Die 36 Strategeme sind kein Relikt aus einer fernen, exotischen Vergangenheit, sondern ein zeitloses System strategischen Denkens, das heute aktueller ist als jemals zuvor. In einer Welt, die von Informationsüberflutung, subtiler Manipulation, geopolitischen Spannungen, wirtschaftlichem Wettbewerb und sozialem Druck geprägt ist, entfalten diese alten chinesischen Strategien eine erstaunliche Wirkungskraft. Du begegnest ihnen täglich, oft ohne sie bewusst wahrzunehmen. Sie wirken in politischen Reden, in Unternehmensentscheidungen, in Mediennarrativen, in sozialen Netzwerken und sogar in persönlichen Beziehungen.
Die Strategeme sind keine simplen Tricks. Sie sind kondensierte Beobachtungen menschlichen Verhaltens, psychologischer Dynamiken und sozialer Machtmechanismen. Jedes einzelne Strategem beschreibt ein wiederkehrendes Muster, wie Menschen Situationen zu ihrem Vorteil beeinflussen, Konflikte umgehen oder Macht ausüben. Wenn du beginnst, diese Muster zu erkennen, veränderst du deine Wahrnehmung der Realität grundlegend.
Die Philosophie hinter den 36 Strategemen
Die 36 Strategeme stammen aus der chinesischen Militär- und Staatsphilosophie, doch ihr Kern ist zutiefst menschlich. Sie basieren auf der Annahme, dass direkte Konfrontation selten der klügste Weg ist. Stattdessen setzen sie auf Täuschung, Umleitung, Geduld, Anpassung und das geschickte Ausnutzen von Umständen. Dabei geht es nicht zwangsläufig um moralische Bewertung, sondern um Wirksamkeit.
In der modernen Psychologie würdest du viele Strategeme als Formen von Framing, kognitiver Verzerrung, sozialer Einflussnahme oder Konfliktvermeidung wiederfinden. Genau deshalb funktionieren sie auch heute noch. Der Mensch hat sich technologisch weiterentwickelt, psychologisch jedoch kaum verändert.
Strategem 1: Den Himmel täuschen, um das Meer zu überqueren
Dieses Strategem beschreibt die Kunst, etwas Offensichtliches so alltäglich erscheinen zu lassen, dass niemand Verdacht schöpft. Es geht darum, eine Handlung offen durchzuführen, sie aber als harmlos, normal oder routiniert erscheinen zu lassen. In der heutigen Zeit zeigt sich dieses Muster besonders deutlich in politischen Entscheidungen, die schrittweise eingeführt werden, während sie als notwendige Anpassungen oder technische Formalitäten kommuniziert werden.
Auch im Business ist dieses Strategem allgegenwärtig. Unternehmen verändern ihre Preismodelle, Nutzungsbedingungen oder Datennutzung nicht abrupt, sondern in kleinen, scheinbar unbedeutenden Anpassungen. Du nimmst sie wahr, aber misst ihnen keine große Bedeutung bei, bis sich die Gesamtstruktur grundlegend verändert hat.
Psychologisch wirkt hier der Gewöhnungseffekt. Was vertraut wirkt, wird selten hinterfragt. Dieses Strategem lehrt dich, besonders aufmerksam zu sein, wenn große Veränderungen in kleinen Schritten daherkommen.

Strategem 3: Mit dem Messer eines anderen töten
Dieses Strategem beschreibt das Prinzip, andere für die eigenen Ziele arbeiten zu lassen. Du setzt fremde Kräfte, Institutionen oder Personen ein, um etwas zu erreichen, ohne selbst direkt verantwortlich zu sein. In der heutigen Medienlandschaft ist dieses Muster besonders präsent. Meinungen werden nicht direkt durchgesetzt, sondern über Influencer, Experten, Studien oder scheinbar unabhängige Organisationen verbreitet.
In sozialen Netzwerken wird dieses Strategem genutzt, wenn Trends künstlich erzeugt werden, indem einzelne Akteure gezielt Aufmerksamkeit lenken, während die Masse den Eindruck bekommt, es handle sich um eine spontane Bewegung. Du siehst hier, wie Macht oft unsichtbar bleibt, weil sie delegiert wird.
