„Mit dem Messer eines anderen töten“ 36 Strategeme im modernen Business
„Mit dem Messer eines anderen töten“ 36 Strategeme im modernen Business

„Mit dem Messer eines anderen töten“ 36 Strategeme im modernen Business

In der Welt des Business wird selten offen gekämpft. Machtverschiebungen, Marktveränderungen und strategische Siege entstehen heute oft im Verborgenen, indirekt und mit erstaunlicher Eleganz. Genau hier setzt eines der wirkungsvollsten Konzepte aus den klassischen 36 Strategemen an: „Mit dem Messer eines anderen töten“. Dieses Strategem beschreibt die Kunst, eigene Ziele zu erreichen, indem man fremde Kräfte, fremde Ressourcen oder fremde Konflikte nutzt, ohne selbst sichtbar in Erscheinung zu treten. Im modernen Business ist diese Denkweise allgegenwärtig, auch wenn sie selten so klar benannt wird.

Das Strategem stammt aus der chinesischen Militär- und Strategielehre und ist zeitlos aktuell. Es geht nicht um Mord oder Gewalt im wörtlichen Sinn, sondern um das geschickte Lenken von Interessen, Energien und Spannungen. Im wirtschaftlichen Kontext bedeutet es, Konkurrenz, Partner, Kunden, Medien oder sogar politische Rahmenbedingungen so einzusetzen, dass sie für dich arbeiten, während du selbst im Hintergrund bleibst.

Die strategische Logik hinter dem fremden Messer

„Mit dem Messer eines anderen töten“ basiert auf einem einfachen, aber mächtigen Prinzip. Wer direkt angreift, setzt sich selbst Risiken aus. Wer jedoch andere handeln lässt, minimiert eigene Verluste und maximiert den Nutzen. Im Business bedeutet das, dass du nicht selbst derjenige bist, der einen Markt zerstört, einen Konkurrenten schwächt oder eine Veränderung erzwingt. Stattdessen schaffst du Bedingungen, unter denen andere diese Arbeit für dich erledigen.

Diese Logik ist besonders in komplexen Systemen wirksam, in denen viele Akteure gleichzeitig handeln. Märkte, Organisationen und Gesellschaften sind heute hochgradig vernetzt. Jede Handlung erzeugt Nebenwirkungen. Das Strategem nutzt genau diese Wechselwirkungen und lenkt sie in die gewünschte Richtung.

Warum dieses Strategem heute wichtiger ist als je zuvor

In Zeiten digitaler Transformation, geopolitischer Unsicherheiten und globaler Lieferkettenkrisen ist direkte Konfrontation im Business oft zu teuer, zu langsam oder zu riskant. Unternehmen stehen unter permanenter Beobachtung durch Medien, Öffentlichkeit und soziale Netzwerke. Offene Aggression kann schnell zu Reputationsschäden führen. Das dritte Strategem bietet hier eine elegante Alternative.

Durch indirektes Handeln kannst du Veränderungen anstoßen, ohne selbst als Verursacher sichtbar zu werden. Du kannst Trends beschleunigen, Diskussionen auslösen oder Wettbewerber unter Druck setzen, während du offiziell neutral bleibst. Gerade in aktuellen Themen wie Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, ESG-Regulierungen oder geopolitischen Handelskonflikten zeigt sich, wie effektiv dieses Strategem eingesetzt wird.

Das fremde Messer im unternehmerischen Alltag

Im Unternehmensalltag begegnet dir dieses Strategem häufiger, als du vielleicht denkst. Wenn ein Unternehmen neue gesetzliche Anforderungen unterstützt, die zufällig vor allem kleinere Wettbewerber belasten, dann nutzt es das Messer der Regulierung. Wenn ein Konzern gezielt Studien finanziert, die ein bestimmtes Marktproblem hervorheben, und Medien diese Studien aufgreifen, dann töten Journalisten und Experten mit dem Messer, das ihnen gereicht wurde.

Auch interne Machtspiele folgen diesem Muster. Führungskräfte lassen Teams gegeneinander argumentieren, um selbst als neutrale Entscheidungsinstanz aufzutreten. Abteilungen werden bewusst in Konkurrenz gesetzt, damit sie sich gegenseitig kontrollieren. Konflikte werden nicht verhindert, sondern gezielt kanalisiert.

