Er stieg auf das Pferd und ritt in alle Richtungen davon – Warum Fokus heute wichtiger ist als je zuvor
Er stieg auf das Pferd und ritt in alle Richtungen davon – Warum Fokus heute wichtiger ist als je zuvor

Er stieg auf das Pferd und ritt in alle Richtungen davon – Warum Fokus heute wichtiger ist als je zuvor

Manchmal reicht ein einziger Satz, um ein ganzes Lebensgefühl zu beschreiben. „Er stieg auf das Pferd und ritt in alle Richtungen davon“ ist genau so ein Satz. Er wirkt auf den ersten Blick fast humorvoll, doch in Wahrheit steckt eine tiefe Wahrheit darin. Wie soll jemand vorankommen, wenn er gleichzeitig in alle Richtungen unterwegs ist? Genau dieses Bild beschreibt den modernen Alltag vieler Menschen erstaunlich gut. Du willst erfolgreich sein, gesund leben, glücklich sein, finanziell unabhängig werden, gute Beziehungen pflegen, dich selbst verwirklichen, ständig erreichbar sein, immer informiert bleiben und nebenbei noch Zeit für dich haben. Das Ergebnis ist oft nicht Erfüllung, sondern Überforderung, Erschöpfung und das Gefühl, nie wirklich anzukommen.

In einer Welt voller Ablenkungen, Möglichkeiten und permanenter Reizüberflutung ist Fokus zu einer der wertvollsten Fähigkeiten geworden. Gleichzeitig ist er so schwer wie nie zuvor. Verzettelung im Alltag ist kein persönliches Versagen, sondern ein gesellschaftliches Phänomen. Doch auch wenn die Umstände herausfordernd sind, liegt es an dir, ob du dein inneres Pferd weiterhin in alle Richtungen gleichzeitig treiben lässt oder ob du dich für einen klaren Weg entscheidest.

Die Illusion der unbegrenzten Möglichkeiten

Noch nie zuvor hattest du so viele Möglichkeiten wie heute. Du kannst theoretisch alles lernen, überall arbeiten, jederzeit kündigen, ein Business starten, auswandern oder komplett neu anfangen. Diese Freiheit klingt zunächst berauschend. Doch Freiheit ohne Richtung führt nicht automatisch zu Glück, sondern oft zu innerer Unruhe. Wenn alles möglich ist, wird jede Entscheidung schwerer. Du hast ständig das Gefühl, etwas Besseres zu verpassen, egal wofür du dich gerade entscheidest.

Dieses Phänomen zeigt sich besonders deutlich in der digitalen Welt. Social Media präsentiert dir täglich hunderte Lebensmodelle, Karrieren, Erfolgsstories und perfekte Routinen. Während du eigentlich ein Ziel verfolgen wolltest, siehst du plötzlich wieder fünf neue, die ebenfalls verlockend erscheinen. Dein inneres Pferd wird nervös, dreht sich im Kreis und galoppiert gleichzeitig nach links, rechts und nach vorne. Am Ende kommst du kaum vom Fleck.

Verzettelung entsteht oft nicht aus Faulheit, sondern aus Überambition. Du willst zu viel auf einmal. Du willst nichts verpassen. Du willst überall Fortschritte sehen. Doch genau das verhindert echten Fortschritt.


Wenn Konzentration zur Ausnahme wird

Konzentration ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Dein Smartphone liegt immer in Reichweite, Benachrichtigungen unterbrechen jede Tätigkeit, E-Mails, Nachrichten, Updates und Informationsfluten reißen dich aus jedem Gedankenprozess. Dein Gehirn befindet sich im dauerhaften Alarmzustand. Es springt von Impuls zu Impuls, statt sich in die Tiefe zu versenken.

Dabei braucht alles, was wachsen soll, Zeit, Wiederholung und ungeteilte Aufmerksamkeit. Ob es ein Projekt ist, eine Beziehung, ein berufliches Ziel oder deine persönliche Entwicklung – ohne Fokus bleibt alles oberflächlich. Du liest vieles an, beginnst vieles, beendet aber wenig. Du hast das Gefühl, ständig beschäftigt zu sein, aber selten wirklich wirksam.

Das äußert sich im Alltag oft in einem diffusen Stressgefühl. Du bist müde, obwohl du nicht körperlich erschöpft bist. Du hast das Gefühl, immer hinterherzulaufen. Selbst in ruhigen Momenten ist dein Kopf voller offener To-do-Listen. Dein inneres Pferd steht nie still.


