Streetphotography in der Stadt Steiermark
Die Streetphotography, also die Straßenfotografie, ist eine faszinierende Kunstform, die das alltägliche Leben in seiner reinsten Form einfängt. Die Stadt Steiermark, bekannt für ihre malerische Landschaft und historische Architektur, bietet eine ideale Kulisse für diese Art von Fotografie. Besonders hervorzuheben sind dabei das Kunsthaus, der Hauptplatz und die Rathausgasse, die jedes für sich einzigartige Motive bieten. Ein Spaziergang mit dem Smartphone durch die Innenstadt wird so zu einer spannenden fotografischen Entdeckungsreise.
Kunsthaus Graz
Das Kunsthaus Graz, auch als „Friendly Alien“ bekannt, ist ein architektonisches Meisterwerk und ein Wahrzeichen der Stadt. Dieses futuristische Gebäude mit seiner organischen Form und der blauen Haut aus Acrylglas zieht nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch Fotografen magisch an. Das Spiel von Licht und Schatten auf der gewölbten Fassade bietet unzählige fotografische Möglichkeiten. Mit dem Smartphone lassen sich hier faszinierende Aufnahmen machen, die die ungewöhnlichen Formen und die Spiegelungen auf der Oberfläche des Gebäudes festhalten.
Hauptplatz
Der Hauptplatz von Graz ist das Herz der Stadt und ein lebendiger Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Umgeben von beeindruckenden historischen Gebäuden, bietet der Platz eine Vielzahl von Motiven für die Streetphotography. Hier kann man das bunte Treiben der Menschen, die Architektur der umliegenden Gebäude und die Atmosphäre eines typischen Tages in Graz einfangen. Besonders interessant sind die Märkte und Veranstaltungen, die regelmäßig auf dem Hauptplatz stattfinden. Mit dem Smartphone lässt sich das Geschehen aus nächster Nähe dokumentieren, ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, was zu authentischen und natürlichen Fotos führt.
Rathausgasse
Die Rathausgasse ist eine charmante, historische Straße, die vom Hauptplatz zum Rathaus führt. Sie ist gesäumt von alten Gebäuden, kleinen Geschäften und gemütlichen Cafés. Die enge Gasse bietet eine intime Atmosphäre, die sich hervorragend für Streetphotography eignet. Hier kann man die Details der alten Fassaden, die Menschen in den Straßencafés und die kleinen Alltagsszenen einfangen, die das Leben in Graz ausmachen. Das Smartphone ist dabei ein ideales Werkzeug, um unauffällig und flexibel zu fotografieren.
Spaziergang mit dem Smartphone in der Innenstadt
Ein Spaziergang durch die Innenstadt von Graz mit dem Smartphone in der Hand bietet unzählige Gelegenheiten für interessante Fotos und Videos. Die kompakte Größe und die fortschrittliche Technologie moderner Smartphones machen sie zu perfekten Begleitern für die Streetphotography. Hier sind einige Tipps, wie man bessere Fotos und Videos mit dem Handy machen kann, sowohl für Freizeit und Hobby als auch für geschäftliche Zwecke.
Bessere Fotos und Videos mit dem Handy
- Lichtverhältnisse beachten: Das natürliche Licht ist entscheidend für die Qualität der Fotos. Morgens und abends, wenn die Sonne tief steht, ist das Licht weich und warm, was besonders schöne Ergebnisse liefert. Vermeide das direkte Sonnenlicht zur Mittagszeit, da es harte Schatten und Überbelichtungen verursachen kann.
- Komposition: Achte auf die Bildkomposition. Die Drittelregel, bei der das Bild in neun gleich große Teile geteilt wird und die wichtigen Elemente entlang dieser Linien oder an ihren Schnittpunkten platziert werden, kann helfen, harmonische und ansprechende Fotos zu erstellen.
- Perspektiven wechseln: Experimentiere mit verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven. Fotografiere aus der Froschperspektive, um Gebäude imposanter wirken zu lassen, oder aus der Vogelperspektive, um einen Überblick über eine Szene zu bekommen.
- Bildbearbeitung: Nutze die Bildbearbeitungsfunktionen deines Smartphones. Kleine Anpassungen bei Helligkeit, Kontrast und Sättigung können einen großen Unterschied machen. Es gibt viele Apps, die speziell für die Fotobearbeitung entwickelt wurden und eine Vielzahl von Filtern und Werkzeugen bieten.
- Stabilisierung: Verwende eine Smartphone-Halterung oder ein kleines Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden, besonders bei Videos. Viele Smartphones haben auch eine eingebaute Bildstabilisierung, die aktiviert werden sollte.