Für dich bedeutet dieses Strategem eine wichtige Lektion: Frage dich immer, wem eine Handlung wirklich nützt und wer im Hintergrund profitiert, auch wenn er nicht sichtbar ist.
Strategem 6: Im Osten lärmen, im Westen angreifen
Ablenkung ist eines der mächtigsten Werkzeuge überhaupt. Dieses Strategem beschreibt, wie Aufmerksamkeit gezielt auf einen Bereich gelenkt wird, während die eigentliche Handlung an anderer Stelle stattfindet. In der modernen Nachrichtenwelt ist dieses Prinzip allgegenwärtig. Skandale, emotionale Debatten und polarisierende Themen dominieren die Schlagzeilen, während tiefgreifende Entscheidungen im Hintergrund getroffen werden.
Auch im persönlichen Alltag begegnet dir dieses Strategem häufiger, als du denkst. Menschen lenken Gespräche bewusst auf Nebenschauplätze, um unangenehme Themen zu vermeiden oder eigene Schwächen zu kaschieren. Wer dieses Muster erkennt, gewinnt einen enormen strategischen Vorteil, weil er lernt, zwischen Lärm und Substanz zu unterscheiden.
Strategem 8: Im Geheimen den Plan offenbaren
Dieses Strategem wirkt paradox und genau darin liegt seine Stärke. Es geht darum, einen Plan scheinbar offen zu kommunizieren, ihn aber so zu präsentieren, dass niemand ihn ernst nimmt. In der heutigen Zeit zeigt sich das häufig in ironischen, überzeichneten oder humorvollen Darstellungen von tatsächlichen Absichten.
Wenn jemand offen sagt, was er vorhat, aber in einem Kontext, der es unglaubwürdig erscheinen lässt, senkt das die Wachsamkeit des Gegenübers. Dieses Strategem nutzt die menschliche Tendenz, offensichtliche Hinweise zu ignorieren, wenn sie nicht in das erwartete Bild passen.
Strategem 13: Auf das Gras schlagen, um die Schlange aufzuscheuchen
Hier geht es darum, durch eine scheinbar harmlose Aktion Reaktionen zu provozieren, um verborgene Informationen sichtbar zu machen. In der modernen Psychologie würdest du von einem Testballon sprechen. Unternehmen, Politiker oder Medien platzieren bewusst Aussagen oder Ideen, um zu beobachten, wie die Öffentlichkeit reagiert.
Auch im zwischenmenschlichen Bereich ist dieses Strategem relevant. Durch gezielte Andeutungen oder Fragen lassen sich Einstellungen, Loyalitäten oder Absichten erkennen, ohne direkt nachzufragen. Wer dieses Strategem beherrscht, sammelt Informationen, während andere glauben, es gehe um etwas völlig Nebensächliches.
Strategem 17: Einen Ziegel hinwerfen, um einen Jadestein zu erhalten
Dieses Strategem beschreibt den gezielten Einsatz kleiner Opfer, um größere Gewinne zu erzielen. In der heutigen Wirtschaft zeigt sich das beispielsweise in kostenlosen Angeboten, Rabatten oder kostenlosen Inhalten, die langfristig Kundenbindung und Vertrauen schaffen sollen.
Psychologisch basiert dieses Strategem auf dem Prinzip der Reziprozität. Wenn du etwas bekommst, fühlst du dich unbewusst verpflichtet, etwas zurückzugeben. Dieses Muster ist tief im menschlichen Sozialverhalten verankert und funktioniert unabhängig von Kultur oder Zeit.
Strategem 19: Das Feuer unter dem Kessel entfernen
Anstatt ein Problem direkt anzugreifen, wird seine Ursache beseitigt. Dieses Strategem ist besonders wirkungsvoll, weil es Konflikte leise und nachhaltig löst. In modernen Organisationen zeigt sich dieses Prinzip, wenn strukturelle Probleme angegangen werden, anstatt einzelne Symptome zu bekämpfen.
Auch in persönlichen Konflikten ist dieses Strategem wertvoll. Statt endlose Diskussionen zu führen, wird der zugrunde liegende Auslöser verändert. Wer lernt, Ursachen statt Symptome zu erkennen, handelt strategisch überlegen.