Die psychologischen Ursachen des Verzettelns

Verzettelung hat tiefe psychologische Wurzeln. Häufig liegt ihr eine Angst zugrunde, sich festzulegen. Denn jede klare Entscheidung bedeutet auch, andere Möglichkeiten bewusst loszulassen. Das fällt vielen Menschen schwer. Sie wollen sich Türen offenhalten, keine Optionen verbauen und sich nicht festnageln lassen. Doch genau dieses Offenhalten aller Türen verhindert, dass du jemals wirklich durch eine hindurchgehst.

Hinzu kommt das Bedürfnis nach sofortiger Belohnung. Dein Gehirn liebt schnelle Reize. Ein neues Video, eine neue Nachricht, ein neuer Gedanke sind kurzfristig spannender als ein langfristiges Projekt, das Geduld erfordert. Fokus bedeutet oft, auf kurzfristige Impulse zu verzichten zugunsten eines größeren Zieles. Das fällt uns als moderne Menschen besonders schwer, weil wir auf ständige Stimulation konditioniert sind.

Auch Perfektionismus spielt eine Rolle. Wer alles perfekt machen will, beginnt oft vieles, beendet aber wenig. Statt einen klaren Weg konsequent zu gehen, werden ständig neue Ansätze ausprobiert. Das Pferd dreht sich weiter im Kreis.


Die unsichtbaren Kosten der Dauerablenkung

Verzettelung kostet dich mehr, als du vielleicht bewusst wahrnimmst. Sie raubt dir nicht nur Zeit, sondern auch mentale Energie, Selbstvertrauen und innere Ruhe. Jedes angefangene, aber nicht zu Ende gebrachte Projekt erzeugt im Unterbewusstsein eine Art offenes mentales Fenster. Diese offenen Schleifen binden Aufmerksamkeit, selbst wenn du gerade etwas anderes tun willst.

Langfristig entsteht daraus ein Gefühl von Unzulänglichkeit. Du nimmst dich selbst als sprunghaft wahr, als jemand, der viel will, aber wenig durchhält. Das schwächt dein Selbstbild und untergräbt deine innere Stabilität. Du beginnst, an deiner Umsetzungsfähigkeit zu zweifeln, obwohl nicht mangelnde Fähigkeit das Problem ist, sondern fehlende Fokussierung.

Auch körperlich wirkt sich Dauerablenkung aus. Schlafstörungen, innere Unruhe, Reizbarkeit und Erschöpfung sind häufige Begleiterscheinungen eines Alltags ohne klare Struktur und Prioritäten. Dein Nervensystem kommt nie richtig zur Ruhe, weil es permanent zwischen Reizen hin- und herspringt.


Fokus als innere Haltung und nicht nur als Technik

Viele Menschen suchen nach Produktivitätstechniken, Zeitmanagement-Apps und neuen Methoden, um endlich konzentrierter zu arbeiten. Doch Fokus ist mehr als eine Technik. Er ist eine innere Haltung. Du kannst die besten Tools der Welt besitzen, wenn du dich innerlich nicht für eine Richtung entscheidest, wirst du dich weiterhin verzetteln.

Fokus bedeutet, bewusst „Nein“ zu sagen. Nein zu Ablenkungen, Nein zu zu vielen parallelen Zielen, Nein zu Erwartungen anderer, die nicht zu deinem Weg passen. Dieses Nein ist oft schwieriger als jedes Ja, weil es Mut erfordert, dich abzugrenzen.

Wenn du etwas vorhast, konzentriere dich auf genau eine Richtung. Dieser Satz klingt simpel, doch er fordert dich auf, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung für deine Zeit, für deine Energie und für deine Entscheidungen. Niemand außer dir kann für Klarheit in deinem Leben sorgen.


Der Mythos des Multitaskings

Multitasking gilt noch immer als erstrebenswerte Fähigkeit. Doch in Wahrheit ist es eine der größten Illusionen unserer Zeit. Dein Gehirn kann nicht wirklich mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig bearbeiten. Es springt lediglich sehr schnell zwischen ihnen hin und her. Dieser ständige Wechsel kostet Energie und verringert die Qualität deiner Arbeit.

