Interviews und Porträts mit dem Smartphone – Professionelle Videoqualität mit dem Handy für Anfänger und Fortgeschrittene
Interviews und Porträts mit dem Smartphone – Professionelle Videoqualität mit dem Handy für Anfänger und Fortgeschrittene

Interviews und Porträts mit dem Smartphone – Professionelle Videoqualität mit dem Handy für Anfänger und Fortgeschrittene inkl. 37 praxisnahe Tipps & Tricks

Smartphones haben sich in den letzten Jahren zu leistungsfähigen Werkzeugen für die Videoproduktion entwickelt. Was früher ausschließlich mit teuren Kameras, komplexer Technik und großen Teams möglich war, kannst du heute allein mit deinem Handy umsetzen. Interviews und Porträts gehören zu den wirkungsvollsten Videoformaten überhaupt, weil sie Nähe schaffen, Geschichten erzählen und Vertrauen aufbauen. Ganz gleich, ob du Content für Social Media produzierst, journalistisch arbeitest, ein Unternehmen präsentierst oder persönliche Projekte umsetzt – mit dem richtigen Wissen kannst du mit deinem Smartphone Videos auf professionellem Niveau erstellen.

In diesem ausführlichen Leitfaden erfährst du, wie du Interviews und Porträts vollständig mit dem Smartphone realisierst. Du lernst, wie du dich optimal vorbereitest, welche Kameraeinstellungen entscheidend sind, wie du dein Gegenüber souverän führst, wie Licht und Ton deine Bildwirkung massiv beeinflussen und wie du in der Postproduktion aus gutem Material ein starkes Video machst. Dabei spielen aktuelle Entwicklungen wie Social-Media-Formate, Hochkantvideos, kurze Aufmerksamkeitsspannen und authentisches Storytelling eine zentrale Rolle.

Warum Interviews und Porträts mit dem Smartphone heute so relevant sind

Die Sehgewohnheiten haben sich verändert. Videos werden zunehmend mobil konsumiert, oft ohne Ton, häufig im Hochformat und meistens in kurzen Zeitfenstern. Gleichzeitig erwarten Zuschauer Authentizität statt Hochglanz. Genau hier liegt die große Stärke des Smartphones. Es ist unauffällig, schnell einsatzbereit und erzeugt eine natürliche Atmosphäre. Menschen fühlen sich weniger eingeschüchtert als vor einer großen Kamera, was gerade bei Interviews und Porträts zu ehrlicheren Aussagen führt.

Auch im beruflichen Kontext gewinnt Mobile Videography stark an Bedeutung. Unternehmen setzen auf persönliche Marken, Selbstständige erzählen ihre Geschichte, Coaches und Experten positionieren sich über Interviews, und Journalisten nutzen Smartphones für flexible Berichterstattung. Das Smartphone ist längst kein Notbehelf mehr, sondern ein vollwertiges Produktionswerkzeug.

Vorbereitung von Interview-Szenen – Der wichtigste Schritt für gelungene Smartphone-Videos

Die Qualität eines Interviews entscheidet sich lange bevor du die Kamera einschaltest. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass du dich während der Aufnahme auf dein Gegenüber konzentrieren kannst und nicht mit technischen oder inhaltlichen Problemen kämpfst. Besonders bei Smartphone-Videos ist Struktur entscheidend, da du meist allein arbeitest und keine zweite Person für Kamera oder Regie hast.

Zunächst solltest du dir über das Ziel des Interviews klar werden. Überlege dir, welche Geschichte erzählt werden soll, welche Botschaft transportiert wird und für welches Publikum das Video gedacht ist. Ein Interview für Social Media folgt anderen Regeln als ein Porträt für eine Website oder ein längeres YouTube-Video. Diese Klarheit beeinflusst später die Länge der Antworten, den Bildausschnitt und sogar die Körpersprache.

