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Buchtipp Buch Das Posing-Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß von Fotografin Lindsay Adler

Das Posing Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß von Fotografin Lindsay Adler

Das Buch „Das Posing Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß“ von Lindsay Adler ist ein umfassender Leitfaden für Fotografen, die ihr Posing-Repertoire verbessern möchten. Lindsay Adler ist eine bekannte Fotografin und Ausbilderin, die sich auf Porträt-, Mode- und Beauty-Fotografie spezialisiert hat.

In dem Buch gibt Adler ihr umfassendes Wissen über das Posing weiter und bietet dem Leser zahlreiche Tipps, Tricks und Techniken, um perfekte Porträts von Kopf bis Fuß zu erstellen. Das Buch ist in sieben Kapitel unterteilt, die sich auf verschiedene Aspekte des Posing konzentrieren.

Im ersten Kapitel geht es um die Grundlagen des Posings, einschließlich der Körperhaltung, der Blickrichtung und der Platzierung der Hände und Füße. Adler erklärt, wie man die Körpersprache des Modells lesen und die Pose entsprechend anpassen kann.

Im zweiten Kapitel geht es um das Posing des Oberkörpers, einschließlich der Haltung von Kopf, Schultern, Arme und Hände. Adler zeigt verschiedene Techniken, um den Oberkörper des Modells zu formen und zu betonen.

Im dritten Kapitel konzentriert sich Adler auf das Posing des Unterkörpers, einschließlich der Beine, Füße und Haltung. Sie zeigt, wie man die Beine des Modells formen und betonen kann, um eine bessere Gesamtpose zu schaffen.

Im vierten Kapitel geht es um das Posing von Paaren und Gruppen. Adler gibt Tipps, wie man die Interaktion zwischen den Modellen fördert und wie man die Posen harmonisch und ansprechend gestaltet.

Im fünften Kapitel zeigt Adler, wie man mit Accessoires und Requisiten arbeitet, um das Posing zu verbessern. Sie gibt Tipps zur Auswahl und Platzierung von Accessoires und zeigt, wie man sie in die Gesamtpose integriert.

Im sechsten Kapitel geht es um die Beleuchtung und wie sie das Posing beeinflusst. Adler zeigt, wie man die Beleuchtung einsetzt, um das Modell zu betonen und zu formen, und wie man Schatten und Licht für eine bessere Wirkung nutzt.

Das Posing Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß von Fotografin Lindsay Adler
Das Posing Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß von Fotografin Lindsay Adler

Im siebten und letzten Kapitel geht es um die Praxis des Posings. Adler gibt Tipps zur Vorbereitung eines Shootings, zur Interaktion mit dem Modell und zur Umsetzung der verschiedenen Posen.

Insgesamt ist das Buch „Das Posing-Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß“ von Lindsay Adler eine ausgezeichnete Ressource für Fotografen, die ihre Posing-Fähigkeiten verbessern möchten. Mit vielen Tipps, Techniken und Beispielen ist das Buch sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet und bietet eine umfassende Einführung in die Kunst des Posings.

Fotografin Lindsay Adler

Als Fotografin oder Fotograf Posing zu beherrschen heißt, die Vorzüge und Individualität jedes Modells perfekt ins Bild setzen zu können. Sie sollten es sicher anleiten und für jede Pose die richtige Wahl von Perspektive, Kamerawinkel und Objektiv treffen. Alles, was Sie hierzu wissen und können müssen, lernen Sie mit diesem Buch.

Lindsay Adler erklärt von Grund auf, wie Sie gute Posen von Kopf bis Fuß aufbauen – und hat dabei immer die Individualität des Modells im Blick. Sie lernen Perspektiven und Brennweiten gezielt einzusetzen, verstehen, wie Sie mit Proportionen und Problemzonen umgehen und Posing-Fehler frühzeitig erkennen und wie Sie aus wenigen Grundposen viele Varianten entwickeln (Flow-Posing).

In den Praxiskapiteln demonstriert Lindsay Adler ihre Arbeitsweise dann in den einzelnen Porträtgenres: von Frauen- über Männer- sowie Schwangerschaft-, Paar- und Familienporträts bis Boudoir. Jedes Kapitel schließt mit Aufgaben zur Festigung des Gelernten. Am Ende des Buches steht ein großer Workshop, in dem Sie Ihr neu erworbenes Wissen anwenden und überprüfen können.

Praxis

In den Praxiskapiteln demonstriert Lindsay Adler ihre Arbeitsweise dann in den einzelnen Porträtgenres: von Frauen- über Männer- sowie Schwangerschaft-, Paar- und Familienporträts bis Boudoir. Jedes Kapitel schließt mit Aufgaben zur Festigung des Gelernten. Am Ende des Buches steht ein großer Workshop, in dem Sie Ihr neu erworbenes Wissen anwenden und überprüfen können.

Autorenkommentar

Modefotografin und Fototrainerin Lindsay Adler

Die New Yorker Modefotografin und Fototrainerin Lindsay Adler gehört zu den Top 10 ihrer Branche. Ihre Modestrecken erscheinen in zahlreichen Magazinen und Zeitschriften, darunter Marie Claire, InStyle, Noise Magazine, Zink Magazine, Elle, Rangefinder, Professional Photographer und viele andere mehr. Sie gehört zu den international nachgefragtesten Fototrainerinnen und Rednerinnen auf Branchenmessen und gibt Workshops online und offline rund um die Welt. Zu ihren Kooperationspartnern gehören Canon, Adobe und Microsoft.