Strategische Allianzen als verdeckte Waffen

Eine der elegantesten Formen dieses Strategems im Business sind strategische Allianzen. Wenn du einen Konkurrenten nicht direkt angreifen kannst, verbündest du dich mit einem seiner Rivalen. Du stärkst einen Dritten, der automatisch Druck auf dein eigentliches Ziel ausübt. Dabei kannst du dich als kooperativ, innovationsfreudig oder partnerschaftlich präsentieren, während der Markt die eigentliche Arbeit erledigt.

Gerade in der Tech-Industrie ist dieses Vorgehen allgegenwärtig. Plattformen öffnen ihre Schnittstellen gezielt für bestimmte Partner, während andere ausgeschlossen werden. Ökosysteme entstehen nicht zufällig, sondern folgen strategischer Logik. Wer Teil des Systems ist, profitiert. Wer draußen bleibt, verliert Marktanteile, ohne dass ein direkter Angriff nötig wäre.

Medien, Narrative und öffentliche Meinung als Messer

In der heutigen Informationsgesellschaft sind Medien eines der schärfsten Messer, die du nutzen kannst. Wer die Deutungshoheit über ein Thema gewinnt, bestimmt oft auch den Ausgang wirtschaftlicher Auseinandersetzungen. Unternehmen investieren gezielt in Storytelling, Thought Leadership und Expertenmeinungen, um Diskussionen zu lenken.

Wenn ein Wettbewerber plötzlich als rückständig, umweltschädlich oder innovationsfeindlich wahrgenommen wird, dann ist das selten Zufall. Oft wurde im Hintergrund ein Narrativ aufgebaut, das andere Akteure übernehmen. NGOs, Journalisten, Influencer und Analysten werden zu Trägern dieser Botschaften. Sie handeln aus eigener Überzeugung, doch die strategische Initialzündung kam von jemand anderem.

Kunden als strategische Akteure

Auch Kunden können zum Messer eines anderen werden. Wer seine Community geschickt mobilisiert, kann enormen Druck auf Wettbewerber oder politische Entscheidungsträger ausüben. Boykottaufrufe, Shitstorms oder virale Kampagnen entstehen oft aus einem Zusammenspiel von echten Emotionen und gezielter Anstoßgebung.

Im Business heißt das, dass du nicht selbst laut werden musst. Du gibst Impulse, lieferst Argumente und lässt andere sprechen. Besonders in Zeiten sozialer Medien ist diese indirekte Macht enorm. Ein einziger gut platzierter Impuls kann eine Lawine auslösen, die du weder kontrollieren noch stoppen müsstest, um von ihr zu profitieren.

Das Strategem in Verhandlungen und Konflikten

In Verhandlungssituationen ist „Mit dem Messer eines anderen töten“ besonders wirkungsvoll. Statt selbst Druck auszuüben, verweist du auf externe Zwänge. Marktentwicklungen, Investorenanforderungen, gesetzliche Rahmenbedingungen oder interne Richtlinien werden vorgeschoben, um deine Position zu stärken.

So bleibst du persönlich kooperativ, während die Umstände hart erscheinen. Dein Gegenüber verhandelt nicht mehr mit dir, sondern mit einer scheinbar objektiven Realität. Diese Technik wird in Preisverhandlungen, Personalgesprächen und internationalen Deals täglich eingesetzt.

Aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen als fremdes Messer

Die gegenwärtige Wirtschaftslage bietet zahlreiche Beispiele für dieses Strategem. Inflation, Energiepreise, Lieferkettenprobleme und geopolitische Spannungen werden von Unternehmen genutzt, um Entscheidungen zu legitimieren, die sonst auf Widerstand stoßen würden. Preiserhöhungen, Standortverlagerungen oder Personalabbau werden als notwendige Reaktionen auf äußere Umstände dargestellt.

Dabei ist nicht entscheidend, ob diese Umstände real sind, sondern wie sie kommuniziert werden. Wer es schafft, externe Faktoren glaubwürdig als Hauptursache darzustellen, entzieht sich selbst der Verantwortung und reduziert interne und externe Konflikte.

Die ethische Dimension des fremden Messers

Dieses Strategem ist wirkungsvoll, aber nicht harmlos. Wer mit dem Messer eines anderen tötet, trägt dennoch Verantwortung für die Folgen. Im Business kann diese Strategie zu langfristigen Vertrauensverlusten führen, wenn sie zu durchsichtig oder manipulativ eingesetzt wird. Mitarbeiter, Partner und Kunden sind sensibler geworden für verdeckte Machtspiele.