Die Wahl des Ortes spielt eine entscheidende Rolle. Achte darauf, dass der Hintergrund ruhig, aber nicht langweilig ist. Eine Umgebung mit Bezug zur Person oder zum Thema verleiht dem Porträt Tiefe. Gleichzeitig solltest du Störfaktoren wie laute Geräusche, wechselndes Licht oder stark frequentierte Orte vermeiden. Gerade Smartphones reagieren empfindlich auf schlechte Lichtverhältnisse und Hintergrundgeräusche.

Auch dein Interviewpartner profitiert von Vorbereitung. Informiere ihn oder sie vorab über das Thema, den Ablauf und die ungefähre Dauer. Das nimmt Nervosität und schafft Vertrauen. Bei Porträts ist es hilfreich, wenn die Person weiß, wie sie sich positionieren soll und dass kleine Pausen oder Versprecher völlig normal sind.

Kameraeinstellungen und Positionierung – So holst du das Maximum aus deinem Smartphone heraus

Moderne Smartphones bieten eine beeindruckende Videoqualität, doch nur mit den richtigen Einstellungen kannst du diese auch ausschöpfen. Viele Anfänger verlassen sich auf den Automatikmodus, was in manchen Situationen funktioniert, aber häufig zu schwankender Belichtung, wechselndem Fokus oder unruhigem Bild führt.

Für Interviews und Porträts solltest du möglichst manuelle Kontrolle nutzen oder zumindest Einstellungen fixieren. Die Auflösung sollte hoch genug sein, um ein scharfes Bild zu gewährleisten, gleichzeitig aber zu deinem späteren Verwendungszweck passen. Für Social Media reicht oft Full HD, während für YouTube oder Unternehmensvideos auch 4K sinnvoll sein kann. Wichtig ist, dass Bildrate, Belichtung und Weißabgleich konstant bleiben.

Die Positionierung der Kamera beeinflusst maßgeblich die Wirkung des Interviews. Das Smartphone sollte stabil befestigt sein, idealerweise auf einem Stativ. Ein wackelndes Bild wirkt unprofessionell und lenkt vom Inhalt ab. Die Kamera befindet sich auf Augenhöhe oder leicht darüber, um eine natürliche Perspektive zu erzeugen. Zu niedrige Winkel wirken schnell unvorteilhaft, während zu hohe Einstellungen Distanz schaffen.

Der Bildausschnitt sollte bewusst gewählt werden. Ein klassisches Porträt zeigt Kopf und Oberkörper, lässt Raum über dem Kopf und platziert die Augen etwa im oberen Drittel des Bildes. Wenn dein Interviewpartner nicht direkt in die Kamera spricht, sondern leicht daran vorbeischaut, entsteht ein besonders angenehmer, filmischer Look.

Interviews führen – Authentische Gespräche statt steifer Fragerunden

Ein gutes Interview lebt nicht von perfekten Antworten, sondern von echten Momenten. Deine Aufgabe ist es, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich dein Gegenüber wohlfühlt und offen spricht. Gerade beim Filmen mit dem Smartphone ist Nähe ein großer Vorteil, den du bewusst nutzen solltest.

Beginne das Gespräch entspannt, ohne sofort aufzunehmen. Ein kurzer Smalltalk hilft, die Nervosität abzubauen. Wenn du mit der Aufnahme startest, erkläre ruhig, dass Fehler kein Problem sind und jederzeit neu angesetzt werden kann. Diese Sicherheit hört man später in der Stimme.

Stelle offene Fragen, die zu vollständigen Antworten einladen. Statt Fakten abzufragen, solltest du nach Erfahrungen, Gefühlen und persönlichen Geschichten fragen. Bei Porträts ist es besonders wirkungsvoll, wenn Menschen in ihren eigenen Worten erzählen dürfen, warum sie tun, was sie tun.

Während des Interviews solltest du aktiv zuhören. Reagiere auf Aussagen, hake nach und lasse Pausen zu. Viele der stärksten Momente entstehen in kurzen Stillen, wenn Menschen nachdenken. Unterbrich nicht unnötig und vermeide es, selbst zu viel zu sprechen.