Wenn du glaubst, produktiv zu sein, weil du parallel fünf Dinge erledigst, bist du in Wahrheit oft langsamer, unkonzentrierter und fehleranfälliger. Gleichzeitig trainierst du deinem Gehirn an, keine längeren Konzentrationsphasen mehr auszuhalten. Du wirst ungeduldig, sobald Stille entsteht oder eine Aufgabe länger Aufmerksamkeit erfordert.

Fokus ist das Gegengift zu dieser Zersplitterung. Er ermöglicht dir, in einen Zustand tiefer Konzentration zu kommen, in dem Zeit ihre Bedeutung verliert und echte Qualität entsteht. In diesem Zustand arbeitest du nicht nur effizienter, sondern auch erfüllter.


Verzettelung im Berufsleben

Im beruflichen Kontext zeigt sich Verzettelung besonders deutlich. Permanente Meetings, parallele Projekte, ständige Erreichbarkeit und der Druck, immer flexibel zu sein, zerren an deiner Aufmerksamkeit. Viele Menschen fühlen sich im Job wie Jongleure, die immer mehr Bälle in der Luft halten müssen, ohne jemals einen sicher ablegen zu können.

Dabei entsteht häufig das Gefühl, zwar ständig beschäftigt zu sein, aber nichts wirklich Substanzielles zu schaffen. Am Ende des Tages bist du erschöpft, obwohl du kaum das Gefühl hast, einen sichtbaren Fortschritt gemacht zu haben. Das frustriert und führt langfristig zu innerer Kündigung oder Burnout.

Gerade in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz, Automatisierung und digitale Prozesse immer mehr Aufgaben übernehmen, wird deine Fähigkeit zum Fokus zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Nicht die Masse an Aufgaben wird künftig über deinen Wert entscheiden, sondern deine Fähigkeit, die richtigen Dinge mit Tiefe und Qualität zu tun.


Verzettelung im Privatleben

Auch im Privatleben ist das Zerstreuen der Aufmerksamkeit allgegenwärtig. Während du eigentlich Zeit mit deinen Liebsten verbringen möchtest, schweift dein Blick immer wieder aufs Smartphone. Gespräche werden unterbrochen, gemeinsame Momente fragmentiert. Du bist körperlich anwesend, aber geistig anderswo.

Selbst Erholung wird häufig zur To-do-Liste. Du willst dich entspannen, Sport machen, meditieren, lesen, dich weiterbilden, Freunde treffen und gleichzeitig neue Serien schauen. Aus Entspannung wird Leistungsdruck. Dein Pferd galoppiert weiter.

Echter Fokus im Privatleben bedeutet, auch hier bewusst Prioritäten zu setzen. Nicht alles gleichzeitig und nicht alles perfekt. Manchmal bedeutet Fokus schlicht, einem Moment deine volle Aufmerksamkeit zu schenken, ohne gedanklich schon beim nächsten Programmpunkt zu sein.

Warum klare Ziele alles verändern

Ohne klare Ziele kannst du keinen Fokus entwickeln. Wenn du nicht weißt, wohin du willst, ist jede Richtung gleich gut und gleich schlecht. Dann rittest du tatsächlich in alle Richtungen gleichzeitig davon. Klare Ziele geben deinem Handeln eine Richtung. Sie wirken wie ein innerer Kompass, der dir hilft, Entscheidungen zu treffen und Ablenkungen zu erkennen.

Ein klares Ziel muss nicht perfekt formuliert sein. Es muss vor allem für dich stimmig sein. Es sollte dich emotional berühren und dir wichtig sein. Nur dann bist du bereit, auch unangenehme Phasen, Zweifel und Rückschläge in Kauf zu nehmen.

Wenn du ein Ziel hast, verändert sich dein Blick auf deinen Alltag. Plötzlich erkennst du, welche Tätigkeiten dich deinem Ziel näherbringen und welche dich nur beschäftigen. Du lernst, zwischen wichtig und dringend zu unterscheiden. Dein inneres Pferd bekommt eine Richtung.


Die Angst, etwas zu verpassen

Ein zentraler Treiber der Verzettelung ist die Angst, etwas zu verpassen. Dieses Gefühl ist in der vernetzten Welt besonders stark ausgeprägt. Du siehst ständig, was andere erleben, erreichen oder konsumieren. Schnell entsteht der Eindruck, dass überall etwas Wichtiges passiert, nur nicht gerade dort, wo du bist.