Deshalb ist es entscheidend, dieses Strategem mit Maß und strategischer Weitsicht einzusetzen. Es geht nicht darum, andere zu instrumentalisieren, sondern systemische Dynamiken zu verstehen und klug zu nutzen. Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo indirektes Handeln mit langfristigen Werten vereinbar ist.

Führung und Macht ohne sichtbare Gewalt

Moderne Führung bedeutet nicht, ständig Entscheidungen zu erzwingen. Erfolgreiche Führungskräfte schaffen Rahmenbedingungen, in denen gewünschtes Verhalten von selbst entsteht. Sie lassen Teams Lösungen entwickeln, Konflikte austragen und Verantwortung übernehmen. Dabei greifen sie nur minimal ein.

Das ist eine direkte Anwendung des dritten Strategems. Die Führungskraft bleibt im Hintergrund, während andere handeln. Die Ergebnisse werden dennoch ihr zugeschrieben. Diese Form der Macht ist leise, aber äußerst stabil.

Innovation durch fremde Impulse

Auch Innovation folgt oft dem Prinzip des fremden Messers. Unternehmen übernehmen Ideen aus Start-ups, Open-Source-Communities oder Forschungseinrichtungen, ohne selbst die Risiken der Grundlagenarbeit zu tragen. Sie investieren gezielt in externe Innovation, um sich selbst flexibel zu halten.

Dabei töten sie nicht im negativen Sinn, sondern verdrängen alte Geschäftsmodelle durch neue, ohne selbst der radikale Zerstörer zu sein. Die Disruption kommt von außen, der Nutzen bleibt im eigenen Haus.

Das Strategem als Denkmodell für Unternehmer

Für dich als Unternehmer oder Führungskraft ist „Mit dem Messer eines anderen töten“ vor allem ein Denkmodell. Es schärft deinen Blick für indirekte Einflussmöglichkeiten. Statt sofort zu handeln, fragst du dich, welche Kräfte bereits wirken und wie du sie nutzen kannst.

Oft liegt der größte Hebel nicht in mehr Einsatz, sondern in besserer Positionierung. Wer die Dynamik eines Systems versteht, muss weniger Energie aufwenden, um große Effekte zu erzielen.

Langfristige Wirkung und strategische Geduld

Dieses Strategem erfordert Geduld. Die Wirkung ist selten sofort sichtbar. Indirekte Strategien entfalten ihre Kraft über Zeit. Sie wirken subtil, aber nachhaltig. Gerade in einer Welt, die auf schnelle Ergebnisse fixiert ist, verschafft dir diese Geduld einen entscheidenden Vorteil.

Du lernst, nicht auf jede Provokation zu reagieren, nicht jeden Konflikt selbst auszutragen und nicht jede Entscheidung persönlich durchzusetzen. Stattdessen arbeitest du mit Strömungen, nicht gegen sie.

Die stille Kunst des Siegens

„Mit dem Messer eines anderen töten“ ist eines der elegantesten und gleichzeitig gefährlichsten Strategeme im Business. Es zeigt, dass wahre Macht nicht laut sein muss. Wer andere handeln lässt, behält selbst die Kontrolle, ohne sichtbar zu kämpfen.

In einer komplexen, vernetzten und hochsensiblen Wirtschaftswelt ist dieses Strategem aktueller denn je. Es hilft dir, Risiken zu minimieren, Ressourcen zu schonen und langfristige Vorteile aufzubauen. Entscheidend ist, es bewusst, reflektiert und verantwortungsvoll einzusetzen.

Wenn du lernst, Systeme zu lesen, Interessen zu verbinden und fremde Energien klug zu lenken, wirst du feststellen, dass du oft gewinnen kannst, ohne selbst zuzuschlagen. Genau darin liegt die zeitlose Weisheit dieses dritten Strategems.