Beleuchtung und Ton für Porträts – Der Schlüssel zu professioneller Wirkung

Bild und Ton sind die beiden wichtigsten Qualitätsfaktoren bei Interviews. Zuschauer verzeihen eher ein nicht perfektes Bild als schlechten Ton. Deshalb solltest du der Audioqualität besondere Aufmerksamkeit schenken.

Die eingebauten Mikrofone von Smartphones sind für Notizen oder spontane Clips geeignet, stoßen bei Interviews jedoch schnell an ihre Grenzen. Ein externes Mikrofon, idealerweise ein Ansteckmikrofon oder ein kleines Richtmikrofon, verbessert die Verständlichkeit enorm. Achte darauf, dass Kleidung nicht raschelt und der Ton klar und gleichmäßig aufgenommen wird.

Die Beleuchtung entscheidet darüber, ob dein Porträt hochwertig oder amateurhaft wirkt. Natürliches Licht ist oft die beste Wahl, solange es weich und gleichmäßig ist. Ein Fensterlicht von der Seite erzeugt Tiefe und modelliert das Gesicht. Vermeide direktes Sonnenlicht, das harte Schatten wirft und zum Blinzeln zwingt.

Wenn du künstliches Licht nutzt, sollte es das Gesicht gleichmäßig ausleuchten, ohne zu blenden. Ein sanftes Hauptlicht von vorne oder leicht seitlich sorgt für eine freundliche, professionelle Anmutung. Der Hintergrund darf dunkler sein, um die Person hervorzuheben, sollte aber nicht völlig absaufen.

Postproduktion von Interviews – Aus gutem Material wird ein starkes Video

Die Nachbearbeitung ist der Schritt, in dem dein Interview oder Porträt seine endgültige Form erhält. Auch hier bietet das Smartphone enorme Möglichkeiten. Moderne Schnitt-Apps ermöglichen präzise Bearbeitung, Farbkorrekturen, Texteinblendungen und Tonoptimierung direkt auf dem Handy.

Beim Schnitt solltest du dich auf das Wesentliche konzentrieren. Entferne lange Pausen, Versprecher und Wiederholungen, ohne den natürlichen Gesprächsfluss zu zerstören. Ziel ist ein rhythmisches, angenehmes Video, das die Aufmerksamkeit hält.

Farbkorrekturen helfen dabei, einen einheitlichen Look zu erzeugen. Passe Helligkeit, Kontrast und Farbstimmung an, sodass Hauttöne natürlich wirken. Vermeide extreme Filter, da sie schnell unprofessionell aussehen und vom Inhalt ablenken.

Texteinblendungen sind besonders für Social Media relevant, da viele Videos ohne Ton angesehen werden. Untertitel erhöhen nicht nur die Verständlichkeit, sondern auch die Verweildauer. Achte darauf, dass Texte gut lesbar sind und das Bild nicht überladen.

Auch der Ton sollte in der Postproduktion optimiert werden. Leichte Anpassungen der Lautstärke, das Entfernen von Hintergrundrauschen und ein ausgewogener Klang machen einen großen Unterschied.

Smartphone Video für Anfänger und Fortgeschrittene – Mobile Videography als Chance

Ganz gleich, ob du gerade erst mit Smartphone-Videos beginnst oder bereits Erfahrung hast, Interviews und Porträts sind ein ideales Format, um deine Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Anfänger lernen, wie wichtig Vorbereitung, Licht und Ton sind, während Fortgeschrittene mit Bildgestaltung, Storytelling und subtiler Dramaturgie experimentieren können.

Mobile Videography bietet dir die Freiheit, überall Geschichten zu erzählen. Du bist flexibel, unabhängig und kannst schnell auf aktuelle Themen reagieren. In einer Zeit, in der persönliche Geschichten, echte Stimmen und glaubwürdige Inhalte immer wichtiger werden, ist das Smartphone eines der stärksten Werkzeuge, die dir zur Verfügung stehen.

Wenn du Interviews und Porträts mit deinem Handy professionell umsetzt, schaffst du nicht nur hochwertige Videos, sondern auch echte Verbindung zu deinem Publikum. Genau das macht erfolgreiche Videoinhalte heute aus.