Diese Angst führt dazu, dass du dich selten voll einlässt. Du bist gedanklich immer schon beim Nächsten, beim Möglichen, beim Alternativen. Doch genau dadurch verpasst du paradoxerweise das Wesentliche: Tiefe Erfahrungen, echte Fortschritte und nachhaltige Zufriedenheit.

Fokus bedeutet nicht, dass du auf alles andere verzichtest. Er bedeutet, dass du dich für einen bestimmten Zeitraum bewusst für eine Sache entscheidest. Diese zeitliche Begrenzung nimmt der Angst oft ihren Schrecken.


Wie du beginnst, echte Klarheit zu entwickeln

Klarheit entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis ehrlicher Selbstreflexion. Du darfst dir erlauben, dir grundlegende Fragen zu stellen. Was ist dir wirklich wichtig? Welche Ziele verfolgst du aus eigenem Antrieb und welche nur, weil du glaubst, sie verfolgen zu müssen? Wo investierst du Energie, ohne innerlich dahinterzustehen?

Diese Fragen sind unbequem, aber sie sind der Schlüssel zu einem fokussierten Leben. Klarheit entsteht dort, wo du bereit bist, Verantwortung für deine Entscheidungen zu übernehmen und nicht länger alles auf äußere Umstände zu schieben.

Ein klares Leben ist nicht zwingend ein einfaches Leben. Doch es ist ein ehrliches Leben. Du weißt, warum du etwas tust. Und dieses Warum trägt dich auch durch schwierige Phasen.


Der Mut zur Reduktion

In einer Welt des Überflusses wirkt Reduktion fast radikal. Doch genau darin liegt ihre transformative Kraft. Fokus bedeutet immer auch, vieles bewusst wegzulassen. Nicht jedes Angebot anzunehmen. Nicht jedem Trend hinterherzulaufen. Nicht jeder Idee sofort zu folgen.

Reduktion schafft Raum. Raum für Tiefe, für Erholung, für Kreativität. Wenn dein Alltag überfrachtet ist, bleibt kein Platz für echte Entwicklung. Dein Pferd braucht Platz, um eine klare Strecke gehen zu können, nicht ein Labyrinth aus tausend Abzweigungen.

Reduktion ist kein Verlust, sondern ein Gewinn an Klarheit. Du tauscht Quantität gegen Qualität. Und Qualität verändert dein Leben nachhaltiger als jede Form von bloßer Beschäftigung.


Fokus und Selbstdisziplin

Fokus ist eng mit Selbstdisziplin verbunden. Doch Disziplin wird oft falsch verstanden. Sie ist nicht das harte Sich-Quälen oder der ständige innere Krieg gegen sich selbst. Echte Selbstdisziplin entsteht aus einer klaren inneren Ausrichtung. Wenn du weißt, wofür du dich entscheidest, brauchst du weniger Willenskraft.

Du musst nicht jeden Tag gegen dich kämpfen, wenn du dein Denken und deinen Alltag so gestaltest, dass Fokus zur natürlichen Folge wird. Das beginnt bei kleinen Entscheidungen. Wann greifst du zum Handy? Wann sagst du Ja, obwohl du Nein meinst? Wann lässt du dich ablenken, obwohl dir eine Aufgabe wichtig ist?

Selbstdisziplin ist die Fähigkeit, kurzfristige Impulse zugunsten langfristiger Ziele zu regulieren. Sie ist kein starres Korsett, sondern ein Ausdruck innerer Klarheit.


Die Verbindung zwischen Fokus und innerer Ruhe

Viele Menschen suchen nach innerer Ruhe, glauben aber, sie außerhalb von sich selbst finden zu müssen. In Wahrheit entsteht innere Ruhe dort, wo dein Denken und dein Handeln in eine Richtung zeigen. Solange du innerlich zerrissen bist, unterschiedliche Ziele verfolgst und dich ständig neu ausrichtest, bleibt Unruhe dein ständiger Begleiter.

Fokus wirkt wie ein innerer Anker. Wenn du dich auf eine Sache konzentrierst, beruhigt sich dein Geist. Dein Nervensystem bekommt die Chance, in einen stabileren Zustand zu wechseln. Du spürst wieder mehr Präsenz im Moment.

Diese innere Ruhe ist kein passiver Zustand, sondern die Folge gelebter Klarheit. Sie entsteht nicht durch Ablenkung, sondern durch bewusste Ausrichtung.