Adler hat mit ihrem klaren, starken, fast grafisch anmutenden Stil Werbekampagnen, Designer-Lookbooks sowie Fotostrecken über Schmuck, Mode und professionelle Athleten geprägt. Sie ist bekannt für ihre Kreativität und Offenheit in der Zusammenarbeit mit Designern und Stylisten, um neue, noch nie gesehene Looks umzusetzen.

Als Autorin von inzwischen vier Büchern sucht sie immer nach neuen Wegen, um ihr Wissen über und ihre Leidenschaft für die Fotografie an andere weiterzugeben. Über die Online-Plattformen creativeLIVE und KelbyOne sowie über die großen Branchenmessen erreicht sie jedes Jahr Zehntausende von Zuhörern und Zuschauern.

 

Das Posing-Handbuch

Das Posing-Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß

Das Buch „Das Posing-Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß“ von der Fotografin Lindsay Adler ist eine umfassende Ressource für jeden, der sich mit der Kunst des Posings in der Portraitfotografie auseinandersetzen möchte. Lindsay Adler, eine renommierte Fotografin mit einer ausgeprägten Expertise in der Mode- und Portraitfotografie, teilt in diesem Werk ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrungen. Das Buch zielt darauf ab, Fotografen jeglicher Erfahrungsstufen zu befähigen, ihre Fähigkeiten im Posing zu verbessern und somit die Qualität ihrer Porträtfotografie signifikant zu steigern.

Struktur und Inhalt

Das Buch ist logisch und übersichtlich strukturiert, beginnend mit grundlegenden Konzepten des Posings und fortschreitend zu spezifischeren Techniken und Strategien für verschiedene Körpertypen und Situationen. Adler beginnt mit einer Einführung in die Grundprinzipien des Posings, wie die Bedeutung der Körperhaltung und die Nutzung von Linien und Formen, um eine Aussage zu treffen. Sie betont die Wichtigkeit, wie Posen das Licht, die Stimmung und die Gesamtkomposition eines Bildes beeinflussen können.

Detailreiche Anleitungen

Ein herausragendes Merkmal des Buches ist die Tiefe der Anleitungen. Jedes Kapitel enthält detaillierte Fotos, Diagramme und Schritt-für-Schritt-Anweisungen, die zeigen, wie bestimmte Posen umgesetzt werden können. Adler bietet Lösungen für häufige Herausforderungen beim Posing an, wie die Minimierung unvorteilhafter Körpermerkmale und die Betonung von Stärken der fotografierten Personen. Die Anleitungen sind praxisnah und direkt umsetzbar, was das Buch zu einem wertvollen Werkzeug für die praktische Arbeit macht.

Diversität und Inklusion

Adler geht auch auf die Bedeutung der Inklusion und Diversität in der Portraitfotografie ein. Sie stellt verschiedene Körpertypen und ethnische Gruppen vor und diskutiert, wie man Posen anpassen kann, um alle Individuen vorteilhaft und respektvoll darzustellen. Dieser inklusive Ansatz ist besonders wertvoll in der heutigen vielfältigen Gesellschaft und zeigt Adlers Engagement für eine umfassende Darstellung in der Fotografie.

Technische Aspekte und Kreativität

Neben den technischen Aspekten des Posings fördert das Buch auch die kreative Entwicklung des Lesers. Adler ermutigt Fotografen, mit verschiedenen Posen zu experimentieren und eigene stilistische Entscheidungen zu treffen. Sie betont, dass gutes Posing sowohl eine Wissenschaft als auch eine Kunst ist, die erlernt und verfeinert werden kann, um den eigenen fotografischen Ausdruck zu verbessern.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Fotografen. Anfänger finden in den umfangreichen Grundlagen eine solide Basis, um Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Fortgeschrittene Fotografen profitieren von den fortgeschrittenen Techniken und den detaillierten Fallstudien, die neue Perspektiven und Herangehensweisen bieten.

„Das Posing-Handbuch“ von Lindsay Adler ist mehr als nur ein Lehrbuch; es ist ein umfassender Leitfaden, der Fotografen nicht nur lehrt, wie man posiert, sondern auch, wie man durch das Posing Geschichten erzählt und Emotionen einfängt. Mit diesem Buch hat Adler einen wertvollen Beitrag zur fotografischen Bildung geleistet, der sowohl inspirierend als auch tiefgreifend ist. Es empfiehlt sich für jeden, der seine Kenntnisse und Fähigkeiten in der Porträtfotografie ausbauen und verfeinern möchte.

 

 

Das Buch „Das Posing-Handbuch: Der Leitfaden für perfekte Porträts von Kopf bis Fuß“ von Lindsay Adler ist ein umfassender Ratgeber für Fotografen jeder Erfahrungsstufe, der sich auf die Kunst des Posings in der Porträtfotografie konzentriert. Lindsay Adler, eine renommierte Mode- und Porträtfotografin, teilt ihr Fachwissen und ihre Erfahrungen, um Lesern zu helfen, ihre Fähigkeiten im Posing ihrer Modelle zu verbessern und somit die Qualität ihrer fotografischen Arbeiten zu steigern.

Inhalte und Struktur

Das Buch ist strukturiert in verschiedene Abschnitte, die sich auf spezifische Aspekte des Posings konzentrieren. Es beginnt in der Regel mit Grundlagen des Posings, wobei Adler die Bedeutung der Körperhaltung, der Gestik und des Gesichtsausdrucks erläutert. Diese Grundlagen sind essentiell, um die Stimmungen und Persönlichkeiten der porträtierten Personen authentisch einzufangen.

Ein zentraler Bestandteil des Buches sind die detaillierten Anleitungen zu verschiedenen Posing-Techniken für unterschiedliche Körpertypen. Adler betont die Wichtigkeit, individuelle Merkmale zu berücksichtigen, um jede Person vorteilhaft darzustellen. Dabei geht sie auch auf geschlechtsspezifische Unterschiede im Posing ein, um sowohl Männern als auch Frauen gerecht zu werden.