37 praxisnahe Tipps & Tricks

🎥 Grundlagen & Vorbereitung

  1. Reinige die Kameralinse vor jeder Aufnahme – oft unterschätzt, aber extrem wirkungsvoll.

  2. Plane dein Interview: Ziel, Kernaussagen und Länge vorab festlegen.

  3. Wähle den richtigen Ort: Ruhig, wenig Hall, keine störenden Hintergrundgeräusche.

  4. Achte auf den Hintergrund – schlicht, aufgeräumt und thematisch passend.

  5. Vermeide Mischlicht (z. B. Tageslicht + Lampe), um Farbprobleme zu verhindern.

  6. Akkustand prüfen und genug Speicherplatz freihalten.

  7. Flugmodus aktivieren, um Unterbrechungen zu vermeiden.


📱 Kameraeinstellungen & Technik

  1. Filme mit der Hauptkamera, nicht mit der Frontkamera (meist bessere Qualität).

  2. Nutze 4K, wenn möglich – selbst bei späterem Export in Full HD.

  3. Fixiere Fokus und Belichtung (AF/AE-Lock), damit das Bild nicht „pumpt“.

  4. Vermeide digitalen Zoom – lieber näher herangehen.

  5. Nutze 25 oder 30 fps für Interviews, nicht 60 fps.

  6. Halte das Smartphone stabil – ideal mit Stativ oder Halterung.

  7. Filme im Querformat, außer für reine Social-Media-Formate.

  8. Manuelle Kamera-Apps ermöglichen mehr Kontrolle für Fortgeschrittene.


🎙️ Tonqualität (entscheidend!)

  1. Der Ton ist wichtiger als das Bild – Zuschauer verzeihen kein schlechtes Audio.

  2. Nutze ein externes Mikrofon (Lavalier oder Richtmikro).

  3. Platziere das Mikrofon nah an der sprechenden Person.

  4. Mache einen kurzen Testrecording, bevor du startest.

  5. Achte auf Kleidung – raschelnde Stoffe ruinieren den Ton.

  6. Schalte laute Geräte (Kühlschrank, Klimaanlage) aus.


💡 Licht & Bildgestaltung

  1. Nutze natürliches Licht, z. B. ein Fenster seitlich zum Gesicht.

  2. Vermeide Licht von oben – das erzeugt unschöne Schatten.

  3. Setze ein einfaches Drei-Punkt-Licht, wenn möglich.

  4. Licht lieber weich als hart (z. B. durch Vorhang oder Softbox).

  5. Augenhöhe der Kamera – wirkt natürlicher und professioneller.

  6. Beachte die Drittelregel für eine harmonische Bildkomposition.


👤 Interviewführung & Porträtwirkung

  1. Lass die Person nicht direkt in die Kamera schauen, sondern leicht daran vorbei (klassischer Interview-Look).

  2. Baue vor der Aufnahme Vertrauen auf – entspannt die Körpersprache.

  3. Bitte um kurze Antworten, das erleichtert den Schnitt.

  4. Achte auf Gestik und Haltung – kleine Korrekturen helfen enorm.

  5. Lass Pausen nach Antworten, das ist Gold wert beim Schneiden.


✂️ Nachbearbeitung & Feinschliff

  1. Schneide konsequent – lieber kürzer und prägnanter.

  2. Passe Helligkeit & Kontrast leicht an, aber übertreibe nicht.

  3. Korrigiere den Ton (Rauschen, Lautstärke, Klarheit).

  4. Nutze Untertitel, besonders für Social Media.

  5. Lerne aus jedem Dreh – analysiere, was gut lief und was nicht.

Markus Flicker

Markus Flicker – Kreativer Unternehmer mit anhaltender konstruktiver Unzufriedenheit. Steiermark Graz Gleisdorf Österreich // Finden und Erstellen von visuellen Lösungen für dein Unternehmen. Markus Flicker Fotograf & Videograf Graz Contentcreator & Autor Fotografie / Bildbearbeitung / Workshops / Reisen / Blog / Podcast

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