Die stille Kunst des Siegens – Warum wahre Macht im Business oft unsichtbar bleibt

Wenn Sieg nicht nach Kampf aussieht

In einer Welt, die laut ist, schnell urteilt und sichtbare Dominanz mit Erfolg verwechselt, wirkt stille Macht beinahe fremd. Viele glauben noch immer, dass man gewinnen muss, indem man sich durchsetzt, Druck ausübt, lauter ist als andere oder klare Fronten schafft. Doch je komplexer Wirtschaft, Märkte und Organisationen werden, desto weniger funktioniert diese Logik. Moderne Macht wirkt leise. Sie arbeitet im Hintergrund. Sie nutzt bestehende Dynamiken, statt sie zu bekämpfen.

Das Strategem „Mit dem Messer eines anderen töten“ beschreibt genau diese Form des Siegens. Es geht nicht um Manipulation im billigen Sinne, sondern um strategische Intelligenz. Du setzt nicht deine eigene Energie ein, sondern lenkst vorhandene Kräfte so, dass sie für dich wirken. Du bleibst unsichtbar, während andere handeln. Du trägst kein Risiko, während andere es übernehmen. Und du behältst Kontrolle, ohne als Akteur erkannt zu werden.

In der heutigen Businesswelt ist dieses Prinzip relevanter denn je. Globale Lieferketten, politische Unsicherheiten, fragile Märkte und soziale Sensibilität machen offene Konfrontationen teuer und gefährlich. Wer heute offen kämpft, verliert oft morgen. Wer still steuert, gewinnt langfristig.

Die Herkunft eines zeitlosen Prinzips

Das Bild, mit dem Messer eines anderen zu töten, stammt aus der klassischen chinesischen Strategielehre. Es ist bewusst drastisch formuliert, um zu zeigen, wie radikal effizient diese Denkweise ist. Der Kern liegt darin, fremde Mittel, fremde Konflikte oder fremde Interessen zu nutzen, um eigene Ziele zu erreichen, ohne selbst angreifbar zu werden.

Übertragen auf das Business bedeutet das, dass du nicht selbst in jeden Konflikt einsteigen musst. Du musst nicht immer die Entscheidung treffen, nicht jede Debatte führen, nicht jede Auseinandersetzung austragen. Stattdessen beobachtest du, welche Kräfte bereits wirken, welche Interessen aufeinandertreffen und wo sich Energien bündeln lassen. Du wirst vom Kämpfer zum Architekten.

Diese Haltung verlangt Geduld, Analysefähigkeit und emotionale Kontrolle. Sie widerspricht dem Ego. Genau deshalb beherrschen sie nur wenige. Doch gerade in Führung, Unternehmertum und strategischer Beratung entscheidet sie über nachhaltigen Erfolg.

Warum laute Macht immer riskanter wird

Die wirtschaftliche Realität hat sich grundlegend verändert. Entscheidungen werden öffentlich diskutiert. Fehler verbreiten sich in Sekunden. Reputationen können über Nacht zerstört werden. Wer sichtbar handelt, wird sichtbar bewertet. Wer sichtbar kämpft, wird sichtbar angegriffen.

Laute Macht erzeugt Widerstand. Sie provoziert Gegenspieler. Sie zwingt andere, Stellung zu beziehen. In sozialen Medien, internen Unternehmensnetzwerken und politischen Diskursen ist das fatal. Ein offener Sieg schafft oft mehr Verlierer als Gewinner. Diese Verlierer vergessen nicht. Sie warten.

Stille Macht hingegen erzeugt keine offenen Gegner. Sie lässt andere glauben, sie hätten selbst gehandelt. Sie nutzt bestehende Konflikte, statt neue zu schaffen. In einer Zeit, in der psychologische Sicherheit, Diversität und Kooperation offiziell hochgehalten werden, wirkt diese Form der Einflussnahme besonders effektiv, weil sie nicht als Machtausübung erkannt wird.

Systeme lesen statt Menschen bekämpfen

Das dritte Strategem verlangt einen Perspektivwechsel. Du denkst nicht mehr in Personen, sondern in Systemen. Du fragst dich nicht, wer dein Gegner ist, sondern welche Dynamiken wirken. Du beobachtest Abhängigkeiten, Interessen, Ängste und Zielkonflikte.

In Unternehmen zeigt sich das besonders deutlich. Abteilungen konkurrieren um Budgets. Führungskräfte kämpfen um Sichtbarkeit. Stakeholder verfolgen unterschiedliche Ziele. Wer versucht, sich gegen alle durchzusetzen, verbrennt Energie. Wer erkennt, wo Interessen sich überschneiden oder widersprechen, kann diese Spannungen nutzen.