Strategem 20: Im trüben Wasser fischen
Unsicherheit, Chaos und Verwirrung sind ideale Bedingungen für strategische Vorteile. Dieses Strategem beschreibt, wie Akteure in instabilen Situationen Chancen nutzen, die unter normalen Umständen nicht möglich wären. In Krisenzeiten verändern sich Regeln, Erwartungen und Machtverhältnisse.
In der heutigen Zeit, geprägt von globalen Krisen, technologischen Umbrüchen und gesellschaftlichen Spannungen, ist dieses Strategem besonders relevant. Wer in unsicheren Phasen klar denkt und ruhig handelt, kann Positionen einnehmen, die langfristig von Vorteil sind.
Strategem 21: Die Zikade wirft ihre goldene Haut ab
Dieses Strategem steht für den gezielten Rückzug unter Wahrung des Anscheins. Es geht darum, eine Position aufzugeben, ohne Schwäche zu zeigen. In der modernen Arbeitswelt zeigt sich das beispielsweise, wenn Unternehmen sich aus Märkten zurückziehen, dies aber als strategische Neuausrichtung kommunizieren.
Auch auf persönlicher Ebene ist dieses Strategem bedeutsam. Nicht jeder Rückzug ist eine Niederlage. Manchmal ist er die Voraussetzung für einen neuen, stärkeren Auftritt.
Strategem 27: Den Narren spielen, ohne den Verstand zu verlieren
Dieses Strategem beschreibt die bewusste Unterschätzung der eigenen Fähigkeiten durch andere. Wer harmlos, naiv oder unbedrohlich wirkt, wird weniger kontrolliert und erhält mehr Spielraum. In vielen Machtstrukturen ist dies eine äußerst wirkungsvolle Taktik.
In sozialen Situationen kann dieses Strategem helfen, Konflikte zu vermeiden oder Informationen zu sammeln, während andere ihre Wachsamkeit verlieren. Es erfordert jedoch ein hohes Maß an Selbstkontrolle und innerer Klarheit.
Strategem 36: Fliehen ist die beste Strategie
Das letzte Strategem wird oft missverstanden. Es geht nicht um Feigheit, sondern um strategische Klugheit. Wenn alle anderen Optionen erschöpft sind, ist der Rückzug die beste Möglichkeit, Ressourcen zu bewahren und zukünftige Chancen offen zu halten.
In einer Kultur, die Durchhalten um jeden Preis glorifiziert, ist dieses Strategem besonders wertvoll. Es erinnert dich daran, dass nicht jeder Kampf geführt werden muss und dass Weisheit oft im Loslassen liegt.
Die 36 Strategeme als Spiegel moderner Machtstrukturen
Wenn du beginnst, die 36 Strategeme im Alltag zu erkennen, verändert sich dein Blick auf Politik, Wirtschaft, Medien und zwischenmenschliche Beziehungen. Du erkennst Muster, wo andere nur Zufall sehen. Du verstehst, warum bestimmte Entscheidungen getroffen werden und warum manche Konflikte scheinbar nie gelöst werden.
Die Strategeme machen dich nicht zynisch, sondern wachsam. Sie geben dir die Möglichkeit, bewusster zu handeln, dich weniger manipulieren zu lassen und selbst strategischer zu denken.
Strategisches Denken als Schlüsselkompetenz der Gegenwart
Die Beschäftigung mit einzelnen Strategemen ist kein theoretisches Gedankenspiel, sondern eine praktische Schulung deiner Wahrnehmung. In einer Zeit, in der Aufmerksamkeit eine Währung ist und Informationen gezielt gesteuert werden, ist strategisches Denken eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt.
Die 36 Strategeme zeigen dir, dass Macht selten laut ist, dass Einfluss oft unsichtbar bleibt und dass die größten Veränderungen häufig dort beginnen, wo niemand hinschaut. Wenn du diese Prinzipien verstehst, bist du nicht nur besser vorbereitet, sondern auch freier in deinen Entscheidungen.