Weiterhin bietet das Buch spezifische Ratschläge für die Arbeit mit Gruppen, Paaren und Familien. Diese Abschnitte sind besonders wertvoll für Fotografen, die sich auf Hochzeiten oder andere Veranstaltungen spezialisieren. Auch das Posing von Kindern und Jugendlichen wird behandelt, was eine eigene Herausforderung darstellt, da diese oft weniger geduldig und schwerer zu instruieren sind.

Praktische Tipps und visuelle Beispiele

Ein herausragendes Merkmal von Adlers Buch sind die zahlreichen fotografischen Beispiele und Illustrationen, die die theoretischen Anweisungen veranschaulichen. Diese Bilder dienen nicht nur als Inspiration, sondern auch als konkrete Anleitung, wie bestimmte Posen umgesetzt werden können. Viele Fotografen finden diese visuellen Beispiele besonders hilfreich, um die oft abstrakten Konzepte des Buches in die Praxis umzusetzen.

Zielgruppe und Anwendbarkeit

Das Posing-Handbuch richtet sich sowohl an Amateure als auch an professionelle Fotografen. Während Anfänger grundlegende Techniken und das Verständnis für die Bedeutung des Posings erlernen können, finden fortgeschrittene Fotografen in dem Buch fortgeschrittene Techniken und neue Inspirationen für ihre Arbeit. Das Buch ist so geschrieben, dass es leicht verständlich ist und praktische Anwendungen bietet, die sofort in jeder Fotosession umgesetzt werden können.

Kritische Würdigung

Insgesamt wird „Das Posing-Handbuch“ in der fotografischen Gemeinschaft hoch geschätzt und ist bekannt dafür, dass es eine Lücke in der fotografischen Literatur füllt. Die Klarheit, mit der Adler komplexe Ideen darstellt, und die Breite der abgedeckten Themen machen es zu einem wertvollen Ressource für jeden, der seine Fähigkeiten in der Porträtfotografie verbessern möchte. Kritiker loben das Buch für seine methodische Herangehensweise und die praktischen Ratschläge, die es bietet.

Zusammenfassend ist „Das Posing-Handbuch“ von Lindsay Adler eine umfassende, gut strukturierte und informativ geschriebene Ressource, die allen, die sich ernsthaft mit Porträtfotografie beschäftigen, empfohlen wird. Es ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern immer wieder als Referenz herangezogen wird, um die Kunst des fotografischen Ausdrucks zu meistern.

 

Posing in der Praxis: Vom technischen Wissen zur sicheren Anleitung

Wenn du dich intensiver mit Posing beschäftigst, wirst du irgendwann feststellen, dass eine gute Pose nur selten dadurch entsteht, dass du deinem Model einfach sagst, wie es stehen, sitzen oder schauen soll. Viel wichtiger ist, dass du verstehst, warum eine bestimmte Körperhaltung funktioniert, welche Wirkung sie erzeugt und wie du sie an die jeweilige Person anpassen kannst.

Genau an diesem Punkt beginnt der Unterschied zwischen dem bloßen Nachstellen einer Pose und einer wirklich bewussten Porträtgestaltung.

Eine Pose sollte niemals wie eine starre Schablone funktionieren. Was bei einer Person hervorragend aussieht, kann bei einer anderen Person unnatürlich oder unvorteilhaft wirken. Körpergröße, Proportionen, Kleidung, Persönlichkeit, Beweglichkeit, Licht, Kameraposition und sogar die Stimmung während des Shootings beeinflussen das Ergebnis.

Deine Aufgabe besteht deshalb nicht darin, möglichst viele einzelne Posen auswendig zu lernen. Viel wertvoller ist es, ein System zu entwickeln, mit dem du eine Ausgangspose beobachten, verändern und Schritt für Schritt verbessern kannst.

Beginne mit einer stabilen Grundpose

Eine der einfachsten Methoden besteht darin, zunächst eine neutrale Grundhaltung aufzubauen.

Lass dein Model beispielsweise entspannt stehen. Beobachte zunächst nur, wie die Person von selbst steht.

Wo befindet sich das Körpergewicht?

Sind beide Schultern auf gleicher Höhe?

Sind die Arme angespannt?

Was machen die Hände?

Wie stehen die Füße?

Ist der Kopf gerade oder leicht geneigt?

Schon diese Beobachtung liefert dir wichtige Hinweise.

Versuche anschließend nicht, sofort den gesamten Körper zu korrigieren. Verändere stattdessen nur ein Element nach dem anderen.

Du könntest beispielsweise zuerst sagen:

„Verlagere dein Gewicht etwas mehr auf das hintere Bein.“

Danach:

„Dreh deinen Oberkörper ein kleines Stück zu mir.“

Anschließend:

„Lass die vordere Schulter etwas nach unten sinken.“

Und erst danach beschäftigst du dich mit Armen, Händen, Kopf und Gesichtsausdruck.

Diese Vorgehensweise hat einen großen Vorteil: Dein Model muss nicht zehn verschiedene Anweisungen gleichzeitig verarbeiten.

Gleichzeitig kannst du als Fotograf genau beobachten, welche Veränderung tatsächlich eine Verbesserung bringt.

Arbeite von groß nach klein

Beim Aufbau einer Pose kannst du dir eine einfache Reihenfolge merken:

  1. Körperposition
  2. Beine und Gewichtsverteilung
  3. Oberkörper
  4. Schultern
  5. Arme
  6. Hände
  7. Kopf
  8. Blickrichtung
  9. Gesichtsausdruck

Diese Reihenfolge verhindert, dass du dich zu früh mit kleinen Details beschäftigst.