- Auflösung und Qualität: Stelle sicher, dass du mit der höchsten Auflösung und Qualität aufnimmst, die dein Smartphone bietet. Das gibt dir mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung und ermöglicht dir, auch größere Drucke deiner Fotos anzufertigen.
Die Streetphotography in der Stadt Steiermark, insbesondere rund um das Kunsthaus, den Hauptplatz und die Rathausgasse, bietet vielfältige Möglichkeiten für kreative und spannende Aufnahmen. Mit einem Smartphone hat man das ideale Werkzeug immer zur Hand, um spontane und authentische Momente festzuhalten. Egal ob als Freizeitaktivität, Hobby oder sogar für geschäftliche Zwecke – mit den richtigen Techniken und etwas Übung kann man beeindruckende Fotos und Videos erstellen, die die Atmosphäre und das Leben in Graz eindrucksvoll dokumentieren.
Streetphotography in Graz – mit offenen Augen durch die Stadt
Wenn du mit deinem Smartphone durch die Grazer Innenstadt gehst, verändert sich dein Blick auf die Stadt mit der Zeit. Du gehst nicht mehr einfach nur von einem Ort zum nächsten. Du beginnst, auf Licht, Farben, Linien, Bewegungen, Spiegelungen und kleine Situationen zu achten, die dir früher vielleicht gar nicht aufgefallen wären.
Genau darin liegt für mich einer der größten Reize der Streetphotography: Du musst nicht unbedingt etwas Spektakuläres finden. Oft entstehen die interessantesten Bilder aus ganz gewöhnlichen Situationen.
Ein Mensch wartet auf die Straßenbahn. Jemand sitzt allein vor einem Café. Eine Person läuft mit einem Regenschirm über einen nassen Platz. Sonnenlicht fällt für wenige Sekunden zwischen zwei Häusern hindurch. Eine Schaufensterscheibe spiegelt gleichzeitig Architektur, Passanten und Himmel.
Solche Situationen existieren manchmal nur für wenige Sekunden.
Wenn du lernst, sie wahrzunehmen, wird ein gewöhnlicher Spaziergang zu einer fotografischen Entdeckungsreise.
Nicht nach Motiven suchen – Situationen beobachten
Eine der wichtigsten Veränderungen beim Fotografieren entsteht dann, wenn du nicht mehr ständig nach einem perfekten Motiv suchst.
Versuche stattdessen, Situationen zu beobachten.
Bleibe beispielsweise für einige Minuten an einem interessanten Ort stehen. Suche dir zunächst einen Hintergrund, der fotografisch funktioniert. Das kann eine farbige Wand sein, eine interessante Fassade, ein heller Lichtstreifen, eine Spiegelung oder eine geometrische Struktur.
Dann wartest du.
Vielleicht läuft eine Person durch das Bild.
Vielleicht kommt ein Fahrradfahrer vorbei.
Vielleicht entsteht plötzlich eine interessante Kombination aus Licht, Schatten und Bewegung.
Du gestaltest dein Bild dadurch gewissermaßen im Voraus. Statt hektisch einer Situation hinterherzulaufen, baust du deine Komposition auf und wartest darauf, dass das entscheidende Element hinzukommt.
Gerade mit dem Smartphone funktioniert diese Methode hervorragend, weil du relativ unauffällig bleiben kannst.
Entwickle deinen fotografischen Blick
Streetphotography bedeutet nicht nur, schnell auf den Auslöser zu drücken. Ein großer Teil passiert bereits vorher.
Du musst lernen zu sehen.
Das kannst du tatsächlich trainieren.
Wenn du durch die Stadt gehst, kannst du dir beispielsweise für jeden Spaziergang eine bestimmte Aufgabe stellen.
An einem Tag fotografierst du nur:
- Spiegelungen,
- Schatten,
- geometrische Formen,
- rote Gegenstände,
- Menschen in Bewegung,
- Architekturdetails,
- interessante Hände oder Gesten,
- Silhouetten,
- ungewöhnliche Kombinationen von Vorder- und Hintergrund.
Dadurch reduzierst du zunächst deine Möglichkeiten. Genau diese Einschränkung hilft dir aber dabei, genauer hinzusehen.
Plötzlich entdeckst du Dinge, an denen du sonst einfach vorbeigegangen wärst.
Arbeite mit Ebenen im Bild
Viele interessante Streetfotos besitzen nicht nur ein Hauptmotiv, sondern mehrere Ebenen.
Du kannst dein Bild beispielsweise in drei Bereiche aufteilen:
Vordergrund – Hauptmotiv – Hintergrund
Im Vordergrund könnte sich eine unscharfe Person befinden.