Du musst niemanden angreifen. Du musst nur den richtigen Impuls setzen, damit andere in deinem Sinne handeln. Oft reicht es, Informationen gezielt zu platzieren, Gespräche anzustoßen oder Entscheidungen zu verzögern oder zu beschleunigen. Das Messer liegt bereits auf dem Tisch. Du entscheidest nur, wer es benutzt.

Macht durch Delegation oder durch Auslagerung

Viele verwechseln dieses Strategem mit Schwäche oder Passivität. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es erfordert ein hohes Maß an Selbstsicherheit, Kontrolle und strategischem Denken, nicht selbst zuzuschlagen. Du vertraust darauf, dass Systeme funktionieren, wenn man sie richtig anstößt.

In der modernen Arbeitswelt zeigt sich das zum Beispiel in der Art, wie Verantwortung verteilt wird. Führungskräfte, die alles selbst entscheiden wollen, werden zum Flaschenhals. Führungskräfte, die andere entscheiden lassen, behalten Überblick und Einfluss. Sie schaffen Strukturen, in denen andere handeln, während sie selbst steuern.

Auch im Unternehmertum wird dieses Prinzip sichtbar. Kooperationen, Partnerschaften und Plattformmodelle sind nichts anderes als die systematische Nutzung fremder Ressourcen. Du wächst nicht durch eigene Kraft, sondern durch das Bündeln fremder Energien. Du tötest nicht selbst, sondern lässt andere kämpfen.

Ethik und Verantwortung in der stillen Strategie

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, dieses Strategem automatisch als manipulativ oder unmoralisch zu bewerten. Doch jede Form von Strategie ist neutral. Entscheidend ist, wofür du sie einsetzt. Stille Macht kann zerstörerisch sein oder stabilisierend wirken. Sie kann ausbeuten oder schützen.

In einer sensiblen Wirtschaftswelt wird Verantwortung immer wichtiger. Wer Systeme lenkt, trägt Verantwortung für ihre Folgen. Das bedeutet, dass du reflektieren musst, welche Konflikte du nutzt und welche Konsequenzen sie haben. Kurzfristige Gewinne können langfristige Schäden verursachen, wenn man blind handelt.

Die wahre Meisterschaft liegt darin, dieses Strategem so einzusetzen, dass alle Beteiligten profitieren oder zumindest keinen Schaden erleiden. Du schaffst Lösungen, ohne Fronten. Du ermöglichst Veränderungen, ohne Schuldige. Das ist besonders in Transformationsprozessen, Restrukturierungen oder Krisensituationen von unschätzbarem Wert.

Aktuelle Relevanz in einer vernetzten Wirtschaft

Die heutige Wirtschaft ist extrem vernetzt. Lieferketten reichen über Kontinente. Entscheidungen in einem Land haben Auswirkungen auf Märkte weltweit. Politische Maßnahmen, gesellschaftliche Trends und technologische Entwicklungen greifen ineinander. In einem solchen Umfeld ist direkte Konfrontation kaum noch kalkulierbar.

Unternehmen nutzen zunehmend externe Akteure, um Ziele zu erreichen. Lobbyarbeit, strategische Kommunikation, Kooperation mit Start-ups oder die Nutzung von Plattformen sind moderne Formen dieses alten Strategems. Du beeinflusst Märkte, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen. Du bewegst Meinungen, ohne offiziell Stellung zu beziehen.

Auch im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung zeigt sich diese Dynamik. Unternehmen setzen auf Allianzen, Brancheninitiativen und Netzwerke, um Veränderungen anzustoßen, die sie allein nicht durchsetzen könnten. Sie lassen das System für sich arbeiten.

Psychologische Stärke durch Unsichtbarkeit

Ein oft unterschätzter Aspekt dieses Strategems ist die psychologische Entlastung. Wer nicht ständig kämpfen muss, bleibt klar. Wer nicht ständig verteidigen muss, behält Energie. Stille Macht schützt nicht nur vor äußeren Angriffen, sondern auch vor innerem Verschleiß.

In Führungspositionen ist das besonders wichtig. Dauerhafte Konfrontation führt zu Stress, Zynismus und Burnout. Wer hingegen lernt, Einfluss indirekt auszuüben, bleibt handlungsfähig. Du beobachtest mehr, reagierst weniger impulsiv und triffst bessere Entscheidungen.