Wenn die grundlegende Körperhaltung noch nicht funktioniert, bringt es wenig, mehrere Minuten an einer perfekten Handposition zu arbeiten.

Betrachte zuerst die großen Formen im Bild.

Erst danach kümmerst du dich um die Feinheiten.

Achte besonders auf die Gewichtsverteilung

Die Gewichtsverteilung beeinflusst eine Pose stärker, als man zunächst vermuten würde.

Wenn beide Beine gleich stark belastet werden, wirkt eine stehende Person häufig sehr statisch. Das kann durchaus gewollt sein, beispielsweise bei kraftvollen oder symmetrischen Porträts.

Für lockerere oder elegantere Posen ist es jedoch häufig hilfreich, das Gewicht stärker auf ein Bein zu verlagern.

Dadurch entstehen automatisch unterschiedliche Höhen und Winkel:

Die Hüfte verschiebt sich.

Ein Knie kann sich leicht beugen.

Die Schulterlinie verändert sich.

Der gesamte Körper bekommt mehr Dynamik.

Experimentiere deshalb bewusst mit verschiedenen Gewichtsverteilungen.

Fotografiere dieselbe Person einmal mit gleichmäßig belasteten Beinen und anschließend mit deutlich verlagertem Gewicht. Vergleiche die Wirkung.

Diese kleinen Vergleichsübungen helfen dir langfristig enorm dabei, Posing nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern tatsächlich sehen zu lernen.

Vermeide unnötige Symmetrie

Menschen stehen im Alltag selten vollkommen symmetrisch.

Wenn du während eines Shootings beide Arme, beide Hände und beide Beine nahezu identisch positionierst, kann eine Pose deshalb schnell steif wirken.

Versuche stattdessen, kleine Unterschiede einzubauen.

Eine Hand kann höher liegen als die andere.

Ein Arm kann angewinkelt sein, während der andere lockerer bleibt.

Ein Bein trägt das Gewicht, das andere dient eher der Formgebung.

Der Kopf kann leicht entgegen der Schulterlinie geneigt werden.

Dadurch entstehen diagonale Linien, die das Bild lebendiger machen.

Allerdings gilt auch hier: Symmetrie ist nicht grundsätzlich falsch.

Wenn du bewusst ein starkes, grafisches oder formales Porträt gestalten möchtest, kann eine symmetrische Pose sogar sehr wirkungsvoll sein.

Entscheidend ist, dass die Symmetrie eine bewusste gestalterische Entscheidung ist und nicht zufällig entsteht.

Die Schultern bestimmen einen großen Teil der Wirkung

Schultern werden beim Posing häufig unterschätzt.

Dabei können bereits wenige Zentimeter einen großen Unterschied erzeugen.

Frontal zur Kamera gerichtete Schultern können Stärke und Präsenz vermitteln.

Eine leichte Drehung kann dagegen mehr Tiefe erzeugen.

Eine abgesenkte Schulter kann eine Pose entspannter erscheinen lassen.

Eine hochgezogene Schulter kann je nach Gesichtsausdruck verspielt, modisch oder angespannt wirken.

Achte deshalb nicht nur darauf, wohin der Kopf zeigt.

Beobachte immer auch die Beziehung zwischen Kopf, Hals und Schultern.

Besonders interessant wird es, wenn Kopf und Körper leicht unterschiedliche Richtungen einnehmen.

Der Oberkörper kann beispielsweise etwas von der Kamera weggedreht sein, während der Kopf wieder in Richtung Kamera gedreht wird.

Dadurch entsteht häufig mehr Spannung im Bild.

Hände brauchen eine Aufgabe

Viele Menschen fühlen sich vor einer Kamera vor allem deshalb unsicher, weil sie nicht wissen, was sie mit ihren Händen machen sollen.

Genau hier kannst du als Fotograf besonders viel Sicherheit vermitteln.

Statt einfach zu sagen:

„Mach irgendetwas mit deinen Händen“,

gibst du ihnen eine konkrete Aufgabe.

Zum Beispiel:

  • eine Jacke leicht festhalten,
  • einen Ärmel berühren,
  • eine Hand locker in eine Hosentasche stecken,
  • einen Ring oder ein Schmuckstück berühren,
  • eine Hand an die Hüfte legen,
  • eine Haarsträhne zurücknehmen,
  • eine Tasche halten,
  • einen Kragen oder ein Revers berühren.

Wichtig ist dabei, dass die Hände nicht unnötig angespannt werden.

Achte auf ausgestreckte oder verkrampfte Finger.

Oft reicht schon die kleine Anweisung:

„Lass die Finger ganz locker.“

Du wirst sehen, wie stark sich dadurch die Gesamtwirkung verändern kann.

Hände besser seitlich zeigen

Wenn eine Hand vollständig mit ihrer Innen- oder Außenfläche zur Kamera zeigt, kann sie optisch relativ groß wirken.

Eine leichte Drehung der Hand kann deshalb häufig eleganter aussehen.

Du musst daraus jedoch keine starre Regel machen.

Entscheidend ist immer die gewünschte Bildwirkung.

Bei Beauty-, Fashion- oder Editorial-Aufnahmen können ungewöhnliche Handpositionen sogar bewusst zum gestalterischen Mittelpunkt werden.

Betrachte Hände deshalb nicht nur als Problemzone, sondern auch als Gestaltungsmittel.

Ellbogen bewusst einsetzen

Auch Ellbogen verändern die Silhouette.

Wenn ein Arm direkt am Körper anliegt, kann er mit dem Oberkörper optisch verschmelzen.