In der Mitte läuft dein eigentliches Motiv durch das Bild.
Im Hintergrund siehst du eine interessante Fassade oder eine Straßenbahn.
Durch diese Ebenen bekommt dein Foto Tiefe.
Mit dem Smartphone kannst du diesen Effekt sehr einfach ausprobieren. Fotografiere beispielsweise durch Türen, Fenster, Geländer oder zwischen anderen Personen hindurch.
Du kannst sogar bewusst einen Teil des Smartphones hinter einem Objekt verstecken und nur durch eine kleine Lücke fotografieren.
Das erzeugt manchmal eine fast filmische Wirkung.
Nutze Rahmen innerhalb des Bildes
Ein weiteres interessantes Gestaltungsmittel ist das sogenannte Framing.
Dabei verwendest du Elemente deiner Umgebung als natürlichen Rahmen.
Das können sein:
- Torbögen,
- Türen,
- Fenster,
- Durchgänge,
- Arkaden,
- Brücken,
- Geländer,
- Straßenbahntüren,
- Schaufenster.
Du kannst beispielsweise durch einen Torbogen fotografieren und eine Person dahinter positionieren.
Der Rahmen lenkt den Blick automatisch auf dein Hauptmotiv.
Gerade historische Gebäude und schmale Gassen in der Grazer Innenstadt bieten dafür zahlreiche Möglichkeiten.
Beobachte das Licht wie ein eigenes Motiv
Licht ist nicht nur notwendig, damit ein Foto entsteht.
Licht kann selbst zum Motiv werden.
Wenn du länger Streetphotography betreibst, wirst du wahrscheinlich irgendwann feststellen, dass du nicht mehr nur Menschen und Gebäude beobachtest. Du beobachtest vielmehr, was das Licht mit ihnen macht.
Sonnenlicht kann beispielsweise einen schmalen hellen Bereich zwischen zwei Gebäuden erzeugen.
Jetzt kannst du warten, bis eine Person genau durch diesen Lichtstreifen läuft.
Der Rest des Bildes bleibt dunkel.
Dadurch entsteht ein sehr klarer visueller Schwerpunkt.
Diese Technik funktioniert besonders gut in engen Straßen und Gassen.
Du kannst bei deinem Smartphone zusätzlich die Belichtung etwas reduzieren. Dadurch bleiben die dunklen Bereiche dunkler und der beleuchtete Bereich wirkt stärker.
Das Ergebnis kann wesentlich dramatischer aussehen als eine vollkommen gleichmäßig belichtete Aufnahme.
Fotografiere auch bei schlechtem Wetter
Viele Menschen packen ihre Kamera weg, sobald das Wetter schlechter wird.
Für Streetphotography kann genau dann eine besonders interessante Zeit beginnen.
Regen verändert eine Stadt.
Asphalt beginnt zu spiegeln.
Straßenbahnschienen reflektieren Licht.
Menschen tragen Regenschirme.
Schaufenster wirken heller.
Autoscheinwerfer, Straßenlaternen und Reklametafeln erzeugen Reflexionen auf dem nassen Boden.
Du kannst dabei bewusst tief fotografieren und die Spiegelungen in einer Wasserpfütze nutzen.
Manchmal reicht es sogar, dein Smartphone nur wenige Zentimeter über den Boden zu halten.
Dreh dein Smartphone testweise um, sodass sich die Kameralinse möglichst nahe am Boden befindet. Dadurch bekommst du eine besonders tiefe Perspektive.
Nutze Spiegelungen kreativ
Schaufenster gehören zu meinen liebsten Werkzeugen in der Streetphotography.
Du kannst damit mehrere Ebenen miteinander verbinden.
In einer einzigen Glasscheibe können gleichzeitig sichtbar sein:
- die Person vor dem Fenster,
- die Straße hinter dir,
- Gebäude gegenüber,
- Lichtquellen,
- Gegenstände hinter der Scheibe.
Dadurch entstehen Bilder, bei denen der Betrachter manchmal erst nach einigen Sekunden versteht, was er eigentlich sieht.
Genau diese kleine visuelle Irritation kann ein Foto interessant machen.
Wenn du Spiegelungen fotografierst, bewege dich langsam seitlich.
Schon wenige Zentimeter können die gesamte Komposition verändern.
Entdecke die Stadt in Schwarz-Weiß
Nicht jedes Foto braucht Farbe.
Gerade Streetphotography eignet sich hervorragend für Schwarz-Weiß-Bilder.
Wenn du auf Farbe verzichtest, werden andere Elemente wichtiger:
Kontraste.
Formen.
Gesichter.
Licht.
Schatten.
Strukturen.
Bewegung.