Unsichtbarkeit bedeutet nicht Bedeutungslosigkeit. Sie bedeutet Freiheit. Du bestimmst, wann du sichtbar wirst und wann nicht. Du kontrollierst den Rhythmus. Das ist wahre Souveränität.

Die Kunst, fremde Interessen zu verbinden

Der Kern dieses Strategems liegt im Verbinden von Interessen. Du suchst nicht nach Gegnern, sondern nach Schnittmengen. Du erkennst, dass selbst konkurrierende Parteien oft gemeinsame Ziele haben. Wachstum, Stabilität, Sicherheit oder Anerkennung sind universelle Motive.

Wenn du diese Motive verstehst, kannst du Situationen schaffen, in denen andere aus eigenem Antrieb in deinem Sinne handeln. Sie glauben, für sich selbst zu kämpfen, während sie gleichzeitig deine Ziele erfüllen. Das erfordert Empathie, Geduld und strategisches Denken.

In Verhandlungen ist diese Fähigkeit entscheidend. Wer nur die eigene Position verteidigt, verliert oft. Wer versteht, was der andere wirklich will, kann Lösungen schaffen, die über den ursprünglichen Konflikt hinausgehen. Das Messer wird nicht gegen jemanden gerichtet, sondern gegen das Problem selbst.

Warum du oft gewinnst, ohne dass jemand verliert

Die höchste Form dieses Strategems besteht darin, dass niemand merkt, dass ein Sieg stattgefunden hat. Es gibt keinen Verlierer, keinen offenen Konflikt, keine sichtbare Niederlage. Veränderungen geschehen scheinbar organisch. Entscheidungen wirken logisch und alternativlos.

In einer Zeit, in der Polarisierung zunimmt und Konflikte eskalieren, ist diese Fähigkeit Gold wert. Du wirst zum Stabilitätsfaktor. Du schaffst Ordnung im Chaos. Du lenkst, ohne zu dominieren.

Das ist keine Magie. Es ist das Ergebnis von Beobachtung, Analyse und bewusster Zurückhaltung. Du lernst, nicht jede Gelegenheit zu nutzen, sondern die richtige. Du erkennst, dass Macht nicht darin liegt, zuzuschlagen, sondern darin, den Schlag überflüssig zu machen.

Die stille Kunst als langfristige Erfolgsstrategie

Kurzfristige Siege sind laut. Langfristiger Erfolg ist leise. Unternehmen, Führungskräfte und Unternehmer, die über Jahre oder Jahrzehnte erfolgreich bleiben, beherrschen diese Kunst intuitiv. Sie investieren in Beziehungen, Strukturen und Systeme, statt in Machtdemonstrationen.

Das dritte Strategem erinnert dich daran, dass wahre Stärke nicht sichtbar sein muss. Du darfst loslassen, ohne Kontrolle zu verlieren. Du darfst andere handeln lassen, ohne an Einfluss einzubüßen. Du darfst gewinnen, ohne zu kämpfen.

In einer Welt, die immer komplexer, schneller und empfindlicher wird, ist das keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Wer heute noch glaubt, Macht müsse laut sein, wird morgen überholt. Wer still agiert, gestaltet die Zukunft.

Siegen, ohne zuzuschlagen

Die stille Kunst des Siegens fordert dich heraus, anders zu denken. Sie verlangt, dass du dein Ego zurückstellst und Systeme in den Mittelpunkt stellst. Sie lehrt dich, dass Kontrolle nicht aus Aktion entsteht, sondern aus Verständnis.

Wenn du lernst, mit dem Messer eines anderen zu töten, wirst du feststellen, dass du seltener kämpfen musst. Du wirst Risiken minimieren, Ressourcen schonen und nachhaltige Vorteile aufbauen. Du wirst Macht ausüben, ohne sie zu zeigen. Und genau darin liegt ihre größte Stärke.

Markus Flicker

Markus Flicker – Kreativer Unternehmer mit anhaltender konstruktiver Unzufriedenheit. Steiermark Graz Gleisdorf Österreich // Finden und Erstellen von visuellen Lösungen für dein Unternehmen. Markus Flicker Fotograf & Videograf Graz Contentcreator & Autor Fotografie / Bildbearbeitung / Workshops / Reisen / Blog / Podcast

Schreibe einen Kommentar