Verzettelung als Schutzmechanismus

So paradox es klingt: Verzettelung kann auch ein Schutzmechanismus sein. Solange du in viele Richtungen unterwegs bist, musst du dich keiner wirklich stellen. Du musst dich nicht festlegen, nicht scheitern, nicht voll verantwortlich sein. Die permanente Bewegung verhindert die Konfrontation mit tieferen Ängsten.

Fokus konfrontiert dich mit dir selbst. Er zwingt dich, hinzusehen, dranzubleiben und auch Phasen der Unsicherheit auszuhalten. Genau das macht ihn so herausfordernd. Doch nur dort, wo du dich einlässt, kann echte Entwicklung stattfinden.


Konzentration als Fähigkeit der Zukunft

In einer Welt der permanenten Ablenkung wird Konzentration zur Schlüsselkompetenz der Zukunft. Nicht Wissen allein, sondern die Fähigkeit, Wissen strukturiert anzuwenden und über längere Zeiträume an komplexen Themen zu arbeiten, wird über deinen Erfolg entscheiden.

Schon heute zeigt sich, dass Menschen mit der Fähigkeit zum tiefen Arbeiten klarer denken, kreativer Lösungen entwickeln und nachhaltiger arbeiten. Diese Fähigkeit ist trainierbar, aber sie erfordert bewusste Entscheidungen gegen die permanente Reizflut.

Fokus ist kein Zufallsprodukt. Er ist das Ergebnis wiederholter, kleiner Entscheidungen für Klarheit.


Wie du das Pferd in eine Richtung lenkst

Das Bild vom Pferd, das in alle Richtungen gleichzeitig reitet, zeigt sehr deutlich, was passiert, wenn Führung fehlt. Du bist der Reiter in deinem Leben. Wenn du nicht entscheidest, wohin die Reise geht, wird dein inneres Pferd von äußeren Reizen gelenkt.

Die wichtigste Frage lautet daher nicht: Was könnte ich alles tun? Sondern: Was will ich wirklich tun? Diese Frage klingt simpel, doch sie ist eine der schwierigsten, die du dir stellen kannst.

Aus dieser Antwort entsteht dein persönlicher Kurs. Und erst dann kannst du beginnen, deine Energie sinnvoll zu bündeln.


Kleine Schritte statt großer Umbrüche

Viele Menschen glauben, sie müssten ihr ganzes Leben auf einmal umkrempeln, um fokussierter zu werden. Doch echte Veränderung beginnt im Kleinen. Es sind nicht die radikalen Umbrüche, die langfristig deinen Alltag verändern, sondern die scheinbar unspektakulären Entscheidungen.

Du entscheidest dich, eine Aufgabe zu Ende zu führen, bevor du die nächste beginnst. Du entscheidest dich, bei einem Projekt zu bleiben, auch wenn die anfängliche Euphorie nachlässt. Du entscheidest dich, dir täglich einen Zeitraum ohne Ablenkung zu schaffen. Diese kleinen Entscheidungen bündeln deine Energie Schritt für Schritt.


Warum du nicht alles gleichzeitig sein musst

Die moderne Welt verlangt von dir scheinbar, alles zugleich zu sein. Erfolgreich im Beruf, ausgeglichen im Privatleben, kreativ, gesund, sozial aktiv und ständig bereit für Neues. Dieses Ideal ist nicht nur unrealistisch, es ist auch zutiefst erschöpfend.

Du darfst Phasen haben. Phasen des Aufbaus, Phasen der Ruhe, Phasen des Rückzugs und Phasen der Expansion. Fokus bedeutet auch, anzuerkennen, dass nicht alles gleichzeitig Priorität haben kann. Dein Leben ist kein Dauerlauf auf Höchstleistung, sondern eine Abfolge unterschiedlicher Rhythmen.


Das Loslassen falscher Erwartungen

Ein weiterer Grund für Verzettelung liegt in den Erwartungen, die du an dich selbst und die andere an dich stellen. Du glaubst, allem gerecht werden zu müssen. Jeder Rolle, jeder Aufgabe, jedem Wunsch. Doch dieser Anspruch ist auf Dauer nicht erfüllbar.

Fokus bedeutet auch, Erwartungen bewusst zu hinterfragen. Welche Erwartungen stammen wirklich aus deinem Inneren und welche hast du übernommen? Wo lebst du ein Leben, das mehr von außen gesteuert wird als von innen?