Du kannst dir sogar einen kompletten Fotospaziergang vornehmen, bei dem du deine Motive ausschließlich gedanklich in Schwarz-Weiß beurteilst.
Frage dich dabei:
Funktioniert dieses Bild auch ohne Farbe?
Wenn die Antwort ja lautet, besitzt die Aufnahme möglicherweise eine starke grafische Struktur.
Ein sehr buntes Bild dagegen kann in Schwarz-Weiß vollkommen uninteressant werden.
Deshalb solltest du die Entscheidung nicht erst bei der Bearbeitung treffen, sondern bereits beim Fotografieren darüber nachdenken.
Arbeite mit Farbe als Gestaltungselement
Das Gegenteil funktioniert genauso gut.
Du kannst Farbe bewusst zum Hauptthema deiner Bilder machen.
Suche beispielsweise eine kräftig rote Wand und warte darauf, dass jemand mit einem roten Kleidungsstück vorbeigeht.
Oder kombiniere zwei ähnliche Farben miteinander.
Vielleicht trägt eine Person eine Jacke, deren Farbe zufällig zu einem Geschäftsschild im Hintergrund passt.
Solche Zufälle wirken auf einem fertigen Foto oft erstaunlich geplant.
Du kannst lernen, solche Kombinationen schneller zu erkennen.
Fotografiere Serien statt einzelner Bilder
Ein einzelnes gutes Foto ist schön.
Eine zusammenhängende Serie kann jedoch wesentlich mehr erzählen.
Du könntest beispielsweise einen ganzen Spaziergang unter ein bestimmtes Thema stellen:
Menschen und Schatten
Graz im Regen
Warten auf die Straßenbahn
Fenster und Spiegelungen
Rote Elemente in der Stadt
Menschen mit Smartphones
Stille Momente in einer belebten Innenstadt
Frühmorgens in Graz
Wenn du anschließend zehn oder zwanzig Bilder auswählst, entsteht daraus eine kleine fotografische Geschichte.
Das verändert auch deine Art zu fotografieren.
Du fragst dich nicht mehr nur:
Ist dieses eine Foto gut?
Sondern:
Passt dieses Foto zu meiner Geschichte?
Diese Denkweise kann deine Streetphotography deutlich weiterentwickeln.
Erzähle mit deinen Bildern kleine Geschichten
Ein starkes Streetfoto muss nicht unbedingt schön sein.
Es sollte etwas auslösen.
Vielleicht macht es neugierig.
Vielleicht wirkt es lustig.
Vielleicht melancholisch.
Vielleicht ruhig.
Vielleicht chaotisch.
Besonders interessant werden Bilder, wenn der Betrachter beginnt, sich Fragen zu stellen.
Wer ist diese Person?
Worauf wartet sie?
Was ist gerade passiert?
Was passiert gleich?
Du musst diese Fragen nicht beantworten.
Manchmal ist genau die offene Geschichte der Grund dafür, warum ein Bild im Gedächtnis bleibt.
Der entscheidende Moment
Streetphotography besteht häufig aus Bruchteilen einer Sekunde.
Eine Person schaut in eine bestimmte Richtung.
Zwei Menschen kreuzen sich.
Eine Hand zeigt auf etwas.
Ein Vogel fliegt durch das Bild.
Eine Straßenbahn verdeckt für einen Augenblick einen Teil des Hintergrundes.
Wenn du eine Sekunde später fotografierst, ist die Situation bereits vorbei.
Deshalb solltest du lernen, Entwicklungen vorauszusehen.
Beobachte, wohin Menschen gehen.
Wenn du siehst, dass eine Person wahrscheinlich gleich einen bestimmten Punkt deiner Komposition erreicht, musst du nicht warten, bis sie dort angekommen ist.
Bereite dich vorher darauf vor.
Halte dein Smartphone bereits richtig.
Kontrolliere deinen Bildausschnitt.
Stelle gegebenenfalls Belichtung und Fokus ein.
Dann wartest du nur noch auf den richtigen Augenblick.
Serienaufnahme sinnvoll einsetzen
Wenn eine Situation sehr schnell abläuft, kann die Serienbildfunktion hilfreich sein.
Halte den Auslöser entsprechend der Bedienung deines Smartphones gedrückt oder verwende die vorhandene Burst-Funktion.
Später kannst du aus mehreren Bildern genau jene Aufnahme auswählen, bei der:
- die Körperhaltung stimmt,
- niemand die entscheidende Stelle verdeckt,
- die Person den richtigen Schritt macht,
- der Gesichtsausdruck passt,
- die Komposition am stärksten wirkt.
