Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten. Urbex, Lost Places und Modern Ruins. Fotografie und Filmen
Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten. Urbex, Lost Places und Modern Ruins. Fotografie und Filmen

Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten inkl. 17 Punkte Checkliste

Beim Erkunden verlassener Orte, beim Betreten von Lost Places oder dem dokumentarischen Filmen moderner Ruinen erlebst Du mehr als bloßen Verfall. Es ist ein Eintauchen in die Stille der Vergangenheit, ein Spüren von Geschichte, ein Sichtbarmachen verborgener Geschichten. Gerade durch gezielte Lichtsetzung und bewussten Einsatz von Schatten erhält Deine Fotografie eine emotionale Tiefe, die weit über das bloße Festhalten eines Moments hinausgeht. Es entsteht Storytelling in seiner visuellsten Form – subtil, poetisch, mystisch.


Atmosphäre erschaffen: Der emotionale Zugang zu Lost Places

Wenn Du mit Kamera oder Videotechnik einen verlassenen Ort betrittst, geht es nicht nur um das Abbilden. Es geht darum, Atmosphäre einzufangen. Stimmung zu erzeugen. Bilder zu gestalten, die nachhallen. Dabei kann Licht zum Erzähler werden – Licht lenkt den Blick, Licht offenbart, Licht verschweigt. Schatten wiederum sind das Reich des Unausgesprochenen, des Mystischen. Gerade in der Urbex-Fotografie kannst Du mit Kontrasten spielen: harte Helligkeit in zerbrochenen Fenstern, weiche Dämmerung in abblätternden Fluren.

Top Bullet Points für atmosphärisches Storytelling:

  • Nutze das vorhandene Tageslicht gezielt und vermeide künstliche Überbelichtung

  • Positioniere Dich so, dass Schatten natürliche Linien und Tiefen erzeugen

  • Fotografiere in den frühen Morgenstunden oder kurz vor Sonnenuntergang (Golden Hour)

  • Lasse Schatten zu Erzählern werden – das Unsichtbare wird oft spannender als das Sichtbare

  • Nutze Reflexionen in Wasser, Glas oder Spiegeln für doppelte Bedeutungsebenen


Visuelles Erzählen ohne Worte: Die Kraft der Stille

Du brauchst keine erklärenden Texte, keine langen Untertitel – ein gelungenes Bild spricht für sich. Doch was genau erzählt ein verlassenes Schulgebäude oder ein eingestürzter Konzertsaal? Vielleicht ist es die Einsamkeit, die zwischen den Mauern hängt. Vielleicht ist es die Hoffnung, die in der Natur liegt, die sich ihren Platz zurückerobert. Durch bewusste Bildgestaltung kannst Du diese Geschichten zeigen, ohne sie auszusprechen. Besonders wichtig: Komposition, Bildausschnitt, Lichtführung.

Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten. Urbex, Lost Places und Modern Ruins. Fotografie und Filmen
Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten. Urbex, Lost Places und Modern Ruins. Fotografie und Filmen

Vergiss dabei nicht, wie entscheidend die emotionale Verbindung ist, die Du zum Ort herstellst. Nur wenn Du selbst spürst, was dieser Raum mit Dir macht, wirst Du es überzeugend in Deiner Bildsprache ausdrücken können.


Tipps und Tricks für kreative Lichtnutzung in Lost Places

Ein verlassener Ort bietet keine Studiobedingungen – aber dafür die Magie des Unvorhersehbaren. Vielleicht fällt durch ein Loch in der Decke ein dramatischer Lichtstrahl auf einen verrosteten Stuhl. Vielleicht durchzieht eine Staubwolke die Luft, die im Gegenlicht sichtbar wird. Es sind solche kleinen Momente, die große Wirkung entfalten können – wenn Du bereit bist, sie zu sehen und einzufangen.