Viele Menschen beschäftigen sich mit den bekanntesten Strategemen, weil sie leicht erkennbar und oft zitiert sind. Doch gerade die subtileren, weniger offensichtlichen Strategeme entfalten im modernen Alltag eine enorme Wirkung. Sie wirken leise, langfristig und oft unterhalb der bewussten Wahrnehmung. Wenn du diese Strategeme erkennst, beginnst du zu verstehen, warum manche Menschen scheinbar mühelos Einfluss gewinnen, während andere trotz harter Arbeit scheitern.
Die übrigen Strategeme zeigen dir vor allem, wie Macht erhalten wird, wie Schwächen verborgen bleiben und wie Situationen genutzt werden, die auf den ersten Blick unbedeutend wirken. Sie sind besonders relevant in einer Zeit, in der Kontrolle selten offen ausgeübt wird, sondern über Narrative, Rollenbilder und psychologische Dynamiken funktioniert.
Strategem 2: Den Feind mit seinem eigenen Vorteil bekämpfen
Dieses Strategem beschreibt die Kunst, die Stärke des Gegners gegen ihn selbst zu wenden. In der heutigen Zeit zeigt sich dieses Prinzip häufig in Debattenkultur und öffentlicher Kommunikation. Argumente, Werte oder Ideale werden nicht frontal angegriffen, sondern so interpretiert, dass sie sich selbst widersprechen.
Im beruflichen Kontext erkennst du dieses Strategem, wenn Wettbewerber gezwungen werden, ihre eigenen Erfolgsfaktoren zu überdehnen, bis sie ineffizient oder unglaubwürdig wirken. Psychologisch basiert dieses Strategem auf dem Prinzip der Selbstüberschätzung. Je stärker jemand an seine eigene Position glaubt, desto leichter wird sie angreifbar.
Strategem 4: In der Ruhe warten, bis der Feind sich erschöpft
Geduld ist eine der am meisten unterschätzten strategischen Fähigkeiten. Dieses Strategem zeigt, dass Nicht-Handeln oft wirkungsvoller ist als Aktionismus. In einer Welt permanenter Reizüberflutung und sofortiger Reaktionen wirkt dieses Prinzip beinahe revolutionär.
Du siehst dieses Strategem besonders deutlich in Verhandlungssituationen, in denen eine Seite durch ständige Aktivität Fehler macht, während die andere ruhig abwartet. Auch in persönlichen Konflikten kann Zurückhaltung dazu führen, dass sich Spannungen von selbst lösen, weil der emotionale Druck nachlässt.
Strategem 5: Den Gegner in Brand setzen, während er sich im Feuer befindet
Dieses Strategem beschreibt das Ausnutzen bereits bestehender Probleme oder Schwächen. Es geht nicht darum, neue Konflikte zu schaffen, sondern vorhandene Dynamiken gezielt zu verstärken. In der modernen Welt zeigt sich das häufig in Krisenkommunikation und politischer Strategie.
Wenn Organisationen oder Personen bereits unter Druck stehen, reichen kleine Impulse aus, um große Wirkungen zu erzielen. Dieses Strategem erinnert dich daran, dass Timing oft wichtiger ist als Stärke. Wer den richtigen Moment erkennt, benötigt weniger Energie für größere Effekte.
Strategem 7: Aus etwas Wirklichkeit machen, aus Wirklichkeit etwas Nichts
Wahrnehmung ist mächtiger als Realität. Dieses Strategem beschreibt die gezielte Konstruktion von Bedeutung. In digitalen Medien wird dieses Prinzip täglich angewendet, wenn Themen aufgeblasen oder relativiert werden, je nach gewünschter Wirkung.
Du erlebst dieses Strategem, wenn kleine Ereignisse als große Skandale inszeniert werden oder massive Probleme durch Sprachregelungen verharmlost erscheinen. Es zeigt dir, wie sehr dein Denken von Deutung abhängt und wie wichtig es ist, zwischen Fakt und Interpretation zu unterscheiden.
Strategem 9: Am Ufer zusehen, wie der Gegner ertrinkt
Dieses Strategem steht für strategische Zurückhaltung in Situationen, in denen sich der Gegner selbst schadet. Statt einzugreifen, wird beobachtet, analysiert und gewartet. In einer Kultur, die schnelle Reaktionen erwartet, ist diese Haltung besonders wirkungsvoll.