Du solltest die Serienaufnahme trotzdem bewusst einsetzen.
Wenn du permanent hunderte Bilder aufnimmst, verlagerst du die gesamte Entscheidung auf später.
Besser ist es, zunächst den richtigen Moment einzuschätzen und Serienbilder nur dann einzusetzen, wenn sie tatsächlich einen Vorteil bieten.
Weniger zoomen – mehr bewegen
Der digitale Zoom eines Smartphones ist bequem.
Fotografisch ist es aber häufig interessanter, wenn du dich selbst bewegst.
Geh näher heran.
Geh einen Schritt zurück.
Bewege dich nach links oder rechts.
Geh in die Knie.
Halte dein Smartphone höher.
Verändere deinen Standort.
Schon eine kleine Bewegung verändert die Beziehung zwischen Vordergrund und Hintergrund.
Ein Laternenmast, der vorher hinter dem Kopf einer Person stand, verschwindet plötzlich.
Eine Linie führt auf einmal genau zu deinem Motiv.
Zwei Elemente überlagern sich nicht mehr.
Streetphotography ist deshalb auch körperliche Bewegung.
Du gestaltest deine Bilder mit deinen Füßen.
Nutze unterschiedliche Smartphone-Kameras bewusst
Viele moderne Smartphones besitzen mehrere Objektive beziehungsweise unterschiedliche Brennweiten.
Du solltest diese nicht nur aus Bequemlichkeit wechseln.
Jede Brennweite erzeugt eine andere Bildwirkung.
Ultraweitwinkel
Mit dem Ultraweitwinkel kannst du viel Umgebung zeigen.
Das eignet sich besonders für Architektur, enge Gassen und dynamische Perspektiven.
Gleichzeitig wirken Objekte am Bildrand schnell verzerrt.
Nutze diese Verzerrung bewusst und nicht zufällig.
Standardkamera
Die normale Hauptkamera liefert häufig die beste Bildqualität.
Sie eignet sich hervorragend für klassische Streetphotography, weil sie einen natürlichen Eindruck der Umgebung vermittelt.
Telekamera
Mit einer Telekamera kannst du Details isolieren und verschiedene Bildebenen optisch näher zusammenrücken.
Sie eignet sich beispielsweise für:
- Personen vor Fassaden,
- Architekturdetails,
- Licht und Schatten aus größerer Entfernung,
- grafische Kompositionen.
Experimentiere mit allen Kameras deines Smartphones und beobachte, wie sich dadurch deine Bildsprache verändert.
Räume dein Bild auf
Streetphotography findet häufig in einer chaotischen Umgebung statt.
Menschen.
Verkehrsschilder.
Autos.
Werbung.
Kabel.
Geschäfte.
Fahrräder.
Straßenbahnen.
Das alles kann gleichzeitig im Bild auftauchen.
Deine Aufgabe besteht deshalb häufig darin, Ordnung in dieses Chaos zu bringen.
Bevor du fotografierst, schaue auch auf die Ränder deines Bildes.
Gibt es dort störende Elemente?
Schneidet eine Person ungünstig ins Bild?
Wächst scheinbar ein Verkehrsschild aus dem Kopf deines Motivs?
Ist irgendwo ein heller Fleck, der den Blick vom eigentlichen Motiv wegzieht?
Schon ein Schritt zur Seite kann solche Probleme lösen.
Fotografiere bewusst minimalistisch
Du musst nicht immer möglichst viele Informationen in dein Bild packen.
Ein einzelner Mensch vor einer großen Wand kann stärker wirken als eine vollkommen überfüllte Straßenszene.
Suche bewusst nach freien Flächen.
Wände.
Himmel.
Schatten.
Große Fassaden.
Leere Plätze.
Setze eine kleine menschliche Figur in Beziehung zu dieser Fläche.
Dadurch kannst du Größenverhältnisse zeigen und gleichzeitig sehr ruhige Bilder erzeugen.
Bewegung kreativ darstellen
Nicht jede Person muss auf deinem Foto vollkommen scharf sein.
Bewegungsunschärfe kann Geschwindigkeit und Dynamik zeigen.
Wenn dein Smartphone einen manuellen oder professionellen Modus bietet, kannst du mit längeren Verschlusszeiten experimentieren.
Dabei bleibt beispielsweise die Architektur relativ ruhig, während vorbeigehende Personen verwischen.
Besonders interessant kann das am Abend werden.
Auch vorbeifahrende Straßenbahnen oder Fahrräder können dadurch zu grafischen Elementen werden.
Hier lohnt es sich, mehrere Versuche zu machen.
Die Ergebnisse sind nicht immer exakt vorhersehbar – und gerade das kann spannend sein.