Top Bullet Points für den Umgang mit Licht in Urban-Exploration-Fotografie:

  • Trage eine diffuse Lichtquelle bei Dir, aber verwende sie dezent

  • Fotografiere bei leichtem Nebel oder Dunst, um Lichtstrahlen sichtbar zu machen

  • Arbeite mit manuellen Belichtungseinstellungen für maximale Kontrolle

  • Nutze Gegenlicht bewusst für Silhouetten oder mystische Überstrahlung

  • Halte Dich lange an einem Ort auf – oft verändert sich die Lichtstimmung stündlich


Filmische Mittel für bewegte Geschichten

Beim Filmen von Lost Places geht es nicht nur um technische Perfektion – es geht um Atmosphäre, um das Gefühl des Moments. Verwende langsame Kamerafahrten, ruhige Übergänge, ein dezentes Sounddesign. Oft erzählen Geräusche wie das Knirschen von Scherben unter den Schuhen oder das Echo eigener Schritte mehr als jeder Dialog.

Die Kombination aus bewegtem Bild und auditivem Raum kann hypnotisch wirken. In verfallenen Schwimmbädern, leeren Kliniken oder verlassenen Theatern entsteht so eine Art visuelle Meditation. Besonders wirkungsvoll ist die Verbindung von Bildsequenzen mit Originalgeräuschen des Ortes – ob Wind, Tropfen, klappernde Fensterläden.


Bildkomposition und der dramaturgische Aufbau einer Serie

Auch eine Serie von Fotografien – sei es in einem Album, einer Ausstellung oder auf einer Webseite – erzählt eine Geschichte. Beginne mit einer „Einstiegsszene“, die die Neugier weckt. Führe den Betrachter dann durch Details, zeige Spuren des Lebens, Fragmente des Alltags. Baue Spannung auf, variiere Perspektiven, spiele mit dem Rhythmus.

Top Bullet Points für den dramaturgischen Bildaufbau:

  • Beginne mit einem starken Ankerbild, das sofort Aufmerksamkeit erzeugt

  • Wechsle zwischen Totale, Halbtotalen und Detailaufnahmen

  • Achte auf eine konsistente Farbwelt – natürliche Töne, entsättigte Farben oder gezielte Farbakzente

  • Nutze den sogenannten „visuellen Cliffhanger“ – Bilder, die Fragen offenlassen

  • Erzähle auch über Abwesenheit: leere Betten, offene Schubladen, zurückgelassene Kleidung


Aktuelle Themen künstlerisch integrieren

Viele verlassene Orte stehen heute symbolisch für gesellschaftliche Prozesse. Ob es sich um den Rückzug des Menschen aus bestimmten Regionen handelt, um industrielle Umbrüche, um Migration oder ökonomische Verwerfungen – Du kannst diese Themen durch Deine Bildsprache subtil reflektieren.

Aktuell besonders relevant sind ökologische Aspekte. Du kannst mit Deinen Bildern zeigen, wie sich die Natur ihren Raum zurückholt: Pflanzen, die aus Bodenrissen wachsen, Tiere, die sich in Ruinen einnisten, Moos, das Fensterrahmen sprengt. Diese Symbiose aus Zerfall und Leben ist kraftvoll und regt zum Nachdenken an.


Visionäre Ideen für experimentelles Erzählen

Warum nicht einmal mit Mehrfachbelichtungen arbeiten? Oder mit bewegten Lichtern zeichnen? Vielleicht experimentierst Du mit Langzeitbelichtungen, um die Bewegung des Lichts sichtbar zu machen – besonders spannend in dunklen Kellern oder langen Gängen. Auch Infrarotfotografie kann reizvoll sein, um einen surrealen Look zu erzeugen.

In Deinen Videos kannst Du mit Zeitraffer und Zeitlupe spielen, mit Rückwärtsbewegungen oder abrupten Schnitten. Erzähle nicht linear – erzähle fragmentarisch, assoziativ, wie Erinnerungen, die auftauchen und wieder verschwinden. Gib den Betrachtern Deines Werks Raum für Interpretation, statt alles vorzugeben.