Im Alltag zeigt sich dieses Strategem, wenn Menschen sich durch Überreaktionen, emotionale Ausbrüche oder unüberlegte Entscheidungen selbst in Schwierigkeiten bringen. Wer ruhig bleibt, behält Übersicht und Handlungsspielraum.
Strategem 10: Hinter dem Lächeln den Dolch verbergen
Dieses Strategem wirkt besonders unangenehm, ist aber weit verbreitet. Es beschreibt die Diskrepanz zwischen äußerer Freundlichkeit und innerer Absicht. In modernen Machtstrukturen zeigt sich dieses Muster häufig in diplomatischer Sprache, höflicher Kritik oder scheinbarer Kooperation.
Für dich ist dieses Strategem vor allem ein Warnsignal. Es lehrt dich, nicht nur auf Worte zu achten, sondern auf Handlungen, Timing und Konsistenz. Freundlichkeit ist nicht immer gleichbedeutend mit Wohlwollen.
Strategem 11: Das Pflaumenbäumchen opfern, um den Pfirsichbaum zu retten
Hier geht es um bewusste Opfer, um größere Ziele zu sichern. Dieses Strategem zeigt, dass Verluste Teil strategischen Handelns sind. In Unternehmen bedeutet das oft, Projekte, Abteilungen oder sogar Personen aufzugeben, um die Gesamtstruktur zu stabilisieren.
Auch im persönlichen Leben ist dieses Prinzip relevant. Manchmal ist es notwendig, kurzfristige Vorteile oder Bequemlichkeiten loszulassen, um langfristige Stabilität zu gewinnen.
Strategem 12: Die Gelegenheit beim Schopf packen
Dieses Strategem beschreibt das Erkennen und Nutzen flüchtiger Chancen. In der heutigen Zeit, geprägt von schnellen Veränderungen, ist diese Fähigkeit besonders wertvoll. Wer zu lange zögert, verliert Handlungsspielraum.
Dieses Strategem ist eng mit Intuition und Erfahrung verbunden. Du erkennst Gelegenheiten nicht durch endlose Analyse, sondern durch ein geschärftes Gefühl für den richtigen Moment.
Strategem 14: Sich einen Leichnam ausleihen, um die Seele zurückzuholen
Dieses Strategem steht für das Wiederbeleben alter Ideen, Strukturen oder Narrative in neuem Kontext. In der heutigen Zeit zeigt sich das häufig in politischen Ideologien, Markenstrategien oder kulturellen Trends, die neu verpackt werden.
Psychologisch wirkt hier der Effekt von Vertrautheit. Menschen akzeptieren neue Inhalte leichter, wenn sie an Bekanntes anknüpfen.
Strategem 15: Den Tiger vom Berg in die Ebene locken
Dieses Strategem beschreibt das Herauslösen eines Gegners aus seiner Komfortzone. In vertrauter Umgebung ist jeder stark, außerhalb davon jedoch verwundbar. In modernen Organisationen zeigt sich dieses Prinzip, wenn Machtstrukturen verändert oder neue Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Für dich bedeutet dieses Strategem, dass Kontext eine entscheidende Rolle spielt. Stärke ist selten absolut, sondern abhängig von Umgebung und Situation.
Strategem 16: Um etwas zu fangen, muss man es zunächst loslassen
Dieses Strategem wirkt widersprüchlich, ist aber psychologisch äußerst wirkungsvoll. Es beschreibt das bewusste Zurücknehmen von Kontrolle, um langfristig Einfluss zu gewinnen. In Beziehungen, Verhandlungen und Führungssituationen zeigt sich dieses Muster besonders deutlich.
Menschen reagieren oft mit Widerstand auf Druck, aber mit Kooperation auf Freiheit. Wer loslässt, gewinnt Vertrauen.
Strategem 18: Um den Räuber zu fangen, muss man den Anführer ergreifen
Dieses Strategem fokussiert sich auf zentrale Einflussfiguren statt auf Symptome. In modernen Systemen sind Machtstrukturen oft personifiziert. Wer die Schlüsselfiguren versteht oder beeinflusst, verändert das gesamte System.
Dieses Prinzip lehrt dich, nicht an der Oberfläche zu bleiben, sondern Machtzentren zu erkennen.