Fotografiere dieselbe Strecke mehrfach
Du musst für neue Bilder nicht ständig neue Orte suchen.
Im Gegenteil.
Es kann sehr interessant sein, immer wieder dieselbe Strecke zu fotografieren.
Ein Ort verändert sich ständig.
Das Licht ist anders.
Das Wetter ist anders.
Andere Menschen sind unterwegs.
Geschäfte verändern ihre Auslagen.
Veranstaltungen verändern Plätze.
Jahreszeiten verändern Farben und Kleidung.
Wenn du beispielsweise regelmäßig Kunsthaus, Hauptplatz und die umliegenden Gassen besuchst, kannst du langfristig dokumentieren, wie sich das Stadtleben verändert.
Damit wird deine Streetphotography gleichzeitig zu einer Art visueller Chronik.
Nutze den frühen Morgen
Wenn du eine andere Seite der Innenstadt entdecken möchtest, solltest du einmal sehr früh losgehen.
Noch bevor Geschäfte öffnen und größere Menschenmengen unterwegs sind, besitzt die Stadt eine vollkommen andere Atmosphäre.
Reinigungskräfte beginnen ihre Arbeit.
Lieferfahrzeuge bringen Waren.
Cafés werden vorbereitet.
Die ersten Pendler kommen.
Straßen, die wenige Stunden später voller Menschen sind, wirken plötzlich fast leer.
Gerade wenn du Ruhe, Architektur und einzelne menschliche Figuren fotografieren möchtest, kann diese Tageszeit besonders interessant sein.
Entdecke die blaue Stunde
Auch die Zeit kurz nach Sonnenuntergang ist fotografisch spannend.
Der Himmel besitzt noch eine intensive blaue Färbung, während gleichzeitig die künstliche Beleuchtung der Stadt sichtbar wird.
Dadurch bekommst du eine Mischung aus natürlichem und künstlichem Licht.
Schaufenster.
Straßenlaternen.
Straßenbahnen.
Leuchtreklame.
Scheinwerfer.
All diese Lichtquellen werden nun wichtiger.
Achte dabei besonders darauf, helle Bereiche nicht vollkommen überzubelichten.
Wenn dein Smartphone es erlaubt, reduziere die Belichtung leicht.
Dunkle Bilder dürfen auch tatsächlich dunkel aussehen.
Gib deinen Bildern Zeit
Eine der vielleicht wichtigsten Übungen beginnt erst nach deinem Fotospaziergang.
Schau dir deine Bilder nicht nur unmittelbar danach an.
Warte manchmal einen Tag oder länger.
Mit etwas Abstand beurteilst du deine Fotos anders.
Die Erinnerung an den Moment beeinflusst dich weniger und du kannst stärker danach entscheiden, was tatsächlich auf dem Bild zu sehen ist.
Frage dich bei der Auswahl:
Was zieht meinen Blick zuerst an?
Ist das Hauptmotiv klar?
Gibt es störende Elemente?
Ist der Moment interessant?
Braucht das Bild Farbe?
Kann ein anderer Bildausschnitt helfen?
Erzählt das Bild etwas?
Würde ich mir dieses Foto auch ansehen, wenn es nicht von mir wäre?
Die letzte Frage kann besonders hilfreich sein.
Lösche nicht zu schnell
Ein Bild, das auf dem kleinen Smartphone-Display zunächst unspektakulär aussieht, kann später interessant werden.
Vielleicht funktioniert ein Ausschnitt.
Vielleicht wird das Foto in Schwarz-Weiß stark.
Vielleicht passt es hervorragend zu einer Serie.
Deshalb solltest du nicht bereits während deines Spaziergangs ständig Bilder löschen.
Konzentriere dich zunächst auf das Fotografieren.
Die Auswahl kommt später.
Bearbeitung: weniger kann mehr sein
Mit moderner Smartphone-Fotografie lässt sich beinahe jedes Bild stark verändern.
Du kannst:
- Kontrast erhöhen,
- Farben verändern,
- Schatten aufhellen,
- Himmel abdunkeln,
- Details verstärken,
- künstliche Unschärfe hinzufügen,
- Filter einsetzen.
Nur weil etwas technisch möglich ist, bedeutet das aber nicht automatisch, dass es dein Foto verbessert.
Versuche bei der Bearbeitung zuerst herauszufinden, was das Bild eigentlich braucht.
Vielleicht reicht bereits:
etwas weniger Helligkeit,
ein etwas stärkerer Kontrast,
eine kleine Korrektur der Perspektive
und ein engerer Ausschnitt.