Top Bullet Points für kreative Experimente:

  • Nutze Taschenlampen oder reflektierendes Material für gezielte Lichtspuren

  • Kombiniere Foto und Text zu visuellen Tagebucheinträgen

  • Erzeuge mit Doppelbelichtung Geisterbilder – Erinnerungsspuren im Jetzt

  • Verwende Lichtprojektionen an Wände oder Decken für narrative Layer

  • Spiele mit Perspektive: Vogelperspektive, Froschperspektive oder extreme Nahaufnahmen

Die Magie des Erzählens mit Licht und Schatten

Wenn du eine verlassene Fabrikhalle betrittst oder dich durch den Flur eines bröckelnden Herrenhauses bewegst, bist du nicht nur Beobachter: Du bist Erzähler. Jede Fotografie, jedes Video, das du in diesen Orten aufnimmst, ist eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Urbex ist nicht nur das Festhalten von marodem Charme – es ist das visuelle Erzählen von Geschichten, die sonst niemand mehr erzählt. Hier geht es nicht um bloße Dokumentation, sondern um Emotion, um Atmosphäre, um die Stille, die zwischen den Rissen im Putz lebt.

Mit deiner Kamera in der Hand hast du die Möglichkeit, einen Ort zu „sprechen“ zu lassen. Dabei brauchst du kein Skript – du brauchst ein Gespür für Details, für Licht, für Kontraste. Du brauchst Zeit. Lass dich ein auf das, was dir der Ort zu erzählen versucht. Vielleicht ist es die verlassene Kaffeetasse auf einem Fensterbrett, die den Eindruck erweckt, als sei jemand nur kurz hinausgegangen. Oder der Kinderwagen in einer leerstehenden Klinik, der mehr über Verfall, Verlust und Vergänglichkeit sagt als jedes erklärende Schild.

Atmosphäre vor Architektur: Emotionales Erzählen

In der Lost-Places-Fotografie liegt die Kraft weniger in der spektakulären Architektur als in der Stimmung. Statt jedes Detail des Raumes scharf und technisch perfekt abzubilden, kannst du dich fragen: Was fühlt man an diesem Ort? Ist es Beklemmung, Ehrfurcht, Nostalgie? Erlaube dir, genau diese Emotionen visuell zu übersetzen – durch eine dunklere Belichtung, einen engen Bildausschnitt oder durch das bewusste Spiel mit Unschärfe. So wird aus einem alten Stuhl im Lichtkegel ein Symbol für Einsamkeit. Du gestaltest mit deiner Kamera nicht nur ein Bild, sondern eine Erzählung, die im Kopf des Betrachters weiterlebt.

Zeitgeist und urbane Poesie: Aktuelle Bezüge schaffen

Lost Places sind nicht nur isolierte Orte der Vergangenheit – sie stehen oft in einem gesellschaftlichen oder politischen Kontext. Indem du in deinen Bildern oder Videos auch aktuelle Themen einbindest, bekommt dein Storytelling eine zusätzliche Dimension. Zum Beispiel kann eine verlassene Schule in einem strukturschwachen Gebiet eine Geschichte über Bildung, Migration oder den demografischen Wandel erzählen. Eine verfallene Kirche im ländlichen Raum kann zur visuellen Reflexion über den Bedeutungsverlust religiöser Institutionen werden. Urbex kann so zu einem Spiegel für gesellschaftliche Umbrüche werden – wenn du dich darauf einlässt.

Auch die Auswirkungen der Klimakrise lassen sich visuell einfangen. Orte, die von Überschwemmungen oder Stürmen zerstört wurden, erzählen nicht nur von Naturkatastrophen, sondern auch vom menschlichen Einfluss auf die Umwelt. So wird deine Arbeit mehr als nur ästhetisch – sie wird relevant.

Videos: Bewegung als narrative Kraft

In der Videografie hast du noch mehr Möglichkeiten, Geschichte lebendig zu machen. Mit Bewegtbild kannst du Zeit spürbar machen – langsame Kamerafahrten durch verlassene Flure, das Knirschen von Schutt unter den Füßen, das Flattern eines Vorhangs im Wind. Diese kleinen Momente transportieren mehr als bloße Information – sie erzeugen Gänsehaut. Ein Video muss nicht lang sein, um Wirkung zu zeigen. Eine Minute, sorgfältig komponiert, kann tiefer berühren als eine stundenlange Dokumentation.

Wenn du mit Ton arbeitest, kannst du Layer erzeugen: Field Recordings wie das Tropfen von Wasser, entfernte Sirenen oder das Krächzen eines Raben schaffen eine immersive Klangwelt. Musik kann Emotionen verstärken, aber auch manipulieren – überlege dir gut, wie du sie einsetzt. Vielleicht ist die Stille der beste Soundtrack, um den Nachhall der Vergangenheit zu spüren.

