht dagegen erheblichen Aufwand.
Fazit
Erfolgreiche Referenz- und Werbefotografie im Baumarkt- und Baustoffbereich verbindet technische Qualität, authentische Situationen, fachliche Korrektheit und eine klare Markenbotschaft. Deine Bilder sollten nicht nur zeigen, welche Produkte angeboten werden. Sie sollten verständlich machen, wie diese Produkte eingesetzt werden, welche Probleme sie lösen und welche Ergebnisse Kunden damit erreichen können.
Wenn du deine Produktionen sorgfältig vorbereitest, in zusammenhängenden Geschichten denkst und unterschiedliche Medien bereits bei der Aufnahme berücksichtigst, entsteht aus jedem Shooting ein vielseitiger Bestand an wertvollen Inhalten.
Besonders wirkungsvoll sind Bildserien, die Produkte, Menschen, Dienstleistungen und reale Projekte miteinander verbinden. Sie vermitteln Kompetenz und Nähe, schaffen Vertrauen und geben Kunden konkrete Ideen für ihre eigenen Vorhaben.
So werden deine Fotos nicht nur zu schönen Abbildungen, sondern zu praktischen Werkzeugen der Beratung, Inspiration und Markenkommunikation.