Bearbeitung sollte die vorhandene Bildidee unterstützen und nicht unbedingt versuchen, aus einer schwachen Aufnahme nachträglich eine spektakuläre Aufnahme zu machen.
Entwickle deinen eigenen Stil
Wenn du regelmäßig fotografierst, wirst du irgendwann feststellen, dass bestimmte Motive immer wieder deine Aufmerksamkeit anziehen.
Vielleicht fotografierst du besonders gerne:
Menschen in großen architektonischen Räumen.
Vielleicht faszinieren dich Spiegelungen.
Vielleicht fotografierst du fast ausschließlich in Schwarz-Weiß.
Vielleicht interessieren dich Farben.
Vielleicht konzentrierst du dich auf Humor und ungewöhnliche Situationen.
Vielleicht möchtest du das alltägliche Graz möglichst dokumentarisch zeigen.
Du musst deinen Stil nicht bewusst erfinden.
Oft entsteht er ganz automatisch durch die Dinge, die du immer wieder fotografierst.
Schau deshalb regelmäßig durch ältere Aufnahmen.
Welche Bilder gefallen dir noch immer?
Welche Motive wiederholen sich?
Welche Perspektiven verwendest du häufig?
Darin können sich bereits die ersten Merkmale deiner persönlichen Bildsprache zeigen.
Setze dir kleine fotografische Projekte
Ein Projekt gibt dir einen Grund, regelmäßig weiterzufotografieren.
Du könntest beispielsweise vier Wochen lang nur einen bestimmten Bereich der Grazer Innenstadt dokumentieren.
Oder du fotografierst ein Jahr lang immer wieder denselben Platz.
Vielleicht machst du jeden Monat ein Foto vom gleichen Standort.
Am Ende besitzt du nicht nur einzelne Bilder, sondern eine Entwicklung.
Auch kleine Projekte funktionieren:
10 interessante Schatten
20 Spiegelungen
30 Menschen beim Warten
Eine Woche nur Schwarz-Weiß
Ein Spaziergang mit nur einer Brennweite
Eine Stunde ohne Zoom
Solche Einschränkungen fördern deine Kreativität erstaunlich stark.
Respekt gehört zur Streetphotography
Bei aller Begeisterung für interessante Situationen solltest du nie vergessen, dass du dich im öffentlichen Raum bewegst und reale Menschen fotografierst.
Beobachte deshalb nicht nur dein Motiv, sondern auch die Situation.
Wenn du bemerkst, dass sich jemand deutlich unwohl fühlt, kannst du auf ein Foto verzichten.
Wenn sich ein Gespräch ergibt, erkläre freundlich, warum du fotografierst.
Gerade wenn eine einzelne Person sehr deutlich erkennbar und das zentrale Motiv eines Bildes ist, solltest du bei einer geplanten Veröffentlichung besonders sorgfältig mit Persönlichkeitsrechten und der jeweiligen rechtlichen Situation umgehen.
Fotografieren und Veröffentlichen sind dabei nicht automatisch dasselbe.
Respekt ist deshalb nicht nur eine rechtliche Frage, sondern ein grundlegender Bestandteil verantwortungsvoller Streetphotography.
Lass auch einmal das Smartphone unten
Das klingt zunächst widersprüchlich, ist aber eine sehr gute Übung.
Geh zehn Minuten durch die Stadt, ohne ein einziges Foto zu machen.
Beobachte nur.
Wo fällt das Licht hin?
Wie bewegen sich Menschen?
Welche Farben wiederholen sich?
Wo entstehen interessante Hintergründe?
Welche Orte funktionieren fotografisch?
Danach holst du dein Smartphone wieder hervor.
Du wirst möglicherweise feststellen, dass du wesentlich gezielter fotografierst.
Denn Streetphotography beginnt nicht mit dem Auslöser.
Sie beginnt mit Aufmerksamkeit.
Dein eigener fotografischer Spaziergang
Du kannst aus einem gewöhnlichen Weg durch Graz ein kleines persönliches Fotoprojekt machen.
Starte beispielsweise beim Kunsthaus.
Bleibe dort nicht nur bei der klassischen Gesamtansicht des Gebäudes. Suche Details, Spiegelungen, Menschen vor der Architektur und ungewöhnliche Überschneidungen.
Gehe anschließend weiter Richtung Innenstadt.
Beobachte auf dem Weg Übergänge zwischen moderner und historischer Architektur.
Am Hauptplatz kannst du dir Zeit nehmen.
Statt einfach einmal quer über den Platz zu gehen, suche dir einen Standort und beobachte fünf oder zehn Minuten dieselbe Szene.
Danach gehst du weiter in die umliegenden Gassen.