Das Unsichtbare sichtbar machen

In deinem Storytelling kannst du dich auch mit dem auseinandersetzen, was nicht sichtbar ist. Urbex bedeutet auch, sich mit Geschichte, Schicksalen und Geistern der Vergangenheit zu beschäftigen. Überlege dir, wie du Leerstellen darstellen kannst: Türen, die nie mehr geöffnet werden; Räume, deren Funktion du nur erahnen kannst; persönliche Gegenstände, deren Besitzer längst verschwunden sind. Gerade diese Fragmente erzeugen ein starkes Narrativ – eines, das beim Betrachter Fragen aufwirft, statt Antworten zu geben.

Nutze Langzeitbelichtungen, Doppelbelichtungen oder unscharfe Silhouetten, um eine surreale Ebene einzubauen. Du kannst auch Zitate aus alten Briefen, Tagebüchern oder Archivmaterial einblenden, um den Brückenschlag zwischen damals und heute zu verdeutlichen. Das kann besonders wirksam sein, wenn du dich mit Orten beschäftigst, die einst eine große Rolle spielten, heute aber fast vergessen sind – etwa ehemalige NS-Einrichtungen, Flüchtlingsunterkünfte, Heilanstalten.

Digitales Storytelling und Social Media

Heute endet das Erzählen nicht mehr bei der Aufnahme. Wie du deine Werke präsentierst, ist ein weiterer Teil deines Storytellings. Ob auf Instagram, TikTok oder in einem dokumentarischen YouTube-Format – jedes Medium verlangt eine eigene Erzählweise. Ein 15-sekündiges Reel mit schnellen Schnitten und dramatischem Soundtrack kann eine ganz andere Geschichte erzählen als eine melancholische Fotoreihe auf deiner Webseite. Denk darüber nach, welche Botschaft du transportieren willst und welches Format dafür am besten geeignet ist.

Auch interaktive Formate wie virtuelle 360°-Touren oder Augmented Reality-Erlebnisse gewinnen an Bedeutung. Stell dir vor, du dokumentierst einen verlassenen Ort nicht nur mit Kamera, sondern auch mit LiDAR-Scans, um später eine digitale Begehung zu ermöglichen. Das öffnet ganz neue Erzählräume – auch für Menschen, die diese Orte nie selbst betreten könnten.

Beim Erkunden verlassener Orte, beim vorsichtigen Betreten von Lost Places oder beim dokumentarischen Filmen moderner Ruinen erlebst Du weit mehr als bloßen Verfall. Du trittst ein in einen Raum zwischen Zeiten. In eine Welt, in der Vergangenheit spürbar wird, ohne ein Wort zu sagen. Urbex ist kein schneller Konsum, kein „Abhaken“ spektakulärer Locations – es ist ein bewusster Prozess des Wahrnehmens, Fühlens und Übersetzens in Bilder.

Gerade Licht und Schatten sind dabei Deine stärksten erzählerischen Werkzeuge. Sie formen Emotionen, lenken Aufmerksamkeit, verschweigen ebenso viel, wie sie offenbaren. Mit gezielter Lichtführung wird aus einer leeren Halle eine Bühne, aus einem verlassenen Flur eine Metapher für Vergänglichkeit. Fotografie und Film werden so zu poetischen Erzählformen – leise, intensiv, nachhaltig.


Atmosphäre erschaffen: Der emotionale Zugang zu Lost Places

Wenn Du einen verlassenen Ort mit Kamera oder Videoequipment betrittst, betrittst Du ihn immer auch emotional. Deine innere Haltung überträgt sich auf das Bild. Urbex lebt von Respekt vor dem Ort und von der Bereitschaft, sich auf seine Stimmung einzulassen. Es geht nicht darum, alles zu zeigen – sondern das Richtige.

Licht wird dabei zum dramaturgischen Mittel: Ein einzelner Lichtstrahl kann Hoffnung symbolisieren, tiefe Schatten können Angst, Leere oder Geheimnisse andeuten. Besonders wirkungsvoll sind Kontraste zwischen natürlichem Licht und dunklen Innenräumen – etwa wenn Sonnenlicht durch zerbrochene Fenster fällt oder sich auf staubigen Böden bricht.