Wird der Ellbogen dagegen leicht vom Körper entfernt, entsteht negativer Raum.

Dieser kleine Zwischenraum kann die Körperform klarer definieren.

Aber Vorsicht:

Ein sehr stark nach außen gestreckter Ellbogen kann schnell dominant werden.

Experimentiere mit kleinen Veränderungen.

Schon wenige Zentimeter können völlig ausreichen.

Der Kopf sollte nicht zufällig stehen

Die Kopfhaltung beeinflusst Ausdruck und Persönlichkeit eines Porträts erheblich.

Ein leicht angehobenes Kinn kann selbstbewusst wirken.

Ein etwas abgesenktes Kinn kann den Blick intensiver erscheinen lassen.

Eine Kopfneigung kann Wärme, Offenheit oder Verspieltheit erzeugen.

Aber auch hier zählt die Dosierung.

Wenn du jemanden aufforderst:

„Kinn nach unten“,

wird die Bewegung häufig zu stark ausgeführt.

Präzisere Formulierungen funktionieren besser:

„Kinn nur einen Zentimeter nach unten.“

oder:

„Schieb deine Stirn ganz leicht zu mir.“

Solche kleinen Anweisungen sind für das Model wesentlich leichter umzusetzen.

Vergiss die Augen nicht

Eine technisch gute Körperpose kann trotzdem schwach wirken, wenn der Blick nicht zur Bildidee passt.

Deshalb solltest du immer bewusst entscheiden:

Soll die Person direkt in die Kamera schauen?

Soll sie knapp an der Kamera vorbeischauen?

Soll sie nach unten blicken?

Soll der Blick einer zweiten Person gelten?

Soll sie bewusst die Augen schließen?

Schon eine minimale Veränderung der Blickrichtung kann den emotionalen Charakter eines Bildes verändern.

Wenn ein direkter Blick in die Kamera zu intensiv wirkt, bitte dein Model beispielsweise, knapp neben das Objektiv zu schauen.

Umgekehrt kannst du einen stärkeren Kontakt zum Betrachter erzeugen, indem du einen sehr bewussten direkten Blick verwendest.

Ausdruck statt „Lächeln“

Eine der häufigsten Anweisungen in der Porträtfotografie lautet:

„Lächeln!“

Das Ergebnis wirkt jedoch oft vorhersehbar.

Versuche stattdessen, Emotionen oder Situationen anzuleiten.

Du kannst beispielsweise sagen:

„Schau mich an, als würdest du gerade etwas wissen, was ich nicht weiß.“

Oder:

„Atme einmal tief aus und entspann dein Gesicht.“

Oder:

„Schau kurz nach unten und dann wieder zu mir.“

Manchmal hilft auch Bewegung.

Ein Mensch, der unmittelbar nach einer Bewegung fotografiert wird, wirkt häufig natürlicher als jemand, der bereits lange regungslos in einer Pose steht.

Nutze Bewegung als Posing-Werkzeug

Posing muss nicht statisch sein.

Gerade Menschen, die wenig Erfahrung vor der Kamera haben, profitieren oft davon, wenn du ihnen Bewegung erlaubst.

Lass dein Model beispielsweise:

  • einige Schritte auf dich zugehen,
  • sich langsam drehen,
  • die Jacke öffnen oder schließen,
  • durch die Haare fahren,
  • den Blick zwischen zwei Punkten wechseln,
  • sich hinsetzen und wieder aufstehen,
  • das Gewicht mehrfach von einem Bein auf das andere verlagern.

Während dieser Bewegungen entstehen Übergangsmomente.

Und genau diese Übergangsmomente können besonders natürlich wirken.

Deine Aufgabe besteht darin, die richtigen Sekundenbruchteile zu erkennen.

Entwickle aus einer Pose viele Varianten

Eine der effizientesten Methoden beim Porträtshooting besteht darin, nicht ständig komplett neue Posen aufzubauen.

Beginne stattdessen mit einer funktionierenden Grundpose.

Verändere anschließend nur einzelne Elemente.

Zum Beispiel:

Grundposition behalten.

Dann den Blick verändern.

Foto.

Kopf leicht drehen.

Foto.

Hand verändern.

Foto.

Schulter drehen.

Foto.

Gewicht auf das andere Bein.

Foto.

Kameraposition verändern.

Foto.

Innerhalb weniger Minuten kannst du dadurch eine große Anzahl unterschiedlicher Aufnahmen erzeugen, ohne dein Model ständig komplett neu positionieren zu müssen.

Diese Arbeitsweise bringt Ruhe in das Shooting und hilft dir gleichzeitig, eine größere Bildauswahl zu produzieren.

Verändere auch deine eigene Position

Ein häufiger Fehler beim Posing besteht darin, ausschließlich das Model zu bewegen.

Dabei ist die Kameraposition genauso wichtig.

Bevor du eine Pose komplett veränderst, solltest du deshalb manchmal zuerst deine eigene Position verändern.

Gehe einen Schritt nach links.

Fotografiere etwas höher.

Gehe etwas tiefer.

Verändere deine Entfernung.

Probiere eine längere oder kürzere Brennweite.

Manchmal funktioniert eine Pose hervorragend – nur nicht aus dem ursprünglichen Kamerawinkel.

Beobachte die Ränder deiner Aufnahme

Während eines Shootings konzentrierst du dich wahrscheinlich automatisch auf Gesicht und Augen.

Trotzdem solltest du regelmäßig den gesamten Bildrand kontrollieren.

Werden Hände ungünstig angeschnitten?

Endet der Bildausschnitt direkt an einem Gelenk?

Verschwindet ein Fuß?