Dort kannst du dich stärker auf kleine Situationen, Schaufenster, Fassaden, Spiegelungen und Details konzentrieren.
Wenn du anschließend zurückblickst, hast du möglicherweise nicht nur eine Sammlung von Einzelbildern aufgenommen.
Du hast eine kleine Geschichte über einen bestimmten Tag in Graz erzählt.
Und genau darin liegt die besondere Stärke der Streetphotography.
Du dokumentierst nicht einfach nur, wie eine Stadt aussieht.
Du zeigst, wie sie sich in einem bestimmten Augenblick angefühlt hat.
Praktische Tipps und Tricks für deine Smartphone-Streetphotography
Reinige zuerst deine Kameralinse.
Dieser einfache Schritt wird erstaunlich häufig vergessen. Fingerabdrücke auf der Smartphone-Kamera reduzieren Kontrast und Schärfe und erzeugen besonders bei Gegenlicht störende Schleier.
Halte dein Smartphone bereits griffbereit.
Wenn du es erst aus einer tiefen Tasche holen und entsperren musst, kann der entscheidende Moment bereits vorbei sein.
Lerne den Kamera-Schnellstart deines Smartphones.
Viele Geräte lassen sich über eine Taste oder eine Geste direkt in die Kamera-App starten.
Aktiviere Hilfslinien.
Rasterlinien können dir dabei helfen, Horizonte gerade auszurichten und deine Komposition bewusster aufzubauen.
Tippe gezielt auf dein Hauptmotiv.
Dadurch setzt du Fokus und häufig auch die Belichtungsmessung auf den entscheidenden Bereich.
Reduziere bei starken Lichtkontrasten die Belichtung leicht.
Ausgefressene helle Bereiche lassen sich häufig schlechter retten als etwas zu dunkle Schatten.
Vermeide unnötigen Digitalzoom.
Nutze wenn möglich die optischen beziehungsweise nativen Brennweiten deines Smartphones oder gehe selbst näher heran.
Fotografiere mehrere Varianten.
Nimm eine Szene horizontal und vertikal auf. Verändere deine Position. Fotografiere aus Augenhöhe und anschließend aus einer tieferen Perspektive.
Beobachte zuerst den Hintergrund.
Ein guter Moment vor einem chaotischen Hintergrund verliert häufig an Wirkung.
Warte auf Personen an der richtigen Stelle.
Suche zuerst deine Komposition und lasse das menschliche Element anschließend in dein Bild hineinlaufen.
Nutze Pfützen.
Sie können aus einem vollkommen gewöhnlichen Motiv eine ungewöhnliche Spiegelung machen.
Fotografiere durch Glas.
Schaufenster, Türen und Haltestellen können interessante Mehrfachreflexionen erzeugen.
Nutze Schatten.
Manchmal ist der Schatten einer Person interessanter als die Person selbst.
Probiere Schwarz-Weiß bewusst aus.
Besonders Bilder mit starken Kontrasten und klaren geometrischen Formen können davon profitieren.
Mache Pausen.
Streetphotography wird schnell hektisch. Wenn du fünf Minuten an einem Ort bleibst, entstehen oft bessere Bilder als während eines permanenten schnellen Spaziergangs.
Sortiere erst später konsequent aus.
Fotografiere unterwegs und entscheide anschließend in Ruhe, welche Bilder wirklich funktionieren.
Bearbeite Serien einheitlich.
Wenn mehrere Bilder zusammengehören, wirken ähnliche Kontraste, Farbstimmungen und Ausschnitte wesentlich harmonischer.
Sichere deine besten Bilder.
Ein Smartphone kann verloren gehen oder beschädigt werden. Besonders wichtige Aufnahmen solltest du deshalb regelmäßig zusätzlich sichern.
Checkliste für deinen nächsten Streetphotography-Spaziergang
Vor dem Start
Während des Fotografierens
Nach dem Spaziergang
Kleine Herausforderung für deinen nächsten Spaziergang
Nimm dir beim nächsten Mal nur ein einziges Thema vor.
Zum Beispiel:
„Licht und Schatten in Graz.“
Versuche innerhalb eines Spaziergangs zehn Bilder aufzunehmen, die vollkommen unterschiedlich aussehen, aber alle dieses eine Thema behandeln.
Beim darauffolgenden Spaziergang nimmst du ein neues Thema.
So entwickelst du Schritt für Schritt deinen Blick, deine Technik und schließlich auch deine ganz persönliche fotografische Handschrift.
Denn am Ende entscheidet nicht das Smartphone darüber, ob ein Bild interessant wird.
Entscheidend ist, was du siehst, wann du auf den Auslöser drückst und welche Geschichte du mit deinem Bild erzählst.