Top Bullet Points für atmosphärisches Storytelling:

  • Nutze vorhandenes Tageslicht bewusst und vermeide aggressive künstliche Ausleuchtung

  • Positioniere Dich so, dass Schatten Linien, Tiefe und Blickführung erzeugen

  • Fotografiere bevorzugt in den frühen Morgenstunden oder zur Golden Hour

  • Lass Schatten zu Erzählern werden – Andeutung ist oft stärker als Offenlegung

  • Nutze Reflexionen in Wasser, Glas oder Spiegeln für doppelte Bedeutungsebenen


Visuelles Erzählen ohne Worte: Die Kraft der Stille

Ein starkes Urbex-Bild braucht keine Erklärung. Es wirkt, weil es Raum für Interpretation lässt. Ein leerer Klassenraum erzählt von Abwesenheit. Ein zurückgelassener Schuh von abruptem Aufbruch. Gerade die Stille verlassener Orte ist visuell extrem kraftvoll – sie lässt Bilder nachhallen.

Entscheidend ist Deine Bildkomposition: Wo setzt Du den Fokus? Wie viel Raum gibst Du der Leere? Welche Elemente bleiben angeschnitten oder bewusst unscharf? Lichtführung, Perspektive und Bildausschnitt entscheiden darüber, ob Dein Bild dokumentiert oder erzählt.

Vergiss nie: Nur wenn Du selbst spürst, was ein Ort mit Dir macht, kannst Du diese Emotion authentisch transportieren. Urbex ist immer auch Selbstbegegnung.


Kreative Lichtnutzung in Lost Places: Arbeiten mit dem Unvorhersehbaren

Verlassene Orte sind keine Studios – und genau das ist ihre Stärke. Lichtverhältnisse ändern sich ständig. Staubpartikel tanzen im Gegenlicht, Wolken ziehen vorbei, Fensteröffnungen erzeugen unerwartete Lichtkegel. Diese Unberechenbarkeit macht jeden Besuch einzigartig.

Statt Licht zu kontrollieren, kannst Du lernen, es zu beobachten und zu begleiten. Warte. Schau, wie sich die Stimmung verändert. Manchmal entsteht das stärkste Bild erst nach einer Stunde des Stillstehens.

Top Bullet Points für den Umgang mit Licht in der Urban-Exploration-Fotografie:

  • Trage eine diffuse Lichtquelle bei Dir, setze sie aber nur minimal ein

  • Fotografiere bei leichtem Nebel oder Dunst für sichtbare Lichtstrahlen

  • Arbeite mit manuellen Einstellungen für maximale Kontrolle

  • Nutze Gegenlicht für Silhouetten und mystische Überstrahlung

  • Bleibe lange an einem Ort – Licht erzählt in Phasen


Filmische Mittel: Bewegte Bilder als emotionale Reise

Beim Filmen von Lost Places geht es weniger um Action als um Rhythmus. Langsame Kamerafahrten, ruhige Schwenks und stabile Einstellungen lassen Räume atmen. Der Zuschauer soll das Gefühl haben, selbst durch den Ort zu gehen.

Ton spielt dabei eine zentrale Rolle: Schritte, Wind, tropfendes Wasser, knarrende Dielen. Diese Geräusche sind authentischer als jede Musik. Oft wirkt völlige Stille stärker als ein emotionaler Score.

Gerade in verlassenen Schwimmbädern, Kliniken oder Theatern entsteht so eine fast meditative Wirkung – eine Einladung zum Innehalten.


Bildserien und dramaturgischer Aufbau

Auch eine Fotoreihe erzählt – Bild für Bild – eine Geschichte. Denke in Sequenzen: Einstieg, Verdichtung, Auflösung. Beginne mit einem starken Überblick, führe über Details in die Tiefe und lasse am Ende bewusst Fragen offen.