Steht ein Ellbogen unmittelbar am Bildrand?

Entstehen durch Hintergrundelemente störende Linien hinter dem Kopf?

Eine gute Pose kann durch einen unachtsamen Bildausschnitt deutlich an Wirkung verlieren.

Gewöhne dir deshalb an, nach der Kontrolle des Gesichts einmal bewusst mit den Augen den gesamten Bildrand entlangzugehen.

Licht und Pose müssen zusammenarbeiten

Eine Pose kann nicht unabhängig vom Licht betrachtet werden.

Wenn dein Model den Kopf dreht, verändert sich gleichzeitig die Lichtwirkung im Gesicht.

Eine kleine Veränderung kann aus einem weichen Licht plötzlich deutlich stärkere Schatten erzeugen.

Deshalb solltest du nach jeder größeren Posing-Änderung erneut prüfen:

Wo liegt das Hauptlicht?

Wie fällt der Schatten?

Wie werden Nase, Kinn und Wangen geformt?

Sind die Augen ausreichend beleuchtet?

Wie verändert sich die Körperform?

Manchmal musst du nicht das Licht verändern.

Es genügt bereits, dein Model nur wenige Zentimeter anders auszurichten.

Kleidung gehört zum Posing

Auch Kleidung beeinflusst die Wirkung einer Pose.

Bevor du fotografierst, prüfe:

Liegt die Kleidung sauber?

Sind Jacken, Hemden oder Kleider verdreht?

Entstehen Falten an ungünstigen Stellen?

Sitzen Kragen und Ärmel korrekt?

Sind Hosentaschen ausgebeult?

Verändert die Pose den Fall des Stoffes?

Gerade bei Mode-, Business- und hochwertigen Porträts können solche Details entscheidend sein.

Manchmal ist es sinnvoll, zuerst die Pose einzunehmen und erst danach Kleidung und Stoffe sorgfältig zu korrigieren.

Posing für sitzende Porträts

Beim Sitzen entstehen andere Herausforderungen als beim Stehen.

Viele Menschen sinken automatisch in einen Stuhl zurück.

Dadurch können Schultern nach vorne fallen und die Körperhaltung verliert Spannung.

Bitte dein Model deshalb beispielsweise, etwas weiter vorne auf dem Stuhl Platz zu nehmen.

Die Füße können bewusst positioniert werden.

Der Oberkörper kann leicht nach vorne geneigt werden.

Arme können auf Oberschenkeln oder Armlehnen ruhen.

Auch hier gilt:

Nicht jede sitzende Pose muss bequem aussehen.

Für ein ruhiges Businessporträt brauchst du möglicherweise eine andere Haltung als für ein modisches Editorial.

Posing bei Paaren

Bei Paaren reicht es nicht, zwei Einzelpersonen nebeneinanderzustellen.

Du solltest zusätzlich die Beziehung zwischen beiden Personen sichtbar machen.

Nähe entsteht unter anderem durch:

Blickkontakt,

Berührung,

überlappende Körperpositionen,

gemeinsame Bewegungsrichtungen,

ähnliche Körpersprache.

Achte darauf, dass beide Personen nicht unabhängig voneinander posieren.

Die Pose sollte als gemeinsame Form funktionieren.

Du kannst beispielsweise zuerst die Position einer Person aufbauen und anschließend die zweite Person daran anpassen.

Danach überprüfst du die Verbindung zwischen beiden.

Berühren sich Hände oder Arme sinnvoll?

Sind die Köpfe zu weit voneinander entfernt?

Schauen beide in dieselbe Richtung?

Oder soll bewusst eine Interaktion entstehen?

Posing bei Gruppen

Je größer eine Gruppe wird, desto wichtiger wird die Komposition.

Versuche, die Köpfe nicht einfach auf einer waagerechten Linie anzuordnen.

Unterschiedliche Höhen sorgen für mehr Dynamik.

Personen können sitzen, stehen oder sich leicht nach vorne beziehungsweise hinten versetzen.

Achte darauf, dass keine Person vollständig hinter einer anderen verschwindet.

Ein hilfreicher Grundsatz lautet:

Wenn du beide Augen einer Person sehen kannst, kann die Kamera diese Person normalerweise ebenfalls klar erfassen.

Kontrolliere außerdem Hände, Füße und Abstände.

Bei Gruppen können kleine Lücken zwischen Personen schnell größer wirken als erwartet.

Gib positive und präzise Rückmeldungen

Die Kommunikation während des Shootings beeinflusst die Ergebnisse mindestens genauso stark wie deine technischen Fähigkeiten.

Wenn dein Model eine gute Veränderung macht, sag es.

Zum Beispiel:

„Genau so.“

„Die Schulterposition funktioniert sehr gut.“

„Bleib genau dort.“

„Der Blick ist perfekt.“

Dadurch weiß die Person, was funktioniert.

Vermeide dagegen unklare Aussagen wie:

„Nein, das sieht komisch aus.“

Das Model weiß anschließend nicht, was genau falsch war.

Besser wäre:

„Die Hand wirkt gerade etwas angespannt. Lass die Finger lockerer.“

Präzision sorgt für Vertrauen.

Demonstriere eine Pose

Manchmal ist eine Bewegung schwierig zu erklären.

Dann kann es schneller sein, sie selbst kurz zu zeigen.

Wenn du beispielsweise möchtest, dass jemand das Gewicht verlagert, die Schulter dreht oder den Kopf auf eine bestimmte Weise neigt, kannst du die Bewegung vormachen.

Viele Menschen verstehen visuelle Anweisungen schneller als verbale Beschreibungen.

Du musst die Pose dabei nicht perfekt darstellen.