Loslassen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von innerer Stärke. Du schaffst Raum für das, was dir wirklich entspricht.


Der Zusammenhang zwischen Fokus und Sinn

Sinn entsteht dort, wo du dich mit deinem Handeln identifizierst. Wenn du weißt, warum du etwas tust, fühlst du dich weniger zerrissen. Sinn wirkt wie ein inneres Magnetfeld, das deine Aufmerksamkeit bündelt.

Verzettelung hingegen entsteht oft dort, wo Sinn fehlt oder diffus ist. Du tust vieles, aber nichts berührt dich wirklich. Dein Alltag ist voll, aber innerlich leer. Fokus hilft dir, diesen Sinn wiederzufinden, indem du dich auf das Wesentliche ausrichtest.


Konzentration als Selbstschutz

Fokus ist nicht nur ein Werkzeug für Produktivität, sondern auch ein Schutzmechanismus für deine mentale Gesundheit. In einer Zeit, in der Informationen, Meinungen und Krisenmeldungen ununterbrochen auf dich einströmen, brauchst du Grenzen.

Du darfst entscheiden, was du in dein Bewusstsein lässt und was nicht. Du darfst wählen, womit du dich beschäftigst. Diese bewusste Auswahl ist ein Akt der Selbstfürsorge.


Die Kraft der Entscheidung

Am Ende läuft alles auf eine zentrale Fähigkeit hinaus: die Fähigkeit zu entscheiden. Solange du dich nicht entscheidest, bleibst du in Bewegung ohne Richtung. Jede Entscheidung bündelt Energie, jede Nicht-Entscheidung zerstreut sie.

Du musst nicht immer die perfekte Entscheidung treffen. Du musst überhaupt eine treffen. Auch Fehlentscheidungen sind ein Teil des Weges. Doch sie sind immer noch wirkungsvoller als das permanente Verharren im Ungefähren.


Vom Getriebenen zum Gestalter

Verzettelung macht dich zum Getriebenen. Fokus macht dich zum Gestalter. Dieser Wechsel ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess. Du entscheidest dich immer wieder neu, ob du reagieren oder agieren willst.

Du kannst deinen Alltag bewusst gestalten, statt ihn nur zu verwalten. Du kannst deinen inneren Kurs immer wieder überprüfen und korrigieren. Das ist kein Zeichen von Unsicherheit, sondern von Wachheit.


Wenn du etwas vorhast, entscheide dich für eine Richtung

Wenn du dir aus all dem etwas merken möchtest, dann diesen einen Gedanken: Wenn du etwas vorhast, konzentriere dich auf genau eine Richtung. Nicht für immer, aber für jetzt. Gib deinem Projekt, deinem Ziel, deinem Vorhaben deine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Du musst nicht alles gleichzeitig werden, tun oder erreichen. Du darfst wachsen, Schritt für Schritt, in deinem Tempo, in deiner Richtung. Dein Pferd braucht keine hundert Wege. Es braucht einen klaren Pfad.


Fazit: Aus der Zerstreuung in die Klarheit

Das Bild vom Reiter, der in alle Richtungen davonreitet, ist eine kraftvolle Metapher für das moderne Leben. Es zeigt die innere Zerrissenheit, die aus zu vielen Möglichkeiten, zu viel Ablenkung und zu wenig Klarheit entsteht. Verzettelung im Alltag ist kein individuelles Versagen, sondern eine logische Folge der heutigen Reizüberflutung.

Doch du bist diesem Zustand nicht ausgeliefert. Du kannst lernen, dich zu fokussieren. Du kannst lernen, bewusst zu wählen, was deine Aufmerksamkeit verdient. Du kannst lernen, dein inneres Pferd zu lenken, statt von ihm getrieben zu werden.

Fokus ist kein starres Konzept, sondern eine lebendige Praxis. Sie beginnt immer wieder neu, in jedem Moment, in dem du dich entscheidest, bei einer Sache zu bleiben. Dort, wo du deine Aufmerksamkeit bündelst, dort wächst dein Leben.

Markus Flicker

Markus Flicker – Kreativer Unternehmer mit anhaltender konstruktiver Unzufriedenheit. Steiermark Graz Gleisdorf Österreich // Finden und Erstellen von visuellen Lösungen für dein Unternehmen. Markus Flicker Fotograf & Videograf Graz Contentcreator & Autor Fotografie / Bildbearbeitung / Workshops / Reisen / Blog / Podcast

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