Top Bullet Points für den dramaturgischen Bildaufbau:

  • Starte mit einem Ankerbild, das sofort fesselt

  • Wechsle zwischen Totalen, Halbtotalen und Details

  • Halte Farbwelt und Stimmung konsistent

  • Nutze visuelle Cliffhanger

  • Erzähle über Abwesenheit: Leere Betten, offene Schränke, zurückgelassene Kleidung


Gesellschaftliche Themen und urbane Poesie

Lost Places sind Spiegel gesellschaftlicher Prozesse. Industriebrachen erzählen von wirtschaftlichem Wandel, verlassene Dörfer vom demografischen Umbruch, leerstehende Kliniken von politischen Entscheidungen. Wenn Du diese Kontexte mitdenkst, bekommen Deine Bilder zusätzliche Tiefe.

Besonders stark ist das Zusammenspiel von Zerfall und Natur: Pflanzen, die Beton sprengen, Tiere, die sich Ruinen zurückerobern. Hier entsteht eine visuelle Poesie zwischen Ende und Neubeginn.


Experimentelles Erzählen: Jenseits der klassischen Dokumentation

Urbex bietet Raum für Experimente. Mehrfachbelichtungen können Erinnerungsschichten sichtbar machen. Langzeitbelichtungen lassen Lichtspuren entstehen, die fast wie Geister wirken. Auch Infrarot- oder Schwarzweißfotografie kann Orte völlig neu interpretieren.

Im Film kannst Du mit Zeitraffer, Zeitlupe oder nicht-linearen Sequenzen arbeiten. Erzähle fragmentarisch – wie Erinnerungen, die kommen und gehen. Gib dem Publikum Raum, selbst Bedeutungen zu finden.

Top Bullet Points für kreative Experimente:

  • Nutze Taschenlampen für gezielte Lichtspuren

  • Kombiniere Bild und Text zu visuellen Tagebüchern

  • Arbeite mit Doppelbelichtungen als Erinnerungsebenen

  • Projiziere Licht oder Bilder auf Wände

  • Spiele mit extremen Perspektiven


Digitales Storytelling und neue Präsentationsformen

Heute endet das Erzählen nicht mit dem Auslösen der Kamera. Ob Social Media, Webseite oder Ausstellung – jedes Medium hat seine eigene Sprache. Kurze Reels erzeugen emotionale Impulse, während Serien auf Webseiten oder in Büchern Tiefe entfalten.

Zukunftsweisend sind interaktive Formate: 360°-Touren, virtuelle Begehungen oder digitale Archive. Sie machen Lost Places zugänglich, ohne sie physisch zu betreten – und erweitern Dein Storytelling um eine ethische Dimension.


17 Punkte Checkliste für Urbex-Storytelling mit Licht und Schatten

  1. Betritt den Ort achtsam und ohne Zeitdruck

  2. Beobachte das vorhandene Licht vor dem Fotografieren

  3. Nutze Schatten bewusst als erzählerisches Element

  4. Vermeide Überinszenierung – Authentizität wirkt stärker

  5. Arbeite bevorzugt mit natürlichem Licht

  6. Nutze manuelle Kameraeinstellungen

  7. Achte auf Details statt nur auf Architektur

  8. Erzähle über Abwesenheit und Leere

  9. Bleibe offen für unerwartete Lichtmomente

  10. Nutze Perspektivwechsel für visuelle Spannung

  11. Denke in Serien statt in Einzelbildern

  12. Lass Bilder Fragen stellen, nicht Antworten geben

  13. Nutze Ton als erzählerisches Mittel im Film

  14. Experimentiere mit Langzeit- und Doppelbelichtungen

  15. Reflektiere gesellschaftliche und ökologische Kontexte

  16. Präsentiere Deine Arbeit mediengerecht

  17. Respektiere Ort, Geschichte und Stille


Urbex ist visuelles Erzählen zwischen Licht und Schatten. Mit Geduld, Sensibilität und einem Gespür für Atmosphäre verwandelst Du verlassene Orte in emotionale Geschichten. Deine Kamera wird dabei nicht zum Werkzeug der Dokumentation – sondern zum Medium der Erinnerung.

Markus Flicker

Markus Flicker – Kreativer Unternehmer mit anhaltender konstruktiver Unzufriedenheit. Steiermark Graz Gleisdorf Österreich // Finden und Erstellen von visuellen Lösungen für dein Unternehmen. Markus Flicker Fotograf & Videograf Graz Contentcreator & Autor Fotografie / Bildbearbeitung / Workshops / Reisen / Blog / Podcast