Es reicht, wenn das Bewegungsprinzip erkennbar wird.

Entwickle eine eigene Posing-Sprache

Mit zunehmender Erfahrung solltest du dir ein festes Vokabular angewöhnen.

Zum Beispiel:

„Gewicht nach hinten.“

„Vordere Schulter zu mir.“

„Kinn minimal runter.“

„Stirn leicht nach vorne.“

„Finger locker.“

„Ellbogen etwas raus.“

„Augen zu mir.“

„Oberkörper leicht drehen.“

Kurze, klare Anweisungen beschleunigen ein Shooting enorm.

Vor allem vermeidest du dadurch lange Erklärungen, während dein Model versucht, eine Haltung beizubehalten.

Speichere Posen nicht nur im Kopf

Wenn du dein Posing-Repertoire erweitern möchtest, kannst du eine eigene Inspirationssammlung aufbauen.

Ordne sie beispielsweise nach Kategorien:

Frauenporträts

Männerporträts

Business

Paare

Familien

Beauty

Fashion

Sitzende Posen

Stehende Posen

Nahaufnahmen

Ganzkörper

Bewegung

Hände

Gruppen

Wichtig ist jedoch, dass du diese Bilder nicht nur sammelst.

Analysiere sie.

Frage dich:

Warum funktioniert diese Pose?

Wo liegt das Gewicht?

Welche Linien entstehen?

Wie stehen Kopf und Schultern zueinander?

Was machen die Hände?

Aus welcher Höhe wurde fotografiert?

Wie wirkt die Brennweite?

Wie unterstützt das Licht die Pose?

Dadurch verwandelst du Inspiration in fotografisches Verständnis.

Übe auch ohne Model

Posing kannst du trainieren, selbst wenn gerade kein Shooting ansteht.

Stelle dich vor einen Spiegel.

Probiere verschiedene Gewichtsverteilungen aus.

Beobachte, wie kleine Änderungen der Schulterposition deinen Körper verändern.

Teste Handpositionen.

Drehe dein Kinn.

Verändere deine Haltung.

Du entwickelst dadurch ein eigenes körperliches Verständnis dafür, wie sich deine Anweisungen für ein Model anfühlen.

Das kann deine Kommunikation enorm verbessern.

Fotografiere Vergleichsserien

Eine weitere sehr effektive Übung besteht darin, bewusst kleine Vergleichsserien zu erstellen.

Fotografiere beispielsweise:

dieselbe Pose frontal,

mit 20 Grad Drehung,

mit 45 Grad Drehung,

mit anderer Kopfposition,

mit verändertem Kamerawinkel,

mit anderem Abstand,

mit unterschiedlicher Gewichtsverlagerung.

Vergleiche anschließend alle Bilder nebeneinander.

Stelle dir nicht nur die Frage:

„Welches Bild gefällt mir?“

Frage dich vielmehr:

„Warum gefällt mir dieses Bild besser?“

Diese Analyse ist entscheidend.

Denn sobald du erklären kannst, warum eine Pose funktioniert, kannst du dieses Wissen beim nächsten Shooting gezielt einsetzen.

Entwickle ein persönliches Posing-System

Mit der Zeit solltest du nicht mehr darüber nachdenken müssen, welche einzelne Pose als Nächstes kommt.

Du kannst stattdessen ein eigenes System verwenden.

Zum Beispiel:

Schritt 1: Grundhaltung festlegen.

Schritt 2: Gewichtsverteilung kontrollieren.

Schritt 3: Schulter- und Hüftwinkel gestalten.

Schritt 4: Arme und Hände platzieren.

Schritt 5: Kopfposition bestimmen.

Schritt 6: Blickrichtung wählen.

Schritt 7: Ausdruck entwickeln.

Schritt 8: Licht kontrollieren.

Schritt 9: Bildausschnitt prüfen.

Schritt 10: Varianten erstellen.

Wenn diese Abfolge irgendwann automatisch abläuft, wirst du deutlich schneller.

Dann kannst du dich stärker auf Stimmung, Kommunikation, Ausdruck und Kreativität konzentrieren.

Der wichtigste Grundsatz: Pose die Person, nicht die Vorlage

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis beim Posing lautet:

Eine gute Pose muss zum Menschen passen.

Dein Model sollte nicht in eine Form gezwungen werden, nur weil du diese Pose zuvor auf einem anderen Foto gesehen hast.

Beobachte die Person.

Achte auf ihre natürliche Körpersprache.

Berücksichtige ihre Beweglichkeit.

Frage dich, wie sie wirken möchte.

Selbstbewusst?

Elegant?

Locker?

Seriös?

Nahbar?

Kraftvoll?

Romantisch?

Zurückhaltend?

Verspielt?

Erst wenn du diese Wirkung kennst, kannst du eine Pose gezielt darauf abstimmen.

Damit wird Posing von einer technischen Aufgabe zu einem echten gestalterischen Werkzeug.


Checkliste für dein nächstes Porträtshooting

Vor dem Shooting

  • Habe ich eine klare Bildidee oder gewünschte Stimmung?
  • Weiß ich, welche Art von Porträts entstehen soll?
  • Habe ich passende Posing-Inspirationen vorbereitet?
  • Passt die Location zur gewünschten Wirkung?
  • Habe ich mögliche Sitzgelegenheiten oder Requisiten geprüft?
  • Passt die Kleidung zur geplanten Pose und Bildwirkung?
  • Habe ich genügend Zeit für Variationen eingeplant?

