Storytelling als Denkweise, nicht als Technik
Storytelling ist eines dieser Worte, die überall auftauchen und doch selten wirklich verstanden werden. Es steht auf Workshop-Folien, in Marketing-Büchern, in LinkedIn-Profilen und Agentur-Pitches. Oft wird es behandelt wie ein Werkzeug, das man erlernen, anwenden und wieder weglegen kann. Als wäre Storytelling eine Technik, die man einmal beherrscht und dann gezielt einsetzt, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit zu erzeugen oder Produkte besser zu verkaufen. Genau hier beginnt das Missverständnis. Denn echtes Storytelling ist keine Technik. Es ist eine Denkweise. Eine innere Haltung. Eine Art, die Welt zu sehen, zu strukturieren und zu kommunizieren. Wenn du Storytelling als Technik begreifst, fragst du dich, welche Struktur funktioniert, welcher Spannungsbogen klickt, welche Heldenreise gerade angesagt ist. Wenn du Storytelling als Denkweise verstehst, fragst du dich, warum etwas relevant ist, für wen es Bedeutung hat und welche emotionale Wahrheit darin steckt. Der Unterschied ist subtil, aber entscheidend. Technik beginnt im Außen. Denkweise beginnt im Inneren. Und genau dort entscheidet sich, ob eine Geschichte berührt oder nur gut gemeint ist. Warum Storytelling heute so präsent ist Wir leben in einer Zeit permanenter Reizüberflutung. Inhalte sind jederzeit verfügbar, austauschbar und unendlich reproduzierbar. Texte, Videos, Posts und Kampagnen konkurrieren um Aufmerksamkeit in einem Raum, der längst überfüllt…