Strategem 22: Die Tür schließen, um den Dieb zu fassen
Hier geht es um das gezielte Begrenzen von Optionen. Durch das Schaffen klarer Rahmenbedingungen wird Handlungsfreiheit eingeschränkt. In modernen Organisationen zeigt sich das in Regeln, Prozessen und Abhängigkeiten.
Dieses Strategem zeigt dir, dass Kontrolle nicht immer durch Zwang entsteht, sondern durch Struktur.
Strategem 23: Sich mit einem fernen Verbündeten verbünden, um einen nahen Gegner anzugreifen
Dieses Strategem ist besonders relevant in geopolitischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen. Es zeigt, wie Allianzen genutzt werden, um unmittelbare Bedrohungen zu neutralisieren.
Auch im Alltag kann dieses Prinzip wirken, wenn Unterstützung von außen genutzt wird, um interne Konflikte zu lösen.
Strategem 24: Sich einen sicheren Durchgang leihen, um Guo zu erobern
Dieses Strategem beschreibt das Nutzen fremder Ressourcen für eigene Ziele. In der heutigen Zeit zeigt sich das in Plattformökonomien, Kooperationen und strategischen Partnerschaften.
Es erinnert dich daran, dass Zugang oft wichtiger ist als Besitz.
Strategem 25: Die Balken stehlen und die Stützen austauschen
Dieses Strategem steht für schleichende Veränderung von Strukturen. Es wirkt langfristig und ist schwer zu erkennen. In modernen Organisationen zeigt sich das, wenn Werte, Ziele oder Prozesse langsam verändert werden, ohne dass es offen kommuniziert wird.
Strategem 26: Mit Maulbeerbäumen schimpfen, aber den Sophorabaum meinen
Indirekte Kommunikation ist der Kern dieses Strategems. Kritik wird nicht direkt geäußert, sondern über Umwege vermittelt. In der heutigen Kommunikationskultur ist dieses Prinzip weit verbreitet.
Es zeigt dir, wie wichtig es ist, zwischen den Zeilen zu lesen.
Strategem 28: Die Leiter wegziehen, nachdem der Gegner hinaufgestiegen ist
Dieses Strategem beschreibt das Entziehen von Unterstützung, sobald jemand abhängig geworden ist. In modernen Machtstrukturen zeigt sich das in Abhängigkeiten von Systemen, Plattformen oder Personen.
Es lehrt dich, Eigenständigkeit zu bewahren.
Strategem 29: Den Baum mit falschen Blüten schmücken
Schein statt Sein ist das zentrale Thema dieses Strategems. In Zeiten von Social Media und Selbstdarstellung ist dieses Prinzip allgegenwärtig. Es zeigt, wie leicht Wahrnehmung manipuliert werden kann.
Strategem 30: Die Rolle des Gastes übernehmen, um Herr des Hauses zu werden
Dieses Strategem beschreibt schrittweise Machtausweitung aus einer scheinbar harmlosen Position heraus. Es ist eines der subtilsten und wirkungsvollsten Strategeme.
Strategem 31: Die Schönheitstaktik
Dieses Strategem nutzt emotionale Bindung als strategisches Mittel. Es zeigt, wie Gefühle Einfluss auf Entscheidungen nehmen können.
Strategem 32: Die leere Stadt
Hier geht es um das bewusste Erzeugen von Unsicherheit beim Gegner. Stärke wird nicht gezeigt, sondern angedeutet.
Strategem 33: Zwietracht säen
Dieses Strategem beschreibt das gezielte Spalten von Gruppen. Es ist eines der ältesten Machtinstrumente überhaupt.
Strategem 34: Die Selbstverletzungstaktik
Dieses Strategem nutzt scheinbare Schwäche, um Vertrauen oder Mitleid zu erzeugen.
Strategem 35: Die Kettenstrategie
Es geht um die Kombination mehrerer Strategeme zu einem komplexen Gesamtplan.
Die übrigen Strategeme zeigen dir, dass strategisches Denken nicht laut, nicht schnell und nicht offensichtlich sein muss. Es ist leise, geduldig und tief im menschlichen Verhalten verankert. Wenn du diese Muster erkennst, entwickelst du ein feineres Gespür für Macht, Einfluss und Manipulation im Alltag.