Beim Aufbau der Pose

  • Ist die Gewichtsverteilung bewusst gewählt?
  • Wirkt die Haltung natürlich oder bewusst stilisiert?
  • Sind Schultern und Hüfte sinnvoll ausgerichtet?
  • Sind Arme und Ellbogen klar vom Körper getrennt, wenn es zur Pose passt?
  • Haben die Hände eine sinnvolle Aufgabe?
  • Sind die Finger locker?
  • Passt die Kopfhaltung zur gewünschten Wirkung?
  • Ist die Blickrichtung bewusst gewählt?
  • Funktioniert der Gesichtsausdruck?
  • Passt die Pose zur Persönlichkeit der fotografierten Person?

Technische Kontrolle

  • Unterstützt das Licht die Pose?
  • Entstehen störende Schatten?
  • Passt der Kamerawinkel?
  • Passt die Brennweite zur gewünschten Wirkung?
  • Sind die Proportionen überzeugend?
  • Werden Hände oder Füße ungünstig angeschnitten?
  • Gibt es störende Elemente am Bildrand?
  • Ist der Hintergrund sauber?
  • Sitzt die Kleidung korrekt?
  • Sind Haare, Schmuck und Accessoires ordentlich positioniert?

Kommunikation mit dem Model

  • Gebe ich kurze und verständliche Anweisungen?
  • Ändere ich möglichst nur ein Element gleichzeitig?
  • Sage ich meinem Model, wenn etwas gut funktioniert?
  • Vermeide ich negative oder unklare Kommentare?
  • Zeige ich Bewegungen selbst, wenn eine Erklärung schwierig wird?
  • Beobachte ich, ob sich die Person wohlfühlt?
  • Gebe ich ausreichend Zeit zum Entspannen?

Varianten aufnehmen

  • Habe ich unterschiedliche Blickrichtungen fotografiert?
  • Habe ich Kopfpositionen variiert?
  • Habe ich unterschiedliche Handpositionen getestet?
  • Habe ich Ganzkörper-, Halbporträt- und engere Ausschnitte aufgenommen?
  • Habe ich meinen eigenen Kamerastandpunkt verändert?
  • Habe ich statische und bewegte Varianten fotografiert?
  • Habe ich mindestens eine unerwartete Variante ausprobiert?

Praktische Tipps und Tricks

Tipp 1: Ändere immer nur eine Sache.
Wenn eine Pose fast funktioniert, solltest du nicht gleichzeitig Hände, Kopf, Beine und Schulter verändern. Ändere ein Element und beobachte den Effekt.

Tipp 2: Fotografiere Übergänge.
Viele der natürlichsten Bilder entstehen zwischen zwei Posen. Halte die Kamera bereit, während sich dein Model bewegt.

Tipp 3: Verwende Zentimeter statt allgemeiner Anweisungen.
„Kinn ein kleines Stück nach unten“ funktioniert meist besser als „Kopf runter“.

Tipp 4: Lass Hände etwas tun.
Eine klare Aufgabe verhindert häufig verkrampfte Handpositionen.

Tipp 5: Prüfe die Pose durch den Sucher.
Was in der Realität gut aussieht, muss zweidimensional im Bild nicht automatisch genauso funktionieren.

Tipp 6: Kontrolliere zuerst große Formen.
Bevor du Finger oder Haarsträhnen korrigierst, müssen Körperhaltung und Bildkomposition stimmen.

Tipp 7: Nutze deine Füße.
Nicht jede Verbesserung erfordert eine neue Pose. Manchmal reicht es, wenn du selbst deine Position veränderst.

Tipp 8: Gib sofort positives Feedback.
Wenn eine Pose funktioniert, sage deinem Model genau, was gut ist. Dadurch kann die Person diese Haltung leichter wiederholen.

Tipp 9: Halte deine Anweisungen kurz.
Je länger deine Erklärung wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass dein Model dabei die ursprüngliche Pose verliert.

Tipp 10: Baue zuerst Sicherheit auf.
Beginne ein Shooting nicht unbedingt mit der kompliziertesten Pose. Starte einfach und steigere die Anforderungen.

Tipp 11: Nutze Serien statt Einzelposen.
Eine funktionierende Grundpose kann dir zahlreiche Bilder liefern. Ändere Blick, Hände, Schulter, Kamerahöhe und Ausschnitt nacheinander.

Tipp 12: Analysiere deine Bilder nach dem Shooting.
Markiere nicht nur gute und schlechte Bilder. Schreibe dir auf, warum eine Pose funktioniert oder nicht funktioniert hat.

Tipp 13: Entwickle drei sichere Startposen.
Halte einige einfache Ausgangspositionen bereit, mit denen du fast jedes Shooting beginnen kannst. So musst du nicht improvisieren, während dein Model auf Anweisungen wartet.

Tipp 14: Achte auf Spannung und Entspannung.
Ein Körper kann gleichzeitig in einigen Bereichen Spannung und in anderen Bereichen Lockerheit zeigen. Genau diese Mischung macht viele Posen interessant.

Tipp 15: Lass die Persönlichkeit sichtbar bleiben.
Das technisch perfekteste Posing ist wenig wert, wenn die fotografierte Person darin nicht mehr glaubwürdig wirkt.

Mit zunehmender Erfahrung wirst du feststellen, dass gutes Posing weniger mit dem Auswendiglernen einzelner Positionen zu tun hat als mit Beobachtung, Kommunikation und bewusster Gestaltung. Sobald du lernst, Körperlinien, Winkel, Gewicht, Ausdruck, Perspektive und Licht als zusammenhängendes System zu betrachten, kannst du nahezu jede Ausgangssituation Schritt für Schritt verbessern.

Und genau darin liegt der entscheidende Vorteil eines guten Posing-Verständnisses: Du bist nicht mehr darauf angewiesen, eine bestimmte Pose zu kennen. Du kannst selbst eine entwickeln.